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Steve Nash (l.) trug 19 Punkte zum zweiten Sieg der Suns gegen San Antonio bei © getty

Phoenix protestiert im zweiten Spiel gegen San Antonio gegen ein umstrittenes Gesetz - und erhöht in der Serie auf 2:0.

Von Martin Hoffmann

München - Die Phoenix Suns hatten ihr Statement vorher angekündigt - und es hatte Wellen geschlagen, die bis ins Weiße Haus reichten.

US-Präsident Barack Obama sprach vor dem zweiten Spiel des West-Halbfinals Phoenix gegen San Antonio vom Duell der Spurs gegen "Los Suns" (SERVICE: Der Playoff-Baum).

Mit diesem Aufdruck auf den Trikots protestierten die Suns gegen ein kürzlich verabschiedetes Gesetz in Ihrem Heimatstaat Arizona, das die Polizisten verpflichtet, jeden, den sie für einen illegalen Einwanderer halten, zu stoppen und zu kontrollieren.

Phoenix würdigte mit dem Trikotschriftzug die Lateinamerikaner, die sich von besagtem Gesetz pauschal diskriminiert fühlen.

Aber die Suns setzten nicht nur ein politisches, sondern auch ein sportliches Zeichen: Sie gewannen nach dem 111:102-Auftaktsieg auch ihr zweites Heimspiel mit 110:102 (51:51) und erhöhten damit die Führung in der Best-of-Seven-Serie auf 2:0 (DATENCENTER: Zweite Playoff-Runde).

Ungewohnt treffunsicher

Die Hausherren im US Airways Center taten sich dabei aber in der Offensive ungewohnt schwer 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde).

Von der sonst üblichen Treffsicherheit der Suns war diesmal wenig zu merken. Wo sie in der regulären Saison 49,2 Prozent der Würfe aus dem Feld versenkten - Ligabestwert - waren es diesmal nur 42 und gar nur 35 in der ersten Hälfte.

Als Konsequenz lag Phoenix zu Beginn des zweiten Viertels zwischenzeitlich mit elf Punkten in Rückstand.

Frye zielsicher aus der Distanz

Aber die Suns kämpften sich in die Partie - mit einer Mischung aus besserer Verteidigung, mehr Rebounds (49:37) und größerer Sicherheit von der Freiwurf- und Dreierlinie.

Phoenix versenkte insgesamt 29 Freiwürfe, 14 mehr als die Gäste, und konnte sich aus der Distanz vor allem auf Channing Frye verlassen: Er traf bei sechs Versuchen fünfmal von der Dreierlinie.

Phoenix glich bis zur Halbzeit auf 51:51 aus, führte am Ende des dritten Viertels mit 78:76 - und machte in der Schlussphase den Sack endgültig zu.

Als rund sechs Minuten vor Schluss Steve Nash, Jason Richardson und Amare Stoudemire von der Bank kamen, schlossen die Suns fünf Angriffe hintereinander erfolgreich ab.

Stoudemire bester Scorer

Stoudemire war mit 23 Punkten bester Scorer der Suns, dazu gelangen ihm elf Rebounds.

Die Spurs stehen nun vor ihrem ersten Heimspiel in der Nacht zum Samstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) schon unter massivem Druck.

Ihnen nutzte es am Ende nichts, dass Tim Duncan mit 29 Punkten (zehn Rebounds) bester Werfer der Partie war. Ebenso wenig half die Tatsache, dass die Texaner mit einer Wurfquote von 50,6 Prozent weit treffsicherer waren.

Ginobili effektiv ausgeschaltet

Eine Ausnahme bildete Guard Manu Ginobili, der zwar elf Vorlagen lieferte und Antreiber der Offensive war. Bei eigenen Würfen gelang ihm aber wenig: Die ersten fünf gingen daneben, letztlich trafen nur zwei von acht ins Ziel.

Es war der 37 Jahre alte Routinier Grant Hill, der effektiv gegen Ginobili verteidigte und damit eine wichtige Waffe der Gäste entschärfte.

Der Argentinier konnte hier nicht auf die Solidarität von "Los Suns" mit den Latinos bauen.

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