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Spurs-Center Tim Duncan (l.) und Mavs-Forward Dirk Nowitzki beim Zweikampf © getty

Nach der Heimpleite in Spiel 2 gegen die Spurs geht Dirk Nowitzki hart mit den Mavericks ins Gericht. Das Sticheln geht weiter.

Von Hardy Heuer

Dallas/München - Dirk Nowitzki stand die Enttäuschung über die 88:102-Heimniederlage im zweiten Playoff-Spiel seiner Dallas Mavericks gegen die San Antonio Spurs ins Gesicht geschrieben.

In Ansätzen versuchte er den Rückschlag im Texas-Duell zu erklären. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

"Wir sind zur falschen Zeit kalt gelaufen und ich glaube, jeder hat es auf eigene Faust versucht, anstatt miteinander zu spielen", ging er nach dem 1:1-Ausgleich in den "Dallas Morning News" hart mit den Mavericks ins Gericht.

Spurs stark bei Rebounds

"Sie punkteten immer weiter", wunderte sich Nowitzki über die Stärke der Spurs an diesem Abend. "Haben sie einen Wurf verfehlt, schnappten sie sich den Offensiv-Rebound."

Dies war ein großes Manko der Mavericks, da die Spurs 23 Punkte nach Offensiv-Rebounds erzielten. Dallas fand einfach kein Mittel gegen die Rebound-Macht der Spurs und erzielte lediglich neun Punkte nach eigenem Offensiv-Rebound.

Diese 14 Punkte machten am Ende auch den Unterschied zu den San Antonio Spurs aus.

Duncan gewinnt Duell

Besonders Tim Duncan schnappte sich einen Rebound nach dem anderen, insgesamt 17 und toppt damit seine Vorstellung in Spiel 1 (27 Punkte, acht Rebounds) sogar noch.

Nebenbei verbuchte der Center noch 25 Punkte und stellte damit Nowitzki (24 Punkte, zehn Rebounds) in den Schatten, der noch im ersten Spiel das Duell der beiden Hauptprotagonisten ihres Teams klar für sich entscheiden konnte.

Nowitzki und Duncan sind die Kernspieler ihrer Mannschaft, mit ihnen steht und fällt das Team. Wer mehr Konstanz in sein Spiel bringt, dessen Team hat die größere Chance auf das Weiterkommen. 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde)

Schwache Trefferquote

Nowitzkis Wurf wackelte, gerade im ersten Viertel. Und wenn Duncan sein Niveau weiter hoch hält, besonders bei den Rebounds, kann sich San Antonio in Spiel drei (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) durchaus was ausrechnen.

Aber nicht nur die beiden Stars müssen ihre Leistung abrufen, die Mitspieler sind genauso gefragt ? und genau da haperte es bei den Mavs.

Vor allem bei einer Trefferquote von 36,5 Prozent dürfen sich die Mavs nicht beschweren, dass sie am Ende mit leeren Händen dastehen.

Terry Topscorer

In der ersten Hälfte waren es sogar bei sechs von 22 Treffern gerade mal 27 Prozent.

Einzig Jason Terry, der von der Bank kam, erreichte bei den Mavs annähernd die 50 Prozent und machte zumindest sein schwaches erstes Spiel in der Serie wett. Mit 27 Punkten mauserte er sich zum Topscorer der Partie.

Er weiß, dass es nun gegen die Spurs nicht leichter wird und eine gewisse Konstanz über mehrere Spiele da sein muss.

Druck nun bei Dallas

"Das ist eine Serie, wir wissen das", machte er nochmals klar. "Dies ist unser Rivale. Wir haben die letzten drei, vier, fünf Jahre harte Schlachten gegeneinander geführt. Dies wird nicht einfach", warnte der 32-jährige Shooting Guard sein Team.

Mavs-Center Brendan Haywood trauert der großen Chance, den Vorsprung gegenüber dem Rivalen auszubauen, hinterher. "Es ist enttäuschend, dass es nicht 2:0 steht. Es hätte eine Menge bedeutet. Dadurch hätten wir sie einem großen Druck für Spiel drei ausgesetzt", zeigte er sich frustriert.

"Nun können sie leichter aufspielen und wir haben den größeren Druck", fuhr er fort.

Cuban "übertreibt"

San Antonios Trainer Gregg Popovich möchte die Mavericks aber auf keinen Fall abschreiben.

"Leute kommen nach Niederlagen wieder zurück, und sie werden es auch. Ich erwarte, dass Dallas am Freitag rauskommt und ziemlich stark aufspielen wird", gibt er seine Prognose ab.

Auf Mark Cubans "Hass"-Tirade gibt er nicht viel. "Das ist eine Übertreibung. Wenn er uns wirklich so sehr hasst, dann würde er nicht so ein gutes Barbecue in der Umkleidekabine zur Verfügung stellen", gab der Spurs-Coach mit einem Schmunzeln zu Protokoll.

"Respektvoller" Hass

Der Mavs-Besitzer sagte am vergangenen Dienstag, er würde die Spurs "hassen". Am Mittwoch ruderte Cuban zurück und nannte es einen "respektvollen" Hass. "Es war ein Ablenkungsmanöver. Nur um die Rivalität anzuheizen und mehr Tickets zu verkaufen", stellte er klar.

Popovich selber ist auch kein Kind von Traurigkeit. Seiner Ansicht nach wurden in Spiel eins zu viele Fouls gegen Nowitzki gepfiffen ? eine verschleierte Kritik an den Schiedsrichtern.

Umschrieben hat es Popovich damit, dass der Würzburger sich gut "verkauft" und einen tollen Job macht, um die Fouls zu ziehen. 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

"Ich gebe ihm 7,50 Dollar pro Foul"

Seine Aussagen scheinen zumindest für Spiel zwei gefruchtet zu haben. Die Mavericks bekamen während den ersten 2:46 Minuten fünf Fouls aufgebrummt, zwei davon gingen an Nowitzki, der erst mal auf die Bank musste und selbst erst im zweiten Viertel Freiwürfe zugesprochen bekam.

"Ich glaube es ist ein guter Weg, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, ohne mit einem Bußgeld bestraft zu werden", kritisierte Mavs-Coach Rick Carlisle die Vorgehensweise seines Gegenübers.

Auch Cuban konnte sich eine Spitze in Richtung Popovich nicht verkneifen. "Ich gebe ihm 7,50 Dollar pro Foul", scherzte er.

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