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Ray Allen (r.) kam 2007 von den Seattle Sonics zu den Boston Celtics © getty

Allen stellt einen Dreier-Rekord auf, Rondo macht die entscheidenden Punkte: Die Celtics knöpfen den Lakers den Heimvorteil ab.

Von Martin Hoffmann

München - Ray Allen von den Boston Celtics wird von einigen Fans und Teamkollegen "Jesus" genannt.

Nicht, weil sie ihn für ihren Erlöser halten, sondern weil er 1998 in Spike Lees "He Got Game" ("Spiel des Lebens") Jesus Shuttlesworth spielte, einen Basketball-Wunderjungen.

Allens Leistung in der ersten Hälfte des zweiten NBA-Finalspiels bei den Los Angeles Lakers weckte Erinnerungen an Allens Hollywood-Ausflug: Es war ein filmreifer Auftritt in der Filmstadt, es war womöglich das Spiel seines Lebens 245000 (DIASHOW: Die Bilder der Finals).

Allen versenkte sieben Dreier hintereinander und sammelte 32 Punkte. Am Ende hatte er mit acht verwandelten Distanzwürfen einen Final-Rekord aufgestellt.

Und noch wichtiger: Die Celtics gewannen mit 103:94, glichen in der Best-of-Seven-Serie zum 1:1 aus - und knöpften den Lakers den Heimvorteil ab245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale).

"Eine Millionen Würfe geübt"

Allen war hinterher noch merklich berauscht von dem potenziell entscheidenden Triumph.

"Es gibt keinen besseren Ort, keinen besseren Moment, keine bessere Zeit ein Spiel zu gewinnen - und das auf so großartige Weise", schwärmte der 34-jährige Shooting Guard.

Sein Coach Doc Rivers erinnerte derweil daran, dass hinter Allens Klasse harte Arbeit steckt: "Er ist ein Perfektionist. Er hat eine Millionen Würfe geübt in den letzten zwei Tagen - es ist kein Zufall, warum großartige Schützen großartige Schützen sind."

Matchwinner Rondo

Es war aber nicht nur Allens "Boston Three Party" ("ESPN"), die den Celtics den Sieg ermöglichte (DATENCENTER: NBA-Finals).

Dank Präzisionsschütze Allen führte Boston nach einem Viertel mit 29:22 und mit 54:48 zur Pause, als ihn die Lakers-Defensive danach aber in den Griff bekam, wurde ein anderer zum Matchwinner: Rajon Rondo (Rondo im SPORT1-Portrait).

Bostons Spielmacher, der bei der 89:102-Niederlage seines Teams zum Auftakt wie Allen noch eher blass geblieben war, war diesmal wieder in gewohnter Form 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität).

"Er ist unser Quarterback"

"Rondo hat in der zweiten Hälfte den Unterschied gemacht", musste Lakers-Coach Phil Jackson anerkennen.

Sein Bostoner Kollege Doc Rivers fand Rondo "unglaublich": "Er hat den entscheidenden Wurf gesetzt, die Würfe geblockt, die Steals gemacht. Er ist unser Quarterback."

Mit 19 Punkten, 12 Rebounds und 10 Assists markierte Rondo sein fünftes Trible-Double in den Playoffs.

Die entscheidenden Punkte

Der Point Guard war die omnipräsente Leitfigur seines Teams - und der Mann für die entscheidenden Punkte.

Nachdem Boston im dritten und vierten Spielabschnitt zeitweise wieder im Rückstand war, brachte ein Rondo-Korbleger Boston drei Minuten vor Schluss wieder mit 91:90 in Front.

Die Celtics gaben die Führung nicht mehr her, in der vorletzten Minute versetzte ein Sprungwurf Rondos - der im letzten Viertel zehn Zähler markierte - L.A. den endgültigen K.o.

Das Rondo-Spektakel machte es für Boston verkraftbar, dass Allen in der zweiten Hälfte nur noch fünf Punkte zustande brachte - und die beiden anderen Star-Akteure unterdurchschnittlich agierten.

Pierce und Garnett blass

Paul Pierce schaffte nur zehn Punkte und verwandelte lediglich zwei seiner elf Versuche aus dem Feld.

Kevin Garnett kam nur auf sechs Zähler, auch weil sich seine Foulbilanz zu schnell füllte und er die Hälfte der Zeit auf der Bank saß.

Auch deshalb hatte Pau Gasol bei den Lakers viel Freiraum und war mit 25 Punkten sowie acht Rebounds auffälligster Akteur seines Teams. Auch Center Andrew Bynum überzeugte mit 21 Zählern.

Bryant blickt nach vorn

Genauso viele Punkte kamen von Kobe Bryant, der wie Garnett früh in "Foul Trouble" war und daher länger auf der Bank saß als gewohnt.

Jackson riskierte nach dem Spiel eine Geldstrafe, indem er den Schiedsrichter eine zu strenge Regelauslegung gegenüber Bryant vorwarf: "Ich war nicht glücklich mit den Foulpfiffen."

Bryant wiederum lenkte schnell den Blick auf das nächste Duell in Boston in der Nacht zum Mittwoch (ab 3 Uhr LIVESCORES).

"Es ist eine Serie", hielt der Superstar fest: "Man darf nach einer Niederlage nicht zu niedergeschlagen sein und nach einem Sieg nicht zu euphorisch. Man muss ins nächste Spiel gehen und sich wieder ums Geschäft kümmern."

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