Dirk Nowitzkis Titelmission ist abermals früh gescheitert. Nun überdenkt er seine Nibelungentreue - und damit seinen Status.

Auch Dirk Nowitzkis zehnter Playoff-Anlauf ist gescheitert - zum dritten Mal in vier Jahren in der ersten Runde.

Der All-Star der Dallas Mavericks taugt zwar angesichts seiner Leistungen in den 82 Saisonspielen und in der K.o.-Runde nicht als Sündenbock - doch er ist unweigerlich die Hauptfigur. Schließlich sind die Titelambitionen der Mavs auch seine eigenen, schließlich ruhen sie vor allem auf den Schultern des Franken.

Und der wähnte sein Team nach dem Erreichen des zweiten Setzlisten-Platzes im Westen besser als 2006, als die Texaner in den Finals schon 2:0 geführt hatten, bevor sich doch Miami den Titel schnappte.

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Doch lange bevor die Mavs auf Hochkaräter wie Titelverteidiger L.A. Lakers oder die in der regulären Saison herausragenden Cleveland Cavaliers hätten treffen können, steht Nowitzki wieder mal als frustrierter Zuschauer da. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Die Kluft zur Spitze ist trotz zweier Tauschgeschäfte, zuletzt dem vielgelobten mit Spiel-5-Held Caron Butler, nicht kleiner geworden, aber Nowitzki ein Jahr älter.

Allerdings bietet sich dem 31-Jährigen nun die Chance, aus seinem Vertrag auszusteigen und zu einem aussichtsreicheren Klub zu wechseln.

Gleich nach dem Ausscheiden kündigte er an, alle Optionen zu prüfen - nachdem er sich in den letzten Jahren stets in Nibelungentreue zu Dallas bekannt hatte.

Er würde nicht nur das Team und die Stadt verlassen, die seit 1999 an den damals schmächtigen Deutschen geglaubt und auf ihn gebaut haben. Er müsste auch den Status des Alphatiers eines Topteams aufgeben.

Denn eins ist klar: Den Superstars der Liga wie Kobe Bryant und LeBron James ordnen sich andere Topkräfte wie Pau Gasol und Shaquille ONeal für kleines Geld unter. Alle Zugänge der Mavs in den letzten Jahren, die als Nowitzkis Co-Star gedacht waren, hatten dieses Format nicht.

Bei einem Wechsel müsste Nowitzki wohl auch den Co-Star spielen. Aber das wäre wohl das kleinere Übel: Die Öffentlichkeit beurteilt Spielerkarrieren nach Titeln - und Nowitzki sich selbst auch.

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