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Mark Cuban ist seit dem 14. Februar 2000 Besitzer der Dallas Mavericks © getty

Mark Cuban heizt vor Spiel zwei die Gemüter auf. Die Spurs verzweifeln bereits nach dem ersten Duell an Dirk Nowitzkis Wurfkünsten.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Mark Cuban ist kein Mann von Zurückhaltung. Der Besitzer der Dallas Mavericks hat nach diversen Ausrastern bereits über eineinhalb Million Dollar Strafe seitens der NBA aufgebrummt bekommen.

Vor dem zweiten Duell seiner Mavericks mit dem texanischen Rivalen San Antonio Spurs (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) sorgt der Milliardär erneut für Aufregung.

"Ich hasse die Spurs", tönt Cuban ohne Zurückhaltung. "Mir fällt es schwer, mich mit Spurs-Besitzer Peter Holt gesittet zu unterhalten, und ihm geht es genauso. Nicht weil wir uns nicht mögen, sondern weil wir jeweils den Gegner repräsentieren."

Extreme Intensität

Daher sei die Intensität der Erstrunden-Serie auch so enorm hoch. So tauschten Cuban und Holt bei Spiel 1 am Sonntag auch die Rollen 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde).

Während Hitzkopf Cuban genüsslich den Sieg seiner Mavs von den Zuschauerrängen verfolgte, tobte der sonst so besonnene Holt auf seinem Platz und beschimpfte die Schiedsrichter.

Wie beim Boxen

Trotz der Hasstiraden zeigt Cuban großen Respekt vor dem Gegner. "Die Rivalität tut den Teams gut. Beide spielen dadurch noch besser", führt der 51 Jahre alte Unternehmer aus.

"Jeder Ballbesitz zählt. Das ist wie bei einem Titelkampf im Schwergewicht, bei dem es auf jeden Schlag ankommt."

Ginobili von Nowitzki beeindruckt

Der erste Schlag ist Cubans Starspieler Dirk Nowitzki und dem Team geglückt. Insbesondere die Leistung des deutschen Power Forwards entlockt den Beteiligten Lobeshymnen.

"Es war sehr beeindruckend, wie gut er gespielt hat", sagt San Antonios Manu Ginobili nach dem 100:94-Sieg der Mavs.

"Wir wussten, dass er 36 Punkte erzielen kann, aber dass er nur zwei Würfe daneben gesetzt hat, ist schon enorm und für uns schwer hinzunehmen. Dabei haben wir ihm mit unserer Verteidigung richtig zugesetzt. Solche Würfe kann man eben nicht kontrollieren."

Unmöglich zu stoppen

Teamkollege Matt Bonner wirkt ebenfalls hilflos. "Dirk ist einer dieser einzigartigen Spieler, gegen den wir aufgrund seiner Körpergröße und seiner Qualitäten wenig ausrichten können", sagt Bonner nach seinen Erfahrungen aus Spiel 1 (SERVICE: Der Playoff-Baum).

"Alles, was du versuchen kannst, ist Druck auf ihn auszuüben und ihn zu schwierigen Würfen zu zwingen. Aber er schafft es dennoch immer zum Wurf. Und wenn er ins Rollen kommt, ist es nahezu unmöglich, irgendwas dagegen zu unternehmen"

Popovich flüchtet in Sarkasmus

Die Experten erwarten von San Antonios Trainer Gregg Popovich eine Reaktion auf Nowitzkis Gala-Vorstellung.

Popovich, der die Spurs zu vier Meisterschaften coachte, spielt Nowitzkis starken Auftritt noch herunter. Bereits vor dem Serienauftakt sagte er, dass ihm nichts Schlaues einfiele, Nowitzki zu stoppen (Popovich: "Einige haben gespielt wie Hunde").

"Mir geht es soweit ganz gut. Schließlich ist den anderen auch nichts eingefallen, ihn aufzuhalten. Dann bin ich wenigstens nicht dümmer als ein anderer", sagt "Pop" mit einem Schmunzeln.

Coach von Fouls genervt

Es gilt allerdings als sicher, dass Popovich mit zwei Spielern gegen Nowitzki verteidigen wird. Zumal ihn die vielen Fouls - Nowitzki erhielt mit zwölf Freiwürfen genauso viele wie die komplette Spurs-Mannschaft - ärgern. Nowitzki verwandelte alle und kommt nun auf 86 in Serie.

"Wir dürfen ihn nicht so oft foulen", bringt es San Antonios Trainer auf den Punkt. "In der Hinsicht ist er unglaublich clever." 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

Ginobili weiß Abhilfe

Ginobili, mit 26 Punkten zweitbester Spurs-Scorer, pflichtet seinem Coach bei. "Er sucht beim Wurf den Kontakt. Er bringt den Ellbogen nach vorne und sobald deine Hand nah an ihm dran ist, wird es dann ein Foul", beschreibt der Argentinier Nowitzkis Vorgehen.

"Wir müssen den Schiedsrichtern zeigen, dass wir mit unseren Händen nah, aber nicht an ihm sind. Und die Hilfe muss schneller kommen", gibt der Shooting Guard Alternativen zur Abhilfe vor.

Mavs haben sich eingestellt

Auf Popovichs Plan, mit zwei Verteidigern gegen Nowitzki vorzugehen, haben sich die Mavericks bereits eingestellt.

"Wenn Dirk gedoppelt wird, muss halt ein anderer punkten", gibt sich Mavs-Point-Guard Jason Kidd gelassen. Und Teamkollege Caron Butler pflichtet bei: "Es ist doch egal, wer punktet."

Dallas' Trainer Rick Carlisle hat seine Truppe das Doppeln gegen Nowitzki bereits üben lassen. "Wir sind darauf vorbereitet", sagt Butler.

Passqualitäten bei Nowitzki

Und auch Nowitzki gibt sich locker. "Wenn sie mich doppeln wie im letzten Viertel, muss ich eben die richtige Entscheidung treffen", sagt der Würzburger.

Das bedeutet, den Pass auf den freien Mitspieler suchen. Im Schlussabschnitt von Spiel 1 hat er diese Qualitäten bereits unter Beweis gestellt.

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