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LeBron James und Mike Brown arbeiteten von 2005 - 2010 gemeinsam bei den Cavs © getty

Nach der Entlassung von Mike Brown bei den Cavaliers erhoffen sich die Klub-Verantwortlichen ein positives Zeichen vom MVP.

Von Ingo Weber

München - Die Cleveland Cavaliers haben ihren Head Coach Mike Brown entlassen. Dies gab der Klub am Montag bekannt.

"Nach einer langen Analyse der Umstände, die zum frühen Scheitern in den beiden vergangenen Playoffs geführt haben, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass die Cavaliers sich in eine andere Richtung bewegen müssen", wird Besitzer Dan Gilbert in einer ersten Mitteilung zitiert.

Damit handelten die Cavs noch vor Ablauf einer Frist, die dem 40-jährigen Brown sein Gehalt von $4,5 Millionen für die kommende Saison zugesichert hätte. Sein Vertrag wäre 2011 ausgelaufen.

Benennt James Browns Nachfolger?

Spannend dürfte vor allem die Suche des Klubs nach einem Nachfolger für Brown werden.

Wegen der ungeklärten Zukunft von LeBron James scheint es möglich, dass der Superstar selbst den Namen des neuen Coaches nennen darf, um ihm einen Verbleib in Cleveland lukrativer zu machen.

Es darf spekuliert werden, ob Brown zu Gunsten James geopfert wurde. Ob man den Abgang des Saison-MVP dadurch vermeiden kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Keine Fürsprache für Brown

Der "Cleveland Plain Dealer" berichtete, dass sich James nicht für das Brown-Aus eingesetzt hat, die Entscheidung den Verantwortlichen das Klubs überließ - klingt irgendwie auch nicht nach großen Sympathien für Brown.

Erzielt James bis zum 1. Juli keine Einigung mit Cleveland, kann er eine Option in seinem Vertrag ziehen, um als Free Agent zu einem anderen Klub zu wechseln.

Klubs, die sich die Finger nach James lecken, sind Legion - nicht nur die oft genannten New York Knicks, Chicago Bulls oder Dallas Mavericks.

Nachfolger für Brown werden in Cleveland bereits fleißig gehandelt. Ex-Mavs Coach Avery Johnson steht offenbar ganz weit oben auf der Liste. Johnson wird aber ebenso mit den New Jersey Nets und den Bulls in Verbindung gebracht.

James' Freund als Nachfolger?

Auch die Namen von Ex-Knicks-Trainer Jeff Van Gundy und Kentuckys NCAA-Coach John Calipari werden genannt. Pikant: Calipari ist ein enger Freund von James und wurde in Spiel 6 gegen Boston im Publikum neben James' Agent gesichtet.

Doch schon vor einigen Wochen hatte der Kentucky-Coach deutlich gemacht, dass er dort bleiben wolle.

Der neue Trainer muss sich bewusst sein, dass das Amt in Cleveland sicher kein Zuckerschlecken darstellt. Brown arbeitete seit fünf Jahren bei den Cavaliers und führte das Team in jeder Spielzeit in die Playoffs und den Klub zu einem Franchise-Rekord von 127 Siegen in den vergangenen zwei Jahren.

Bester Cavs-Coach der Geschichte

Seine Cavs-Karriere-Statistik von 272 Siegen bei 138 Niederlagen ist die beste, die jemals ein Trainer in Cleveland zu Stande brachte. Brown war es auch, der die Cavs 2007 in die ersten NBA-Finals der Klubgeschichte führte.

Doch bereits nach dem Aus im Conference Halbfinale der vergangenen Spielzeit gegen die Orlando Magic forderte der Klub, dass Brown die Mannschaft näher an den Titel heranbringen müsse, wolle er seinen Job behalten.

Auch seine defensive Spielweise könnte Brown zum Verhängnis geworden sein. Als Defensiv-Spezialist bekannt, wurde er oftmals für sein Offensiv-System kritisiert.

Auch James beschwerte sich nach dem K.o.-Runden-Aus in der vergangenen Saison öffentlich über die Offensive und sagte, das Team müsse sich mehr bewegen.

Rotation wird kritisiert

In den letzten drei Spielen gegen Boston funktionierte nicht mal mehr die in der Hauptrunde so oft gelobte Defense und es gab Stimmen, die Brown für sein Rotationsprinzip an den Pranger stellten. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Auch die Auszeichnung zum besten Coach der Saison 08/09 rettete Brown nicht vor der Entlassung. Mit dem Team um James und Shaquille O'Neal zählte eben nur der Titel. 76464(DIASHOW: Shaq-Attack - Seine besten Sprüche)

"Ich habe die Zusammenarbeit mit Mike Brown genossen. Er hat eine große Rolle am Aufschwung der Cavaliers gespielt", sagte Geschäftsführer Danny Ferry. Worte, die Brown sicher gerne hört, die ihm seinen Job beim besten Team der Hauptrunde 2010 aber nicht zurückbringen.

Durch seine Freistellung könnte er für die drei anderen NBA-Klubs interessant werden, die derzeit keinen Trainer haben: Die New Orleans Hornets, Bulls und L.A. Clippers.

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