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Der amtierende Finals-MVP Kobe Bryant spielt seit 1996 für die Lakers © getty

Die Pleiten in Phoenix haben Spuren hinterlassen. Kobe Bryant legt den Finger in die Wunde - und setzt mit dem Training aus

Von Ingo Weber

München - Aus dem stolzen Gang der Los Angeles Lakers ist nach zwei Niederlagen in Phoenix eher ein taumelnder Schritt geworden. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Nachdem die Fans nach den beiden Auftaktsiegen gegen die Phoenix Suns schon "wir wollen Boston" skandiert hatten, stellten Kobe Bryant und Co. ernüchtert fest, dass die Titelverteidigung nur über einen Kraftakt gegen den ewigen Rivalen aus der Pacific Division führt.

Bryant übte nach der Pleite in Spiel 4 Kritik am Defensiv-Verhalten des Teams: "Wir müssen in der Abwehr besser arbeiten. Phoenix hat viel zu oft die zweite Chance bekommen. Das darf nicht passieren", sagte Bryant der "Arizona Republic".

"Haben nur rumgestanden"

Auch Trainer Phil Jackson stieß ins gleiche Horn: "Wir haben nur rumgestanden und zugeschaut."(DATENCENTER: Dritte Playoff-Runde)

Dass Phoenix aggressiver zu Werke ging, macht auch der 74:33-Vorteil von der Freiwurflinie aus den beiden Spielen in Phoenix deutlich.

Taktik-Trick der Suns

Zusätzlich machte den Lakers offenbar eine Taktikumstellung der Suns schwer zu schaffen.

Das Team von Alvin Gentry ließ Bryant in der Offensive seine Freiheiten, um im Gegenzug den Rest des Teams so hart zu verteidigen, dass keiner der Spieler über 15 Punkte erzielte.

Für Pau Gasol ist Spiel 5 in der Nacht auf Freitag in L.A. (ab 3 Uhr LIVESCORES) ein absoluter Big-Point. "Wir haben verstanden, dass Kleinigkeiten entscheiden können. Das Spiel müssen wir unbedingt gewinnen", meint der Spanier.

Artest spielt groß auf

Neben dem aktuell in überragender Form aufspielenden Bryant, der in den letzten neun Spielen acht Mal 30 Punkte oder mehr erzielte, könnte Ron Artest das Zünglein an der Lakers-Waage spielen.

Der Small Forward, der vor der Saison aus Houston gekommen war, nahm in den Playoffs eine gewaltige Entwicklung. Vom Enfant Terrible, das in der laufenden Saison nicht nur wegen seiner Fußprobleme und seiner Twitter-Aktivitäten mit Jackson aneckte, entwickelte sich der 30-Jährige in den letzten Spielen zum stillen Leistungsträger - Tendenz steigend.

Problemfall seit Rekord-Sperre

Artest, seit seiner Rekord-Sperre von 73 Spielen nach der Schlägerei von Detroit in der Saison 2004/05 als Problemfall verschrien, wird in den Playoffs von Runde zu Runde besser.

Während er zum Auftakt gegen die Oklahoma City Thunder auf 8,2 Punkte im Schnitt kam, steigerte sich der Forward über 12,3 Zähler gegen Utah auf 14,3 in den bisherigen Duellen gegen Phoenix.

Auch in der Rebound-Statistik lag Artest in allen vier Begegnungen mit den Suns über seinem Saison-Durchschnitt. 232005(DIASHOW: Zweite Playoff-Runde)

Momentum bei den Suns

Das Momentum sieht Amare Stoudemire aktuell aber bei den Suns: "Das Selbstvertrauen, welches wir uns erarbeitet haben, wird uns auch in Los Angeles helfen", ist der Power Forward überzeugt.

Doch einige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sprechen eindeutig für den Titelverteidiger.

Auch gegen Houston und Denver hatte es in der letzten Saison 2:2 gestanden, L.A. gewann Spiel 5 und im Anschluss auch die Serie.

Gegen die Oklahoma City Thunder in Runde eins der aktuellen Spielzeit triumphierten die Lakers nach einem zwischenzeitlichen 2:2 noch mit 4:2.

Fand das fünfte Spiel einer Serie im heimischen Staples-Center statt, holte sich Los Angeles sieben Mal in Folge den Sieg.

Wie fit ist Bynum?

Ein Fragezeichen steht beim Titelverteidiger weiter hinter dem Fitnesszustand von Andrew Bynum. Der Center fehlte im Training am Mittwoch und kurierte seine Meniskus-Probleme im rechten Knie aus.

"Die Schmerzen sind seit Beginn der K.o.-Runde gleichbleibend. Das wird sich bis zur Operation nach der Saison auch nicht ändern", erklärt Bynum.

Auch Bryant fehlte bei der Einheit am Mittwoch. Beim Superstar war es eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die angehäuften Verletzungen etwas abklingen zu lassen. Beide Spieler werden aber in Spiel 5 zum Einsatz kommen.

Mehr Einsatzzeit für Bankspieler

Bryant aber womöglich nicht wie zuletzt 45 Minuten: Denn Jackson plant, die Einsatzzeiten von Bryant-Backup Sasha Vujacic und Artest-Ersatz Luke Walton zu erhöhen. "Sie können eine große Hilfe für uns sein", sagt der Lakers-Coach. Walton und Vujacic kommen zusammen auf sechs Minuten Einsatzzeit in der Serie.

Phoenix kann derweil aus dem Vollen schöpfen. Man darf gespannt sein, ob die Bankspieler den starken Auftritt aus Spiel 4 wiederholen können.

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