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"Ich bin Hundefutter. Und zum Glück bin ich das teure Hundefutter, das, was alle haben wollen. Ich bin das Hundefutter mit der besten Qualität. Ich bin das Chappi der NBA."
Shaquille O'Neal wurde bislang 15 Mal ins All-Star-Team der NBA berufen © getty

O'Neal ist noch nicht satt und plant auch die nächsten drei Jahre auf Korbjagd zu gehen - die Cavs bleiben dabei eine Option.

Von Ingo Weber

München - Er ist seit 17 Jahren dabei und offenbar kein bisschen müde.

Das Playoff-Aus der Cleveland Cavaliers ist gerade einmal einen Tag alt, da meldet sich Superstar Shaquille O'Neal zu Wort und spricht offen über eine Fortsetzung seiner erfolgreichen Karriere. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

"Natürlich spiele ich weiter", sagte der 15-malige All-Star gegenüber dem "Cleveland Plain Dealer".

Der Center ist mittlerweile 38 Jahre alt und hat viermal den NBA-Titel gewonnen (2000-2002, 2006).

"Habe noch 3,7 Jahre vor mir"

Doch der Hunger auf Erfolg ist nicht gestillt. "Ich habe aufgrund von Verletzungen 360 Spiele verpasst, wenn ich das hochrechne, dann habe ich noch 3,7 Jahre vor mir", erklärte Shaq. 76464(DIASHOW: Shaq-Attack - Seine besten Sprüche)

Zu diesem Zeitpunkt wäre O'Neal 41 Jahre alt, was aber nicht das einzig interessante an dieser Aussage ist.

Verteilt man 360 Spiele auf 3,7 Jahre, so käme man im Schnitt auf 97 Einsätze, was im Optimalfall bedeuten wurde, dass er in jedem Jahr auch in der K.o.-Runde ein Wörtchen mitsprechen möchte.

Mit welchem Klub der dreimalige Finals-MVP in der kommenden Saison auf Titeljagd geht, ließ er aber offen.

Shaq ist Free Agent

Genau wie sein Mitspieler LeBron James ist O'Neal ein Free Agent, seine Zukunft damit ungewiss.

"Wir müssen uns die Zeit nehmen und über den nächsten Schritt nachdenken. Jeder wird für sich die beste Option ziehen", analysierte Shaq.

Auch ein Verbleib bei den Cavs scheint nicht ausgeschlossen. O'Neal erklärte, dass er die Zeit in Cleveland genossen habe und sich vorstellen könne, auch in der nächsten Spielzeit das Trikot der Cavaliers zu tragen.

Einen Ring für James

Bei seiner Ankunft in Cleveland im Juni 2009 hatte er erklärt, er wolle "einen Ring für 'King' James gewinnen."

Beim ersten Versuch machten jedoch die Boston Celtics einen Strich durch diese Rechnung. 232005(DIASHOW: Zweite Playoff-Runde)

Durchaus vorstellbar also, dass das Duo eine zweite, gemeinsame "Mission Titel" bei den Cavaliers angeht.

Als ein Spieler, der seinem Klub bereits nach einem Jahr den Rücken kehrt ist Shaq an sich nicht bekannt.

Als Rookie zum All-Star

Bei seinem ersten Profi-Team, den Orlando Magic, spielte er für vier Jahre (1992-1996). Bereits in seiner ersten Saison glänzte er mit 23,4 Punkten im Schnitt und wurde als erster Rookie seit Michael Jordan 1985 ins All-Star-Team berufen.

In seiner dritten Saison war er erstmals der erfolgreichste Werfer der Hauptrunde (29,3 Punkte) und musste bei der Wahl des MVP nur David Robinson den Vortritt lassen.

In den NBA-Finals mussten sich die Magic den Houston Rockets um Hakeem Olajuwon und Clyde Drexler geschlagen geben.

Drei Titel mit den Lakers

Die längste und erfolgreichste Periode hatte er bei den Los Angeles Lakers (1996-2004), mit denen er drei Jahre in Folge den NBA-Titel gewonnen hatte.

Shaq hatte entscheidenden Anteil am Titel-Hattrick und wurde in dieser Zeit auch dreimal zum Finals-MVP gewählt.

Es folgten vier Jahre in Miami (2004-2008), wo er seinen bislang letzten Titel feiern konnte. 2006 schlug er mit den Heat in den Finals Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:2.

Nur seine letzte Station bei den Phoenix Suns ging lediglich von Februar 2008 bis zum Ende der Saison 08/09. Man darf spekulieren, ob er sich bei den Suns als Nummer zwei oder drei hinter Amare Stoudemire und Steve Nash nicht rundum wohlgefühlt hatte.

Klub-Suche mit Bedacht

Sollte O'Neal die Cavaliers wirklich verlassen, so wird er sich seinen neuen Klub also mit Bedacht aussuchen.

Wagt er noch einmal den Versuch, bei einem Team anzuheuern, wo er stärker im Rampenlicht steht oder fügt er sich seiner Rolle als Nummer zwei, wie zuletzt bei den Cleveland Cavaliers?

Um noch einmal den NBA-Thron zu besteigen, wird ihm sicher jedes Mittel recht sein.

Shaq "jagt" Chamberlain

Dazu kann O'Neal auch in diversen Bestenlisten noch nach oben klettern:

In der ewigen Punkteliste steht der Center mit 28.255 auf Platz fünf. Bei den Rebounds steht er mit 12.921 auf Platz 14, dort ist durchaus noch ein Sprung unter die Top Ten möglich.

In einer Statistik jagt Shaq sogar einen ewigen Rekord - allerdings keinen positiven. Mit einer Quote von 52,7 Prozent verwandelter Freiwürfe schleicht er auf den Spuren von Wilt Chamberlain (51,1). Insgesamt 5259 Freiwürfe setzte er in seiner Karriere bereits neben den Korb.

Abstriche sind einzuplanen

Wie begehrt Shaq noch ist, ist allerdings fraglich: Die Klasse alter Tage hat er nicht mehr, er ist verletzungsanfällig geworden (29 verpasste Spiele in der Saison), in den Playoffs blieb er unauffällig.

Finanziell muss O'Neal auch Abstriche machen: Ein Jahresgehalt von 20 Millionen Dollar, mit dem er in der noch laufenden Spielzeit sogar LeBron James (15.779.000) in den Schatten stellt, ist nicht mehr annähernd drin.

Seine Ankündigung, trotzdem weiter zu machen, zeigt allerdings, dass er auch im fortgeschrittenen Sportleralter nicht von seiner Passion lassen kann.

Er hatte es schon eimal angedeutet, als er einmal erklärte, wie er später gerne einmal in Erinnerung bleiben würde: "Er spielte bis er 60 war. Und er wollte bis er 60 war immer noch das Maximum-Gehalt."

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