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Die "Big Three" der Spurs haben den Teamgeist verinnerlicht © getty

San Antonio ist dem texanischen Rivalen in Punkto Siegermentalität, Ruhe und Teamgeist weit voraus.

Von Ingo Weber

San Antonio/München - Spiel vier in San Antonio: Beim Stand von 62:57 für die Spurs zieht Dirk Nowitzki Richtung Korb und bekommt beim Wurfversuch einen harten Schlag auf die Nase.

Der Arm von Richard Jefferson streckte ihn zu Boden - eine Szene mit Symbolcharakter.

Während es für Nowitzki zwar nach kurzer Zeit weiter ging, ist der Titel-Traum der Mavericks nach der 89:92-Pleite bei den Spurs bereits so gut wie ausgeträumt. (DATENCENTER: Erste Playoff-Runde)

Erneut müssen sich die Mavs die Kritik gefallen lassen, einen deutlichen Vorsprung nicht über die Zeit gerettet zu haben.

"Haben es den Spurs zu leicht gemacht"

"Wir waren auf einem guten Weg. Doch im dritten Viertel haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht", sagte Nowitzki über die entscheidenden Minuten der Partie.

Der Deutsche lieferte mit 17 Punkten seine bislang schwächste Playoff-Leistung ab. 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde)

Man kann es sich leicht machen und behaupten, hätte "Big D" seine Punkteausbeute aus den vorangegangen Spielen wiederholt, hätte Dallas auch gewonnen.

Bei den Spurs erwischten mit Tim Duncan (4 Punkte), Tony Parker (10 Punkte, 5 Turnover) und Manu Ginobili (4 von 16 aus dem Feld) alle drei Superstars einen rabenschwarzen Tag und die Mitspieler waren trotzdem in der Lage, die Ausrutscher der "Big Three" zu kompensieren.

San Antonio hat das "Siegergen"

Es ist der ultimative Unterschied. Während die Spurs mit dem "Siegergen" ausgestattet sind und für jedes Problem scheinbar eine Lösung parat haben, haftet den Mavericks der Makel an, sich in entscheidenden Situationen immer aus den Rhythmus zu bringen und zu verlieren. 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

So auch diesmal. Die Spurs drehten einen 37:51-Rückstand zu Beginn des dritten Viertels binnen elf Minuten in eine 66:59-Führung.

"Wir haben in jedem Spiel eine Schwächephase. Das müssen wir abstellen", weiß auch Mavs-Coach Rick Carlisle. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Mavs sind zu weich

Es ist nicht verwunderlich, dass die amerikanische Presse die Mavericks als zu weich bezeichnet.

"Von San Antonio können die Mavericks noch etwas lernen", behauptet daher auch Eddie Sefko, Kolumnist der "Dallas Morning News".

Und damit liegt er richtig. Dallas hätte beide Spiele in San Antonio gewinnen können, ja sogar gewinnen müssen.

Während die Mavs in Panik verfielen, brachte San Antonio auch der relativ große Rückstand nicht aus der Ruhe. Spurs-Coach Gregg Popovich versucht zu erklären.

Trainerfuchs Popovich

"Wir haben noch viel Zeit und müssen uns nicht beeilen. Wenn einer allein versucht, der Held zu werden, verlieren wir", hatte der Erfolgstrainer seiner Mannschaft trotz des großen Rückstandes im zweiten Viertel geraten.

Die Spurs fanden als Team den Weg zurück ins Spiel, was ihnen im Vergleich zum texanischen Rivalen einen entscheidenden Vorteil verschafft.

Das Nowitzki-Team neigt dazu, Probleme individuell und nicht im Kollektiv zu lösen.

Keine unlösbare Aufgabe

Ein 1:3 noch umzubiegen ist keine unlösbare Aufgabe, das hat die NBA-Geschichte an wenigen Beispielen gezeigt 117580(DIASHOW: Die NBA-Comebacks nach 1:3).

Doch erst acht Teams schafften es. 181 Mal bedeutete ein derartiger Rückstand das Aus.

Doch wollen die Mavericks das Unmögliche möglich machen, müssen sie Teamgeist entwickeln und als Mannschaft auftreten. San Antonio hat es ihnen vorgemacht.

In der Nacht auf Mittwoch (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) wird sich zeigen, ob der Anschauungsunterricht Früchte trägt.

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