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Mitten im Gewühl: Im Kampf um den Ball fühlt sich Najera (blaues Trikot) am wohlsten © getty

Eduardo Najera soll auch in Spiel 6 den Einpeitscher geben und Dallas' Aus abwenden. Sein Sündenkonto ist an der Grenze.

Von Olaf Mehlhose

Dallas/München - Die Chancen stehen schlecht.

Wenn die Dallas Mavericks am Freitag zu Spiel 6 (ab 2 Uhr LIVESCORES) bei den San Antonio Spurs antreten, sind sie der klare Außenseiter.

Nicht nur, dass die Aussichten einen 1:3-Rückstand wettzumachen verschwindend gering sind - Dallas wäre erst das neunte Team in der NBA-Historie, dem das gelingt. Und ein Spiel 6 gewannen die Mavs erst einmal - bei neun Versuchen.

Zudem glauben viele Experten, die Mavs wären zu weich, um drei Spiele in Folge gegen mental starke Spieler wie Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker zu gewinnen (DATENCENTER: Erste Playoff-Runde).

Besondere Rolle für Najera

In dieser Situation kommt Eduardo Najera eine besondere Bedeutung zu. Der Mexikaner ist zwar nicht mit dem Talent gesegnet wie ein Dirk Nowitzki, aber weich ist er mit Sicherheit nicht.

Ganz im Gegenteil: Najera eilt der Ruf voraus, ein verdammt harter Knochen zu sein 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde).

Das gefällt ihm, und das gefällt auch den Mavericks.

Sperre droht

Dass der 32-Jährige seine Reputation nicht ganz zu unrecht besitzt, hat er in der Playoff-Serie gegen die Spurs nachhaltig bewiesen 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum).

Wegen harten Fouls gegen Tony Parker (ein Punkt) und Manu Ginobili (zwei) wurden gegen den Forward bereits drei Punkte für grobe Unsportlichkeit verhängt. Bei einem vierten müsste er für eine Partie aussetzen.

Trotzdem sieht sich Najera nicht als reinen Aggressiv-Leader.

"Ich sorge für Energie", sagt der 2,03-Meter-Kraftprotz von sich, der seine Stärken vor allem in der Defense sieht: "Das ist mein Spiel, die Offensive ist mir eigentlich egal."

"Du musst die Stellung halten"

Seine Spielweise beschreibt Najera wie folgt: "Du musst deine Stellung halten und wenn dich jemand angreift, schlägst du zurück. Es darf nur nicht zu weit gehen." (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Die Spurs würden wahrscheinlich widersprechen, und sagen, dass die Fouls an Ginobili und Parker das Maß des Erträglichen weit überschritten hätten.

Aber gerade diese kompromisslose Spielweise macht auch den besonderen Charme von Najera aus.

"Eddie war schon immer so", erklärt Brendan Haywood: "Als ich noch bei den Wizards gespielt habe, bin ich einmal mit ihm aneinandergeraten, weil er Gilbert Arenas andauernd gefoult hatte. Aber das ist nun mal sein Spiel."

Leidenschaft und Eindringlichkeit

Najeras Stärken könnten den Mavs gegen die Spurs in die Hände spielen. Der Hauptgrund für den Sieg in Spiel fünf waren nämlich nicht die taktischen Umstellungen, sondern die Art und Weise, in der die Mavericks auftraten.

Für 48 Minuten zeigte Dallas endlich die Leidenschaft und Eindringlichkeit, die das Team in den Spielen 2, 3 und 4 vermissen ließ.

Das lässt sich auch statistisch nachweisen: Die Mavericks schnappten sich 52 Rebounds - elf mehr als die Spurs, legten 20 Assists auf, griffen sich 14 Steals und blockten sieben Würfe.

Durch ständiges Attackieren des Korbs erarbeitete sich Dallas außerdem 33 Freiwürfe, von denen 23 versenkt wurden 117580(DIASHOW: Die NBA-Comebacks nach 1:3).

Intensität entscheidet Spiele

Auch wenn es bei den Mavericks noch nicht jeder weiß: Intensität entscheidet Spiele.

Beim ersten Aufeinandertreffen in den Playoffs sah die Statistik ähnlich aus (45:37 Rebounds, 23 Assists, 10 Steals, 4 Blocks, 25 von 34 Freiwürfen).

Will Dallas in San Antonio bestehen, müssen die Spieler hundertprozentigen Einsatz bringen - als wäre es das Wichtigste auf der Welt, ein Basketballspiel zu gewinnen

Dallas verfügt über einen Spieler, der dem Team helfen kann, diese Energie aufzubringen: Eduardo Najera.

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