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Mark Cuban und Dirk Nowitzki arbeiten seit 2000 gemeinsam bei den Mavs © getty

Dirk Nowitzki ist nach der Olympia-Qualifikation der deutschen Basketballer überglücklich. Sein Chef, Teambesitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban hingegen hält die Spiele für heuchlerisch.

Von Tobias Kimmel

München - Der 96:82-Sieg gegen Puerto Rico und die damit verbundene Last-Minute-Olympia-Qualifikation in Athen machten Dirk Nowitzki am Sonntag überglücklich.

Der NBA-Star sprach im Rausch der Gefühle vom "absoluten Höhepunkt" seiner Karriere in der Nationalmannschaft.

"Das ist jetzt wirklich die Krönung, noch zu den Olympischen Spielen zu fahren", schwärmte Nowitzki.

Mit den Spielen 2000 und 2004 hatte es für "Dirk Deutschland" nicht geklappt. Jetzt wird er sogar als Fahnenträger des deutschen Aufgebots in Peking gehandelt.

Auf der anderen Seite des Planeten, in Dallas/Texas, kann sich Mark Cuban indes überhaupt nicht mit seinem wichtigsten Spieler freuen. Werbung

"Es geht ums Geld"

Der Teambesitzer der Dallas Mavericks hat seine ganz eigene Ansicht von Olympia, wie er bereits vor der fixen Qualifikation der Deutschen per E-Mail an die "Dallas Morning News" kundgetan hatte.

"Ich hasse es, dass wir uns selbst belügen und so tun, als ginge es darum, das eigene Land zu repräsentieren", meckerte Cuban. "Darum geht es nicht. Es geht ums Geld!"

Cuban bangt um die Gesundheit und Fitness seiner Stars. Neben Nowitzki stellt Cuban auch noch Jason Kidd für die Olympischen Spiele ab. Der Point Guard wird mit dem Team USA versuchen, an goldene Zeiten anzuknüpfen.

Heuchlerische Idee

Nowitzkis Arbeitgeber erklärt: "Es ist ja nicht so, dass ich die Vorstellung nicht mag, dass man sein Land vertritt. Wenn die Olympischen Spiele wirklich ein nationales Unterfangen im Zeichen des Sports wären und somit ein öffentliches Staatsgut, wäre ich dazu bereit, das Risiko zu tragen und ihre Teilnahme zu unterstützen."

Doch da diese Idee heuchlerisch sei, sieht der Internet-Milliardär die Spiele ausschließlich vom wirtschaftlichen Aspekt.

Die Olympia-Arbeit sei nicht sonderlich gut bezahlt. Im Gegenzug erzielen die TV-Übertragungen und Werberechte aber Milliarden-Gewinne, während "für uns ein enormes Risiko entsteht".

Versicherung kostet 200.000 Dollar

Mit "uns" spricht Cuban stellvertretend für alle Teambesitzer, die "die Jobs der Spieler finanzieren, so dass sie ihre Familien versorgen können".

"Es ist doch erstaunlich, dass Free Agents nicht mitspielen, aber Akteure mit festen Verträgen hinfahren", meint der Mavs-Boss.

Die Versicherung für Nowitzki kostet den DBB in diesem Sommer angeblich allein 200.000 Dollar.

Doch im Vergleich zu den meisten Stars der Fußball-Bundesliga dürfen die NBA-Spieler nach Peking reisen.

Verständnis für Nowitzki

Pau Gasol (Los Angeles Lakers) darf für Spanien spielen, Manu Ginobili (San Antonio Spurs) für Argentinien und die US-Boys um Kobe Bryant und LeBron James für die Vereinigten Staaten.

Ausnahme ist Center Zydrunas Ilgauskas von den Cleveland Cavaliers, der seinem Verein wegen Verletzungen schon oft gefehlt hat. Die Cavs verbieten dem Litauer die Olympia-Teilnahme.

"Mir gefällt es, wie sie das gelöst haben", sagt Cuban. So weit möchte er mit Nowitzki jedoch nicht gehen. "Ich würde es nicht so machen, obwohl wir unterschiedliche Ansichten haben. Ich weiß, dass Dirk das wichtig ist."

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