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Bald in einem Team? Dirk Nowitzki (M.) und LeBron James beim All-Star Game 2010 © getty

Wollen die Mavericks auf dem Free-Agent-Markt mitreden, dann muss ein Umbruch her. SPORT1 erklärt, welche Spieler sich Dallas leisten könnte.

Von Jessica Pulter

München/Dallas - Nach dem Erstrunden-Aus gegen die San Antonio Spurs wird eine Wahrheit für die Dallas Mavericks immer offensichtlicher.

Die Mannschaft um Dirk Nowitzki braucht dringend einen weiteren Starspieler, wenn es mit dem Titel für den Deutschen und das Team doch noch etwas werden soll.

Doch der Salary Cap schwebt wie ein Damokles-Schwert über den Köpfen der Verantwortlichen bei den Texanern.

Wollen Besitzer Mark Cuban und Manager Donnie Nelson ein Wörtchen auf dem Free-Agent-Markt mitreden, dann müssen sich die Mavericks von einigen Spielern trennen.

SPORT1 beleuchtet die Fragen, welche Spieler sich Dallas im Sommer leisten könnte, wer dafür das Team verlassen muss und welche Hintertür es für die Mavs gibt.

James oder Wade sind zu haben

Der Free-Agent-Markt ist in diesem Jahr mit Hochkarätern gespickt wie schon lange nicht mehr: LeBron James von den Cleveland Cavaliers, Dwyane Wade von den Miami Heat oder Chris Bosh von den Toronto Raptors sind nur die absolute Spitze des Eisbergs.

Doch diese Spieler wollen in den kommenden Jahren nicht nur zu einem Team, das Chancen auf den Titel hat, sie wollen dafür auch gut bezahlt werden.

Alle drei Spieler verdienen momentan um die 15 Millionen Dollar, für den nächsten Vertrag werden sie sicherlich auf 20 Millionen und mehr spekulieren. Damit wäre schon gut ein Drittel des gesamten Salary Caps - der maximale Wert, den alle Spielergehälter eines Teams nicht überschreiten dürfen - aufgebraucht. Der Cap wird wohl bei knapp unter 60 Millionen Dollar liegen.

Dampier müsste gehen

Um für einen solchen Superstar Platz zu schaffen, muss sich Dallas von Spielern trennen, die das Gehaltsgefüge unnötig stark belasten.

Will man Nowitzki halten, wie Cuban es immer wieder beteuert, dann muss man Erick Dampier auf jeden Fall loswerden. Der Center spielte eine schwache Saison und würde dennoch im kommenden Jahr rund 13 Millionen Euro Gehalt einstreichen. 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

Allerdings sind die Aussichten, Dampier zu traden und damit seinen Vertrag abzugeben, nach den durchwachsenen Leistungen eher gering.

Kein Trade ohne Extras

Ein Wechsel des Centers zu einem anderen Team kommt wohl nur in Frage, wenn die Mavericks noch ein paar Extras dazupacken. Das könnten weitere Spieler wie Caron Butler, DeShawn Stevenson und Rookie Roddy Beaubois sein. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Aber kommt das überhaupt in Frage? Butler und Beaubois haben die Mannschaft merklich verstärkt, ihr Trade würde wieder Lücken auf anderen Positionen hinterlassen.

Dallas würde wohl lieber Geld und Draft-Picks mit Dampier in die Waagschale werfen.

Nutzt Dallas eine Tarif-Klausel?

Wahrscheinlicher scheint deshalb die Möglichkeit, dass man Dampier ausbezahlt. Im Tarifvertrag des Salary Caps aus dem Jahr 2005 gibt es eine Amnestie-Klausel, dass ein Team genau einen Spieler aus dem seinem Kader streichen kann, so dass sein Gehalt nicht mehr zum Salary Cap zählt.

Gezahlt werden muss das Gehalt an den Spieler aber trotzdem, so dass Dampier wahrscheinlich 13 Millionen fürs Nichtstun einstreicht.

Dampiers Gehalt ist nicht genug

Sollte Besitzer Cuban in diesen sauren Apfel beißen, dann wären die Millionen wieder frei. Für James, Wade oder Bosh würde es dennoch nicht reichen.

Zwar werden durch Brandan Haywood und Tim Thomas, die diesen Sommer ebenfalls Free Agents werden, weitere sieben Millionen Dollar frei. Doch wenn man Dampier loslässt, dann sollte Haywood unbedingt gehalten werden, um nicht ganz ohne Center dazustehen.

Dallas müsste demnach weitere Umstrukturierungen vornehmen oder mit dem Makel leben, für jeden Dollar über den Cap einen weiteren Dollar als Luxussteuer an die NBA zu bezahlen. 232005(DIASHOW: Zweite Playoff-Runde)

Es gibt weitere Alternativen

Ob es mit einem dieser 1-A-Spieler klappt, hängt allerdings von einem weiteren, nicht ganz unbedeutenden Aspekt ab. James, Wade oder Bosh müssen überhaupt nach Dallas kommen wollen.

Bosh ist in Dallas geboren, für ihn könnte somit die Entscheidung leichter fallen. Doch bei James und Wade dürfte das Gehalt keine unbedeutende Rolle spielen.

Die Mavericks sollten sich daher auch unter den etwas günstigeren Stars wie Joe Johnson (Atlanta), Rudy Gay (Memphis) und Raymond Felton (Charlotte) umschauen, zumal man mit Nowitzki ja schon einen 1-A-Spieler hat.

Carlisle glaubt an Verstärkungen

Es hängt also alles an Besitzer Cuban. Je tiefer er bereit ist, in seine Geldbörse zu greifen, desto wahrscheinlicher wird die Verpflichtung eines Top-Spielers.

Trainer Rick Carlisle, über dessen Verbleib bei den Mavs ebenfalls diskutiert wird, ist sich gegenüber den "Dallas Morning News" aber sicher: "Mark Cuban und Donnie Nelson sind nicht abgeneigt, neben Nowitzki und Kidd noch einen weiteren Star zu verpflichten. Sie sind die Besten, wenn es darum geht, Möglichkeiten zu finden. Und das mit einer hohen Geschwindigkeit."

Durch das frühe Aus der Mavericks haben die beiden zumindest ausreichend Zeit, die Fühler auszustrecken und ihre Strategie für die Wechselperiode auszutüfteln, denn die heiße Phase startet erst in zwei Monaten.

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