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In den Playoffs erzielt Glen Davis bisher durchschnittlich 8 Punkte pro Spiel © getty

Angeführt von Glen Davis schafft Bostons Reserve in Spiel 4 die Wende. Bryant trumpft auf, bekommt aber zu wenig Unterstützung.

Von Olaf Mehlhose

München - Sie kommen immer wieder zurück.

Die Boston Celtics haben dank eines 96:89 (42:45)-Erfolgs über die Los Angeles Lakers in Spiel 4 der NBA-Finals zum 2:2 ausgeglichen (DATENCENTER: NBA-Finals).

In Spiel 5 (So., ab 2.00 Uhr LIVESCORES) hat der Rekordmeister nun die Chance vor heimischem Publikum erstmalig in der Finalserie in Führung zu gehen.

Die Lakers dagegen verpassten die Chance, für eine Vorentscheidung zu sorgen: Bisher ist es in den NBA-Finals noch nie einem Team gelungen, einen 1:3-Rückstand aufzuholen.

Davis mit Glanzleistung

Dass der Sieg gegen den Titelverteidiger letztendlich zustande kam, haben die Celtics aber weder den "Big Three" noch Rajon Rondo zu verdanken.

"Big Baby" Glen Davis zeigte seine bisher beste Leistung in den Playoffs und erzielte 18 Punkte in 22 Minuten. Außerdem schnappte sich der Backup von Kevin Garnett fünf Rebounds und zwei Steals 245000 (DIASHOW: Die Bilder der Finals).

"So entstehen Legenden"

Im letzten Spielabschnitt, den Boston mit 36:27 für sich entschied, gelangen Davis neun Zähler.

Mit unbändigem Einsatz unter den Körben machte der 2,06-Meter-Mann die Größennachteile gegenüber Pau Gasol, Andrew Bynum und Lamar Odom wett und sorgte mit vier Offensiv-Rebounds für wichtige zweite Chancen.

"Das ist nur Wille, sonst nichts", war die einfache Erklärung des 24-jährigen Power Forwards: "So entstehen Legenden, wenn du den Moment einfängst, wenn du nur im Moment spielst." 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität).

Celtics-Bank überragend

Aber Davis war nicht der einzige Bankspieler, der über sich hinauswuchs. In der entscheidenden Phase des vierten Viertels befand sich mit Ray Allen (12 Punkte) nur ein Spieler der Startfünf auf dem Parkett.

Nate Robinson glänzte mit 12 Punkten, Rasheed Wallace netzte einen wichtigen Dreier zum zwischenzeitlichen 79:70 ein, und dank Tony Allens starker Verteidigung blieb Kobe Bryant in den ersten zehn Minuten des Schlussabschnitts ohne Punkte aus dem Feld 245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale).

Die Bank-Spieler von Boston (36) erreichten die doppelte Punktzahl der Lakers-Reserve (18).

Willkommene Pause für Starter

Da nahmen die Stars der Celtics dann auch gerne mal auf der Bank platz.

"Ich glaube nicht, dass das irgendjemanden stört. Das ist genau der Grund, warum wir im Finale stehen", sagte Coach Doc Rivers:

"Rondo und die anderen bettelten darum, dass ich sie auf dem Feld lasse. So laut habe ich unsere Bank noch nie gesehen, und es waren die Starter, die die Bankspieler anfeuerten." (Rondo im SPORT1-Portrait)

Sechs Spieler treffen zweistellig

Ausschlaggebend für den Erfolg war am Ende die starke Team-Leistung der Celtics.

Neben Davis und Robinson punkteten noch vier weitere Spieler der Celtics im zweistelligen Bereich: Paul Pierce (19 Punkte), Garnett (13), Allen (12) und Rondo (10).

Bryant Topscorer

Topscorer der Partie war Kobe Bryant mit 33 Punkten. Der Shooting Guard versenkte sechs Drei-Punkte-Würfe und traf 10 seiner 22 Wurfversuche - einige aus nahezu aussichtsloser Position.

Dabei war Bryant allerdings hauptsächlich mit Sprungwürfen erfolgreich, da die Celtics-Defense den Weg zum Korb geschickt verstellte. Insgesamt bekam der Superstar der Lakers aber auch zu wenig Unterstützung aus den eigenen Reihen.

Einzig Pau Gasol (21 Punkte, 6 Rebounds) und mit Abstrichen Lamar Odom (10 Punkte, 7 Rebounds) sorgten für Offensiv-Highlights.

Schlechte Wurfquote bei Boston

Dass Los Angeles über weite Strecken die Führung innehatte, lag vor allem an der lange miserablen Wurfquote des Teams aus Massachusetts - in der ersten Hälfte unter 40 Prozent.

Doch angeführt von Davis schaffte der Meister von 2008 doch noch die Wende.

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