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Dwight Howard steuerte ein Double-Double zum Sieg gegen Boston bei © getty

Orlando verkürzt den Rückstand auf Boston mit einem beeindruckenden Schlussspurt in Spiel fünf. Die Celtics verlieren nicht nur das Spiel.

Von Jessica Pulter

München - Als Shaquille O'Neal vor rund 15 Jahren noch in Orlando spielte, hatten die Gegner eine beliebte Taktik auf Lager, wenn es gegen die Magic ging.

Um schnell selbst wieder in Ballbesitz zu kommen, möglichst wenig Zeit von der Uhr zu nehmen und zudem dem Gegner aus Florida wenig Punkte zuzugestehen, pickte man sich den schwächsten Freiwurfschützen heraus - in dem Fall O'Neal - und foulte ihn.

Die Gegner setzten darauf, dass Shaq nicht verwandeln würde, und sie so den Rückstand verkürzen könnten. Später wurde aus dieser Vorgehensweise "Hack-a-Shaq" - in Anlehnung an den Center.

In Spiel fünf der Eastern-Conference-Finals haben die Boston Celtics in Orlando genau das versucht, mit Superstar Dwight Howard. Und es ging komplett nach hinten los.

Boston kam gegen die Magic mit 92:113 unter die Räder und führt in der Best-of-Seven-Serie nur noch mit 3:2.

Ein 0:3 noch nie aufgeholt

"Wenn wir weiter an uns glauben, uns vertrauen und so gut spielen, wie wir können, dann ist alles möglich", meinte ein euphorischer Howard, der auf 21 Punkte und 10 Rebounds kam.

Denn die Serie, die nach der 3:0-Führung der Celtics schon so gut wie entschieden schien, droht zugunsten der Mannschaft aus Florida zu kippen. Die Magic wären das erste Team, das ein 0:3 drehen würde. 238149(DIASHOW: Conference Finals)

Bis auf acht Punkte dran

Die Partie in Orlando blieb lange Zeit offen. Zwar gingen die Gastgeber Ende des ersten Viertel in Führung und gaben diese bis zum Schluss nicht mehr her, doch Boston war lange in Schlagdistanz.

Nach einem 14-Punkte Rückstand Mitte des zweiten Viertels kamen die Celtics zu Beginn des Schlussabschnitts noch auf acht Zähler (78:86) heran, doch dann setzten die Gäste auf die falsche Taktik, und Orlando drehte auf. (DATENCENTER: Dritte Playoff-Runde)

Howard bringt die Halle zum Kochen

Beim Stand von 80:93 rund acht Minuten vor Schluss versuchten die Celtics "Hack-a-Howard" zu spielen. Bei jedem Ballbesitz der Gastgeber opferte sich ein Spieler, foulte Howard und brachte den All-Star so an die Freiwurflinie.

Doch die Taktik ging nicht auf: Zum einen verwandelte Howard zumindest 4 von 7 Versuchen, blieb damit seinem Saisondurchschnitt von knapp unter 60 Prozent erfolgreicher Freiwürfe treu.

Zum anderen brachte jeder der vier verwandelten Würfe die Amway Arena in Orlando zum Kochen.

Die Magic hatten das Momentum auf ihrer Seite, Jameer Nelson legte mit zwei Dreiern in dieser Phase noch eine Schippe drauf und Orlando zog bis auf 21 Punkte davon.

Probleme bei den Celtics

Noch schlimmer wiegt auf Seiten der Celtics aber der mögliche Ausfall von drei Spielern für Spiel sechs. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Glen Davis bekam unter dem Korb den Ellenbogen von Howard zu spüren und erlitt eine Gehirnerschütterung. Marquis Daniels stieß mit Marcin Gortat zusammen und verließ mit Schwindelgefühlen den Platz.

Zudem kassierte Kendrick Perkins sein bereits siebtes Technische Foul in den Playoffs und wird nun pausieren müssen.

"Ein riesiger Berg"

Trotzdem sieht Orlandos Coach sein Team für Spiel sechs in der Nacht auf Samstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) nicht im Vorteil.

"Ich weiß nicht, ob man dann noch das Momentum hat, wenn man mit einem 2:3-Rückstand in der gegnerischen Halle spielt", erklärte Stan Van Gundy. "Es kommt mir vor, als ob wir immer noch einen riesigen Berg erklimmen müssen. Doch zumindest spielen wir nun besser."

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