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In Spiel 1 der Finals behielten Pau Gasol (l.) und die Lakers die Oberhand © getty

Der Lakers-Forward spricht seinem einstigen Dämon die Explosivität ab. Der Celtics-Coach sagt KG ein mentales Problem nach.

Von Tobias Hlusiak

München - Pau Gasol hatte in Spiel 1 die besseren Statistiken. 23 Punkte und 14 Rebounds standen nach 48 Minuten für den Spanier zu Buche. 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität)

Kein überragendes, aber ein gutes Spiel. Jedenfalls genügte es, um Gegenspieler Kevin Garnett in den Schatten zu stellen. Der Celtics-Star konnte nur 16 Punkte und vier Rebounds auf die Anzeigetafel bringen.

Grund genug für Gasol, nach dem Spiel einen weiteren - diesmal verbalen - Giftpfeil Richtung "The Big Ticket" zu schießen.

"Kevin hat Explosivität verloren"

Garnett sei nicht mehr der Spieler, der er einmal war, führte der Mitspieler von Kobe Bryant aus.

"Kevin hat Explosivität verloren", analysierte Gasol. "Er hat sein Spiel umgestellt und schießt jetzt mehr von außen. Früher zog er mit seinem unglaublich schnellen ersten Schritt in die Zone und war deutlich agressiver."245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale)

Eine Erklärung für seine Diagnose schob der einmalige NBA-Champion gleich hinterher: "Die Zeit vergeht und wir alle werden älter", philosophierte Gasol. Garnett sei aber immernoch ein herausragender Spieler und werde alles geben, um den Titel nach Boston zu holen.

Coach-Rivers hat die Erklärung

Keine Frage, Garnett hatte bei der 102:89-Niederlage im Staples Center nicht seinen besten Tag erwischt 245000 (DIASHOW: Die Bilder des Spiels). Das sah auch Boston-Coach Doc Rivers so. Der Trainer unterstellt KG aber keine körperlichen, sondern ein mentales Problem.

"Er hatte kein überragendes Spiel", analysierte der 48-Jährige. "Er war zu Beginn fast etwas übermotiviert und hat dann auf sich einzureden, um ruhiger zu werden. Das hat er wohl etwas zu gut gemacht. Körperlich ist Kevin auf absolutem Top-Niveau."

Schwächste Werte seiner Karriere

Gasols Kritik scheinen aber nicht vollkommen aus der Luft gegriffen.

Auf nur 14,3 Punkte und 7,3 Rebounds im Schnitt kam der 2,12 Meter-Riese in dieser Saison. Schlechtere Werte wurden für KG seit dessen Rookie-Saison nicht mehr notiert.

Seitdem hat der Forward 15 kraftraubende NBA-Saisons absolviert. Zwölf in Minnesota - drei in Boston.

Futter für Gasols These?

Gasol auf Imagekampagne

Pau Gasol selbst kämpft in diesen Tagen gegen das Vorurteil an, er sei zu "weich". Vielleicht ist die Kritik an einem zukünftigen Hall-of-Famer simpler Teil der eigenen Imagekampagne.

Immerhin könnte der Spanier nach NBA-Titeln an Garnett vorbeiziehen, wenn die Lakers die Finals für sich entscheiden.(DATENCENTER: NBA-Finals)

So weit ist es aber noch lange nicht. Vorher stehen noch mindestens drei Aufeinandertreffen mit dem "alternden" Kevin Garnett.

Rondo freut sich auf Spiel 2

"Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wie Spiel 2 (Montag, ab 2 Uhr LIVESCORES) läuft - nachdem Pau Kevin so kritisiert hat", sagt Bostons Spielmacher Rajon Rondo, der selbst keine gute Leistung bot.

"KG ist topfit. Jeder kann mal so ein Spiel erwischen." Auch Pual Pierce bescheinigte seinem Teamkollegen unter der Woche "super trainiert" zu haben.

Es sei das beste Training aller Celtics-Akteure gewesen, unterstrich Rivers.

Garnett äußert sich nicht

Garnett selbst wollte zur Diskussion um seine Leistung nichts beitragen. "Ich gebe keine Kommentare zu solchen Äußerungen ab", sagte KG.

Man darf auf seine sportliche Reaktion in Spiel 2 gespannt sein.

Wenn es schlecht läuft für die Lakers, hat Gasol den schlafenden Riesen Garnett zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt geweckt.

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