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Paul Pierce hat in den Playoffs im Schnitt 19,1 Punkte pro Spiel erzielt © getty

Boston verschafft sich den ersten Matchball. Bryant spielt den Alleinunterhalter. Die Entscheidung fällt kurz vor Schluss.

Von Olaf Mehlhose

München - Der 18. Titel ist greifbar nahe.

Durch einem 92:86 (45:39)-Erfolg über die Los Angeles Lakers sind die Boston Celtics in den NBA-Finals zum ersten Mal in Führung gegangen (DATENCENTER: NBA-Finals).

Der Rekord-Champion führt die Serie jetzt mit 3:2 an und braucht aus den verbleibenden zwei Partien nur noch einen Sieg, um den Titelgewinn perfekt zu machen - allerdings finden beide Spiele im Staples Center in Los Angeles statt.

Dabei müssen die Lakers mit der ungewohnten Situation fertig werden, dass sie erstmals in den diesjährigen Playoffs zurückzuliegen.

23 Punkte in Folge

In Spiel 5 reichten 38 Punkte von Kobe Bryant nicht aus, um den Erzrivalen aus Massachusetts in Schach zu halten.

Bryant war es überhaupt zu verdanken, dass Los Angeles das Spiel bis zum Ende spannend gestalten konnte.

Zwischen dem zweiten und dem dritten Viertel erzielte "Black Mamba" 23 Punkte in Folge und verwandelte dabei mehrere fast unmögliche Würfe.

Allerdings war dies auch die Phase in der Boston vorentscheidend davonzog 245000 (DIASHOW: Die Bilder der Finals).

"Er ist der beste Shot-Maker"

Insgesamt bekam der 31-Jährige zu wenig Unterstützung aus den eigenen Reihen. Mit Pau Gasol (12 Punkte) punktete nur ein weiterer Akteur des Vorjahres-Champion zweistellig.

"Ich habe versucht ihnen klarzumachen, dass Kobe auch nur zwei Punkte macht, wenn er trifft nicht zehn", sagte Doc Rivers:

"Es ist das Gleiche als ob jemand anderes den Korb erzielt. Aber zumindest die anderen Spieler haben wir gut verteidigt."

Für Bryants Leistung fand Bostons Coach aber lobende Worte: "Er ist der beste Shot-Maker, den es gibt. Es gibt wahrscheinlich bessere Athleten, aber niemand trifft besser als Kobe Bryant." 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität)

Trio überzeugt im Angriff

Die Celtics hatten in Paul Pierce (27 Punkte) ihren Topscorer, besaßen aber mit Kevin Garnett (18) und Rajon Rondo (18) weitere wirksame Offensivoptionen.

Das Angriffsspiel Bostons lief ohnehin weitaus besser als in den vorangegangenen Partien. Der 17-fache Titelträger traf 56 Prozent seiner Würfe aus dem Feld.

Auch die Defense der Celtics trumpfte gewohnt stark auf und hielt das Team aus Kalifornien bei einer Trefferquote von 40 Prozent. Dabei tat sich Garnett mit zehn Rebounds, fünf Steals und zwei Blocks hervor.

Doch die vielen Ballverluste (16) der Celtics ermöglichten es L.A., immer wieder ins Spiel zurückzukommen. Allein Rondo unterlaufen sieben (Rondo im SPORT1-Portrait).

Dramatische Schlussminuten

In den Schlussminuten wurde es noch mal richtig spannend: Bryant verkürzt 90 Sekunden vor dem Ende mit drei verwandelten Freiwürfen auf 82:87.

Im Gegenzug haben die Celtics Glück, als sie nach einem verworfenen Dreier von Ray Allen den Ball zugesprochen bekommen 245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale).

Selbst in Zeitlupe ist nicht eindeutig zu erkennen, ob der Ball den Ring noch berührt hat - andernfalls wäre die Shotclock abgelaufen.

Rasheed Wallace wirft einen Dreier daneben, Derek Fisher und Garnett wälzen sich im Kampf um den Rebound am Boden.

Fisher überspringt Allen

Den anschließenden Sprungball gewinnt überraschend der rund 25 Zentimeter kleinere Fisher, doch Pierce hindert Ron Artest mit einem Foul an zwei einfachen Punkten.

Dem Forward der Lakers versagen die Nerven: Artest setzt beide Freiwürfe daneben. Pierce reißt Bryant den sicher geglaubten Rebound noch aus den Händen. Timeout.

Garnetts Einwurf passt Pierce im Sprung weiter auf Rondo, der 36 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Korbleger zum 89:82 einnetzt. Die Entscheidung ist gefallen.

In Spiel 6 (Mi., ab 3.00 Uhr LIVESCORES) haben die Celtics nun ihren ersten Matchball.

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