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Antonio Daniels erzielte vergangene Saison im Durchschnitt 8,4 Punkte pro Partie © getty

Die Spieler sind von der NBA Europa Live Tour vollends begeistert. Nur die Verletzungen bereiten den Washington Wizards Sorgen.

Aus Berlin berichtet Rainer Nachtwey

Berlin - Zwei Jahre und drei Tage ist es nun her, seit die NBA zuletzt in Deutschland ein Vorbereitungsspiel ausgetragen hat.

Am 10.Oktober 2006 setzten sich in der Kölnarena die Philadelphia 76ers 103:100 gegen die Phoenix Suns durch.

Damals hielten die großen Stars Allen Iverson, Chris Webber, Steve Nash und Shawn Marion die Massen in Atem.

734 Tage später, wenn mit den New Orleans Hornets und den Washington Wizards sich wieder zwei NBA-Teams in Deutschland gegenüberstehen (19.55 Uhr live im DSF), heißen die Idole der Fans in Berlin Chris Paul, Tyson Chandler, David West oder Caron Butler.

Stars von Berlin begeistert

Die Stars sind begeistert. Nicht nur die Halle hat es den Spielern wie Hornets-Forward David West angetan (hier im Sport1-Interview). "Ich bin das erste Mal in Europa. Es war witzig, Dollar in Euros umzutauschen. Ich freue mich schon darauf, mehr von der Stadt zu sehen", sagte New Orleans' Julian Wright zu Sport1.de.

Auch Antonio Daniels von den Wizards freut sich auf die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. "Das ist toll hier. Ich habe nun die Möglichkeit, Berlin kennen zu lernen. Das wäre mir sonst wohl entgangen", sagte er gegenüber Sport1.de.

Arenas fehlt verletzt

Neben Paul, West, Daniels und Co. hätten zwei weitere Namen in der nagelneuen O2-World für Furore sorgen sollen. Doch die Verletzungsmisere des letzten Jahres will bei den Wizards einfach nicht abreißen.

Mit Gilbert Arenas und Antwan Jamison fallen zwei der drei Topstars Washingtons aus.

Daniels ersetzt Arenas

Point Guard Arenas, der erst im Juli Berlin unter die Lupe genommen hatte (hier im Sport1-Interview), wird aufgrund einer erneuten Knieoperation noch bis Dezember fehlen.

Anstelle von Arenas wird Daniels die Rolle des Aufbauspielers einnehmen.

"Ich habe das bereits letzte Saison übernommen, als Gil verletzt gefehlt hat", sagte der erfahrene Guard zu Sport1.de.

"Ich bin seit zwölf Jahren hier in der Liga, da verspüre ich keinen Druck."

Jamison zum Saisonstart wieder fit

Jamison hingegen wird eher zurückkehren.

Ein Einsatz gegen die Hornets kommt zwar noch zu früh, mit nach Berlin ist er dennoch gereist und nahm auch am Training teil.

Er hatte sich im ersten Preseasonspiel gegen Dallas das Knie verdreht und wird frühestens in den letzten beiden Vorbereitungsspielen auflaufen.

"Es ist nicht so schlimm, wie zunächst angenommen", sagte der Forward. "Wir müssen von Tag zu Tag denken."

Haywoods Verletzung ein schwerer Schlag

Schlimmer getroffen als die Beiden hat es Wizards-Center Brendan Haywood. Der 28-Jährige zog sich im Training Camp eine Handgelenksverletzung zu und fällt vier bis sechs Monate aus.

"Die zusätzliche Verletzung von Brendan trifft uns schwer?", sagte Daniels zu Sport1.de.

"Mit den Beiden sind wir ein weitaus besseres Team. Wenn zwei unserer Starter für so eine lange Zeit ausfallen, müssen wir als Team noch mehr zusammenrücken."

Auf dem Transfermarkt wollen die Wizards trotz der Ausfälle nicht nachbessern. "Hoffentlich können wir die Stellung halten, bis die beiden wieder zurück sind", sagte Coach Eddie Jordan.

Anstelle von Haywood wird voraussichtlich Etan Thomas in der Startaufstellung von Berlin stehen.

Daniels vermisst Tochter

Die Spieler haben für die Europa-Tour ausschließlich lobende Worte übrig, auch wenn Daniels gegenüber Sport1.de eingestand:

"Ich vermisse meine kleine Tochter doch sehr. Wenn ich in Washington wäre, könnte ich die freie Zeit mit ihr verbringen. Aber das ist unser Job und außerdem lernen wir interessante Länder kennen."

Geografisch nicht vorstellbar

Für Commissioner David Stern spielt dies weniger eine Rolle. Er ist vielmehr an der weltweiten Vermarktung interessiert.

"Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns", erklärte Stern, als er bekannt gab, dass die deutsche Hauptstadt Teil der Europa-Tour wird.

"Deshalb bin ich froh, dass wir dieses Jahr in Berlin sein werden."

An eine mögliche Europa-Division in ferner Zukunft, wie sie von Stern einmal ins Gespräch gebracht wurde, glaubt Daniels nicht.

"Geografisch kann ich mir das nicht vorstellen. Aber wenn es doch kommen sollte, wäre das fantastisch. Schließlich spielen mittlerweile viele europäische Spieler in der NBA und haben großen Einfluss auf unser Spiel."

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