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J.J. Barea (l.) erzielte in Spiel 3 in 32 Minuten 14 Punkte © getty

Wollen die Mavs das frühe Playoff-Aus vermeiden, müssen sie in der Abwehr kräftiger zupacken. Auch echte Alternativen fehlen.

Von Ingo Weber

San Antonio/München - "Im Westen nichts Neues" heißt ein Roman von Erich Maria Remarque. Auf die Dallas Mavericks scheint dieser Titel auch in dieser Saison erneut zuzutreffen.

Nach der 90:94-Pleite in San Antonio liegen die Mavs in der Best-of-Seven-Serie mit 1:2 im Rückstand und es droht erneut das vorzeitige Playoff-Aus. (DATENCENTER: Erste Playoff-Runde)

Die Deja-Vu-Erlebnisse des Nowitzki-Teams nehmen kein Ende, auch die Auftritte in Spiel zwei und drei gegen die Spurs erinnern nur zu gut an die vergangenen Jahre. 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

Nowitzki mit 55 Prozent Trefferquote

In entscheidenden Situationen zittern den Spielern der Mavericks die Hände.

Dirk Nowitzki ist von der Kritik weitgehend auszunehmen, glänzt der 31-jährige Power Forward in der K.o.-Runde bislang mit 31,7 Punkten im Schnitt und einer Trefferquote von über 55 Prozent. 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde)

Doch der Rest der Mannschaft muss sich gewaltig steigern, will Dallas ins Conference Halbfinale einziehen. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

"Die Mavericks müssen gerade in der Verteidigung zulegen", spricht Jean-Jacques Taylor, Kolumnist bei der "Dallas Morning News", die Schwachstelle der Mavericks an.

Während der West-Zweite der Regular Season zu Beginn der Saison verstärkt an der Defense arbeitete, verfällt er in den Playoffs in alte Verhaltensmuster.

Zu viele Lücken für die Spurs

Die Spurs kamen in der ersten Halbzeit zu vielen einfachen Punkten fanden immer wieder die Lücke in der Mavs-Abwehr und den direkten Weg zum Korb.

Erst mit einer System-Umstellung nach der Pause sorgte Dallas beim texanischen Rivalen für kurze Verwirrung.

Für fünf Minuten im dritten Viertel spielten die Mavericks den Basketball, mit dem man in den Playoffs Erfolg haben kann ? effizient vor dem Korb und vor allem aggressiv in der Abwehr.

Doch der Neun-Punkte-Vorsprung, den sich Dallas in dieser Zeit erspielte, war nur von kurzer Dauer.

"Ein Team, das Ansprüche auf den Titel anmelden will, lässt sich solch einen Vorsprung nicht mehr nehmen", sagte Jason Terry nach dem Spiel und legte damit seinen Finger in die Mavs-Wunde.

Kader schwächer als vermutet

Der Kader der Mavericks scheint trotz des Trades für Caron Butler nicht so stark besetzt wie vermutet.

Neben Nowitzki traf kein Spieler der Starting Five im zweistelligen Bereich. Shawn Marion und Jason Kidd blieben mit sieben Punkten hinter ihren Erwartungen zurück.

Butler erwischte mit zwei Punkten einen rabenschwarzen Tag, auch wenn er nur 15 Minuten zum Einsatz kam.

Dass Erick Dampier, nicht unbedingt als Scorer bekannt, keinen Punkt verbuchen konnte, fällt nicht sonderlich ins Gewicht, dass er nur vier Rebounds zu greifen bekam, schon eher.

Spurs mit besseren Alternativen

Spurs-Coach Gregg Popovich hat offenbar die besseren Alternativen.

War es in Spiel zwei noch Richard Jefferson, der mit 19 Punkten glänzte, steuerte diesmal George Hill 17 Zähler bei.

In der entscheidenden Phase der Partie machte sich dann ein weiterer Vorteil der Spurs bemerkbar ? das Nervenkostüm.

Tony Parker markierte sechs Punkte am Stück und brachte sein Team vorentscheidend mit 86:81 in Führung, während Dallas zweieinhalb Minuten ohne Punkt blieb.

Dallas flattern die Nerven

Nacheinander vergaben Kidd, Jose Juan Barea, Terry und Nowitzki.

Gleich viermal in der Partie musste sich Dallas den Ton der abgelaufenen Wurfuhr anhören. "Das ist nicht alltäglich, aber kein Wunder, wenn sich die Offensive nicht bewegt", meinte Taylor.

Ungeachtet all der Problemzonen der Mavericks, muss in der Nacht auf Montag (ab 1 Uhr LIVESCORES) ein Sieg her, egal wie.

Denn einen 1:3-Rückstand drehten in der NBA erst acht Teams, zuletzt die Phoenix Suns 2006 gegen die Los Angeles Lakers.

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