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Magic Johnson (r.) spielte von 1979 bis 1991 und 1996 für die Los Angeles Lakers © getty

Lakers-Legende Magic Johnson geht mit Dallas schwer ins Gericht. Seit Februar würden die Texaner einen Fehler nach dem anderen begehen.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - "Das wird schon wieder, alles nicht so schlimm, wir bekommen das schon in Griff": Dallas Mavericks Coach Rick Carlisle wirkt derzeit sehr ruhig und gelassen.

Fehler und Niederlagen in der Vorbereitung auf die neue Saison - wie jenes 81:85 bei den Detroit Pistons trotz 15-Punkte-Führung rund sieben Minuten vor Schluss - scheinen den neuen Trainer nicht zu beeindrucken.

Geht es nach NBA-Legende Earvin "Magic" Johnson, sollten sie dies aber.

Playoffs wohl außer Reichweite

Denn der ehemalige Spieler der Los Angeles Lakers glaubt, dass die Dallas Mavericks die K.o.-Runde erstmals nach neun Jahren wieder verpassen werden: "Wenn man nicht in die Playoffs einzieht, ist es ein verlorenes Jahr. Und das steht den Mavericks wohl bevor."

Viel zu viele Probleme hätten sich in Dallas zuletzt angesammelt.

Der 49-Jährige davon überzeugt, dass es bei den Mavericks im Kopf hapert. "Meiner Meinung nach ist die fehlende mentale Stärke das größte Problem der Mavericks. Und wenn du die nicht hast, und es geht auf die Playoffs zu, wirst du immer verlieren", sagte er zu "ESPN".

Zudem hätten die Texaner aufgrund der fehlenden Verpflichtungen Boden auf die Konkurrenz verloren. "Houston zum Beispiel hat jetzt Ron Artest. Wie sollen die Mavericks mit den vielen anderen Teams im Westen, die sich verstärkt haben, mithalten?", fragt sich Johnson. "Bei Dallas sehe ich keine Verstärkungen."

Dallas hat nur reagiert

Neben den fehlenden Verbesserungen prangert Johnson auch den Trade mit New Jersey an, bei die Mavs Devin Harris für Jason Kidd an die Nets abgaben.

"Der Tausch hat nicht zu Dallas gepasst", ist der fünfmalige Champion überzeugt. "Devin Harris war der Schlüssel zu dem, was Dallas vorhatte. Mit ihm, Jason Terry und Jerry Stackhouse hatten sie ein 'dreiköpfiges Monster' auf den beiden Guard-Positionen und waren deshalb schwer zu schlagen."

Statt auf den jungen Spielmacher und die Zukunft zu setzen, hätte die Klubführung nur auf die Trades der Konkurrenz reagiert, als die Lakers Pau Gasol nach Los Angeles holten und die Suns Shaquille O'Neal verpflichteten.

"Weil die anderen Teams sich neue Spieler geholt haben, waren die Mavericks der Meinung, sie müssten in dieser Hinsicht mithalten. Dabei hatten sie einen Plan, aber sie hielten nicht daran fest. Man muss den jungen Spielern Zeit lassen, damit sie aufblühen", sagt Johnson.

Mavericks hätten Howard abgeben sollen

Statt Harris abzugeben, hätten die Mavericks eher auf Josh Howard verzichten sollen. Dessen Aussetzer in den vergangenen Monaten seien nicht zu akzeptieren.

"Ich weiß nicht, wie lange Dallas den Kerl noch halten kann. Die Fans werden solche Typen wie ihn nicht tolerieren", sagt der dreimalige MVP. "Vor allem dann nicht, wenn man gleichzeitig auch noch verliert."

Einen Vorschlag, wie es die Mavericks trotzdem in die Playoffs schaffen können, hat Johnson nicht.

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