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Frustriert: Josh Smith, Mike Bibby und Joe Johnson (v.l.n.r.) © getty

Orlando erniedrigt Atlanta auch vor eigener Kulisse und geht mit 3:0 in Führung. Atlantas Starakteur enttäuscht erneut.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist lange her, dass ein Team eine Playoff-Serie in der NBA so dominiert hat wie aktuell die Orlando Magic.

1986 war es, die Los Angeles Lakers mit Magic Johnson im besten Alter und einem sich dem Ruhestand nähernden Kareem Abdul-Jabbar fegten die San Antonio Spurs dreimal hintereinander vom Platz, mit einem durchschnittlichen Vorsprung von 31,7 Punkten.

Die Magic führen die Atlanta Hawks derzeit ähnlich konsequent vor: Mit 29,0 Punkten ist Orlando dem Team aus Georgia bislang im Schnitt voraus.

Auch vor eigener Kulisse wurden die Hawks im dritten Spiel nun regelrecht erniedrigt: Mit 75:105 (33:52) verloren sie gegen Dwight Howard und Co. - die höchste Heimpleite in Atlantas Playoff-Geschichte 232005(DIASHOW: Zweite Playoff-Runde).

Double-Double von Howard

Howard legte mit 21 Punkten und 16 Rebounds wie fast immer ein souveränes Double-Double hin, aber er stach nicht so heraus wie sonst.

Das ganze Team überzeugte durch die Bank. Jeder, den Coach Stan Van Gundy aufs Feld schickte, trug sich in die Scorerliste ein, fünf Spieler punkteten zweistellig.

In der Verteidigung glänzten die Magic noch mehr, Atlanta kam nur zu einer fast peinlichen Wurfquote von 35 Prozent.

Smith schubst Kameramann

Den Hawks war der Frust über die Lehrstunde anzusehen. Josh Smith schubste in der Halbzeitpause gar einen Kameramann weg, als der ihm beim Verlassen des Feldes folgen wollte.

"Eine harte, eine hässliche Niederlage", rang Shooting Guard Joe Johnson hinterher nach Worten: "Beschämend."

Johnson - der von 15 Würfen nur drei versenkte und lediglich acht Punkte schaffte - musste dieses Wort ausdrücklich auch auf sich selbst beziehen.

Die diesjährige Endrunde ist ein einziges Desaster für den Shooting Guard: Sein Wurfquote liegt bei 31 Prozent, gegen die Magic sind es sogar nur 29. Sein Punkteschnitt ist in den Playoffs von 21,3 in der regulären Saison auf 13,3 gesunken (DATENCENTER: Zweite Playoff-Runde).

Beschädigter Marktwert

"Die Leute wollen Führung von mir", erkannte Johnson selbstkritisch: "Wenn ich aber so spiele, ist es für uns fast unmöglich zu gewinnen."

Den Schaden haben nicht nur die Hawks, die mit einem 0:3-Rückstand dem Untergang geweiht sind - in der Nacht zum Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) könnte es schon so weit sein (SERVICE: Der Playoff-Baum).

Johnson beschädigt seinen Marktwert ausgerechnet in den wohl letzten Spielen, bevor er als Free Agent auf den Markt kommt.

Sein Leistungsloch dürfte ihn einige Millionen Dollar bei den anstehenden Vertragsverhandlungen kosten.

Unfreundliche Worte an die Fans

Mit den Fans in Atlanta würde Johnson im Falle eines Wechsels auch nicht im Guten auseinandergehen. In der zweiten Hälfte erntete er zunehmend Buhrufe für seine Leistung.

Und was er hinterher als Reaktion darauf über die Fans sagte, dürfte ihm auch keine Sympathiepunkte einbringen: "Darüber rege ich mich nicht auf. Es könnte mir nicht egaler sein, ob sie hier auftauchen oder nicht."

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