vergrößernverkleinern
Derek Fisher spielte schon von 1996 bis 2004 für die Lakers © getty

Derek Fisher wirft die Lakers zum dritten Sieg über seinen Ex-Klub Utah. Der Meister ist nun fast sicher im Conference-Finale.

Von Martin Hoffmann

München - Derek Fisher war vor drei Jahren noch Teil der Utah Jazz.

Der Spielmacher-Routinier bat die Kluboberen von Salt Lake City damals jedoch um seine Vertragsauflösung, damit er zurück zu den Los Angeles Lakers konnte.

Es war kein Wechsel aus sportlichen Gründen: Bei Fishers Tochter Tatum war ein Tumor zwischen Auge und Gehirn festgestellt worden. Fisher ging zurück nach Los Angeles, weil er sich von den dort ansässigen Spezialisten bessere Behandlungserfolge erhoffte.

Obwohl Fisher durch den aufgelösten Deal acht Millionen Dollar entgingen, nimmt ihm ein Teil der Jazz-Fans den Wechsel bis heute übel.

Beim dritten Duell der Jazz mit den Lakers bekam Fisher die Abneigung besonders lautstark zu hören: Er wurde immer wieder ausgebuht, es gab auch "Fisher-sucks!"-Rufe. Fisher antwortete beim 111:110-Erfolg der Lakers auf seine Weise 232005(DIASHOW: Zweite Playoff-Runde).

Dreier 27 Sekunden vor Schluss

27 Sekunden vor Schluss versenkte er nach Zuspiel von Kobe Bryant einen Distanzwurf und stellte die entscheidenden drei Punkte für sein Team sicher.

Es war die Schlusspointe eines besonders im letzten Viertel turbulenten Spiels - und der Vorbote von Utahs Playoff-K.o. (DATENCENTER: Zweite Playoff-Runde)

Die Lakers führen im Conference-Halbfinale nun mit 3:0 - ein Vorsprung, den in der NBA-Geschichte noch kein Team verspielt hat (SERVICE: Der Playoff-Baum). In der Nacht zum Dienstag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) kann L.A. in Salt Lake City alles klar machen.

35 Punkte von Bryant

Superstar Kobe Bryant war mit 35 Punkten mal wieder bester Werfer seines Teams. Aber es waren diesmal andere, die die schöneren Geschichten lieferten.

Wie eben Fisher, der nicht nur wegen seiner 20 Punkte seine bislang beste Playoff-Leistung in dieser Saison zeigte.

Artests Twitter-Affäre

Und dann war da auch noch Ron Artest, der unter der Woche noch für eine bizarre, kleine Affäre gesorgt hatte.

Über den Internet-Dienst Twitter hatte er sich beschwert, dass Coach Jackson mehrfach in den Medien Kritik an ihm geübt hatte, ehe er mit ihm selbst das Gespräch gesucht hätte.

Artest dichtete über Jackson gar: "Every pray he can somehow shut his yapper." Grob übersetzt: Er möge einfach mal den Mund halten.

Klare Botschaft auf dem Platz

Artests Bruder behauptete hinterher, der Account seines Bruders wäre gehackt worden.

Wie glaubwürdig die Behauptung war, ließ sich an Artests Reaktion darauf ablesen, der die Hacker-These nicht bestätigen wollte und die Reporter stattdessen bat, das mit seinem Bruder auszudiskutieren.

Auf dem Platz kam von Artest eine klare Botschaft: 20 Punkte und vier verwandelte Drei-Punkte-Würfe bei sieben Versuchen - zuvor war seine Quote in den Playoffs bei 16,7 Prozent gelegen.

Utah vor der Pause vorn

18 Punkte und alle Dreier Artests kamen in der zweiten Hälfte, in der die Lakers sie auch gut gebrauchen konnten.

Das erste Viertel hatte Utah noch mit 22:17 gewonnen, bis zu Halbzeit hielten die Jazz eine 54:50-Führung.

Bis dahin lief alles darauf hinaus, dass sich das Szenario der beiden Playoff-Duelle der vergangenen Jahre wiederholte: Utah hatte da beide Male sein erstes Heimspiel gewonnen.

Fünf-Punkte-Rückstand eine Minute vor Schluss

Im dritten Viertel steigerten sich die Lakers aber und führten am Ende mit 82:80, ehe es dann im Schlussdurchgang richtig hoch herging.

Zwölf Mal wechselte die Führung hin und her, eine Minute vor der Endsirene lag Utah mit fünf Punkten in Führung.

Bryant brachte sein Team mit einem Dreier wieder in Schlagdistanz, dann kam der erfolgreiche Wurf von Fisher zum 109:108, der hinterher auch noch entscheidend dazu beitrug, den Vorsprung zu sichern.

Fisher zeigt Hartnäckigkeit

Er hinderte Carlos Boozer an einem Korbleger und Deron Williams mit einem Foul an einem möglichen Drei-Punkte-Wurf, der den Jazz nach zwei verwandelten Bryant-Freiwürfen noch den Ausgleich hätte einbringen können.

"Seine Hartnäckigkeit ist ein Faktor für uns", lobte Trainer Phil Jackson Matchwinner Fisher.

Die negativen Reaktionen seiner Ex-Fans waren ihm offensichtlich ein Ansporn.

Teamkollege Shannon Brown dachte sich deshalb hinterher: "Es wäre doch nett, wenn Fish überall so ausgebuht werden würde wie hier."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel