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In Spiel 3 kam Caron Butler nur 15 Minuten zum Einsatz, in denen er zwei Punkte erzielte © getty

Mit Eiltempo und Lokführer Caron Butler sieht sich Dallas zurück auf dem Erfolgsgleis. Auch taktische Änderungen zeigen Wirkung.

Von Olaf Mehlhose

Dallas/München - Trotz der Glanzvorstellung gegen die San Antonio Spurs liegen die Dallas Mavericks in der Serie noch mit 2:3 hinten.

Aber in den Köpfen der Spieler hat der Sieg einiges bewirkt.

Nach drei Niederlagen in Folge feierten die Mavericks wieder einen Sieg. Die fast schon verloren geglaubte Serie ist beinahe wieder offen.

Durch einen Erfolg bei den San Antonio Spurs haben die Mavs jetzt in Spiel 6 in der Nacht auf Freitag (ab 2 Uhr LIVESCORES) die Chance, ein entscheidendes siebtes Spiel in Dallas herbeizuführen.(DATENCENTER: Erste Playoff-Runde)

Butler will nicht nach Hause

Die Leistung am Dienstagabend sorgte auf den Rängen bereits für Begeisterungsstürme.

Vor allem die Leistungsexplosion von Caron Butler (35 Punkte, 11 Rebounds), der sich als ideale Ergänzung zu Dirk Nowitzki präsentierte, riss die Fans von den Sitzen. 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde)

"Ich spiele am besten, wenn ich wütend bin", sagte Butler: "Jetzt ist es eine Serie. In San Antonio müssen wir wieder genauso auftreten. Ich will noch nicht nach Hause, und der einzige Weg, das zu vermeiden, ist ein Sieg in Spiel 6."

Nowitzki hatte mit 15 Punkten und neun Rebounds einen für seine Verhältnisse eher unspektakulären Tag. Aber allein durch seine Anwesenheit schaffte er Freiräume für seine Mitspieler.

Haywood für Dampier

Vor allem die Art und Weise, in der der Zweite der Western Conference in Spiel fünf auftrat, macht Hoffnung. Nicht nur einzelne Spieler steigerten sich, auch die taktischen Veränderungen griffen: 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

Der Wechsel auf der Center-Position - Brendan Haywood für Eric Dampier - war eine überfällige Maßnahme. Mit Haywood war Dallas weitaus präsenter und aggressiver unter den Brettern.

In den ersten vier Spielen kam Dampier durchschnittlich auf etwa sieben Rebounds, eineinhalb Punkte und einen Blocked Shot pro Spiel. Haywood dagegen erzielte am Dienstag acht Punkte, griff sich acht Rebounds und blockte vier Würfe.

23 Fast-Break-Punkte

Zudem zogen die Dallas-Spieler bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Korb. Die Angriffe resultierten zwar nicht immer in Zählbarem, aber insgesamt war die Punktausbeute höher, als in den drei verlorenen Spielen - in denen es die Mavericks vornehmlich mit Sprungwürfen versucht hatten. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Entscheidend war aber die Erfolgsquote im Fast-Break-Spiel, 23 Punkte resultierten aus solchen schnellen Gegenstößen - bei weitem der höchste Wert in der Serie gegen San Antonio. Zum Vergleich: Den Spurs gelangen nur acht.

Im schnellen Umschalten von Defensive auf Offensive liegt für Coach Rick Carlisle auch der Schlüssel zum Erfolg in San Antonio. "Darauf wird es ankommen, das ist ziemlich klar", sagte der Trainer

"Als würde es kein Morgen geben"

Für Manu Ginobili lag der Unterschied auf der Hand: "Sie haben gespielt, als würde es kein Morgen geben - wir nicht", sagte der Spurs- Guard.

Spurs-Coach Gregg Popovich hatte allerdings auch nichts anderes erwartet: "Das Team, das mit dem Rücken zu Wand steht, wird immer das Letzte aus sich herausholen", sagte der viermalige Meistertrainer.

"Solche Spiele sind immer auch eine Sache des Willens."

Popovich schont Schlüsselspieler

Vielleicht begann Popovich deshalb bereits ab dem dritten Viertel damit, seine Schlüsselspieler für Spiel 6 zu schonen. 117580(DIASHOW: Die NBA-Comebacks nach 1:3)

Zusammen mit der Tatsache, dass sie vor heimischem Publikum antreten, macht das die Spurs eigentlich zum Favoriten.

Aber möglicherweise liegt der Druck jetzt ja auch bei Tim Duncan und Co., vor allem weil San Antonio ein siebtes Spiel unbedingt vermeiden will: Das bislang einzige Entscheidungsspiel ging in den Conference Semifinals 2006 an Dallas - dank 37 Punkten und 15 Rebounds von Nowitzki.

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