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NBA-Ligachef David Stern (r.) mit Timothy Leiweke © getty

Liga-Chef Stern zieht ein positives Fazit nach dem NBA-Gastspiel in Berlin. Er stellt der Hauptstadt ein Saisonspiel in Aussicht.

Aus Berlin berichtet Rainer Nachtwey

Berlin - Washingtons Coach Eddie Jordan schritt angefressen an der wartenden Journalisten-Meute vorbei. Er wolle nichts dazu sagen.

Die erste Halbzeit bei der 80:96-Niederlage im Vorbereitungsspiel seiner Washington Wizards gegen die New Orleans Hornets in der O2-World von Berlin hatte dem Coach überhaupt nicht gefallen.

Wizards-Forward Antawn Jamison, der aufgrund einer Knieverletzung die Partie nur in Zivil verfolgte, brachte die Leistung schnell auf einen Punkt: Vorne nichts getroffen und hinten schlecht verteidigt.

"Wir müssen jetzt nach vorne schauen und aus diesen Fehlern lernen", sagte der 32-Jährige zu Sport1.de.

Gute Aussichten für London und Berlin

Jamison ist nicht der Einzige, der in die Zukunft blickt. NBA-Commissioner David Stern war von der Gastgeber-Rolle Berlins sehr beeindruckt: "Eine phänomenale Halle."

Und er nannte die Hauptstadt als einen von derzeit zwei Kandidaten für die Ausrichtung eines Saisonspiels.

"Wir haben von unseren Freunden vom Football, die letztes Jahr in London ein Regular-Season-Spiel ausgetragen haben, einiges gelernt und deshalb glaube ich, dass es sehr gut möglich ist, dass wir noch vor den Olympischen Spielen in London Saisonspiele in Europa sehen werden. Ob sie in London oder Berlin sind, müssen wir jetzt noch nicht entscheiden", sagte der Liga-Chef.

"Auf jeden Fall sind bei beiden Städten die Rahmenbedingungen für solch eine Tour bereits vorhanden."

Alle Partien ausverkauft

Denn es muss auch das Finanzielle stimmen. "Wir müssen weiter das Interesse am NBA-Basketball fördern - sowohl bei den Fans, als auch in der Wirtschaft", führte Stern weiter aus. "Dafür müsse man Geduld aufbringen."

Seitens der Fans dürfte es in dieser Hinsicht keine Bedenken geben. "Wir hatten zwei tolle Spiele zwischen den New Jersey Nets und den Miami Heat in Paris Bercy und in London. Beide Begegnungen waren ausverkauft. Und auch die dritte Partie unserer Tour ist ausverkauft", sagte der 66-Jährige.

Zwei weitere deutsche Städte im Blick

An seinem Plan von einer europäischen Division in der NBA hält Stern weiter fest. "Letztes Jahr habe ich gesagt, es dauert noch zehn Jahre. Nun sage ich: In neun Jahren ist das durchaus möglich. Derzeit gibt es aber, abgesehen von Berlin und London, noch zu wenig NBA-taugliche Hallen in Europa", meinte Stern.

Als mögliche weitere Kandidaten nannte er Köln, Hamburg, Prag, Barcelona, Mailand und Madrid. Allerdings seien die Pläne für geeignete Arenen noch nicht weit genug vorangeschritten.

Stern fliegt nach Peking

Barcelona wird eine erste Visitenkarte am Freitag abgeben. Bis dahin dürfte sich die Laune von Washingtons Trainer Jordan wieder gebessert haben.

Nicht vor Ort wird dann allerdings Commissioner Stern sein. Er fliegt stattdessen nach Peking, wo sich die Golden State Warriors und die Milwaukee Bucks gegenüberstehen.

Denn nicht nur den europäischen, sondern auch den asiatischen Markt will Stern erobern.

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