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Pau Gasol (l.) legte sein viertes Double-Double der diesjährigen Finals auf © getty

Der Titelverteidiger zerlegt Boston vor der Halbzeit. Gasol kratzt am Triple-Double. Ein Celtics-Starter scheidet verletzt aus.

Von Michael Spandern

München - Die Los Angeles Lakers haben mit einer Machtdemonstration den Matchball der Boston Celtics abgewehrt und ein entscheidendes Spiel 7 in den NBA-Finals erzwungen. Dieses steigt in der Nacht auf Freitag (ab 3 Uhr LIVESCORES).

Angeführt von Kobe Bryant und Pau Gasol besiegte der Titelverteidiger die Celtics deutlich mit 89:67 (51:31). Bereits nach 19 Minuten waren die Celtics mit 25:45 im Hintertreffen, nachdem Reserve-Spielmacher Jordan Farmar über Kevin Garnett gestopft hatte. 245000(DIASHOW: Die Bilder der Finals)

Von den Bankspielern der Gäste war hingegen nichts zu sehen: Erst zehn Minuten vor Spielende traf Nate Robinson einen Korbleger, zuvor gingen alle Punkte auf das Konto der Big Four.

Perkins verletzt raus

Ray Allen kam letztlich auf 19 Punkte, Paul Pierce auf 13, Kevin Garnett auf zwölf und Rajon Rondo auf zehn.

Der fünfte Starter, Center Kendrick Perkins, schied im ersten Viertel mit einer Verletzung am rechten Knie aus, nachdem er bei einem Offensivrebound schief gelandet war.

Eine erste Röntgenuntersuchung wies auf eine Bänderdehnung hin, eine genauere Diagnose soll am Mittwoch folgen.

Robuster, bissiger, reaktionsschneller

Aber das allein war nicht der Grund, warum Boston in der ersten Spielhälfte nicht mal halb so viele Rebounds wie die Gastgeber (13:30) abgriff.

L.A. spielte nach der enttäuschenden Schlappe in Spiel 5 robuster, bissiger, reaktionsschneller. L.A. ließ vor den Augen von First Lady Michelle Obama keine einfachen Körbe, ja nicht mal einfache Pässe zu. 245030(DIASHOW: Die Prominenz beim Finale)

Und Ron Artest nutzte seine Freiräume und streute vor der Halbzeit zehn seiner 15 Punkte ein. Im letzten Angriff stellte Lamar Odom bezeichnender Weise nach einem Offensiv-Rebound per Tip-In den 20-Punkte-Abstand wieder her.

"Ich glaubte, wir würden besser spielen", sagte Bostons Coach Doc Rivers, "ich glaubte, wir seien bereit. Aber wir haben vorne und hinten nur als Individualisten gespielt."

Rondo holt sich ein blutiges Kinn

Im dritten Viertel kamen die "Kelten" nicht mehr näher als 17 Punkte heran. Die letzte Hoffnung verstob dann in den letzten zwei Minuten des Abschnitts:

Rondo, der vor der Halbzeit sieben seiner acht Wurfversuche versiebt hatte, leistete sich einen Airball und im Nachsetzen einen uninspirierten Floater. (Rondo im SPORT1-Portrait)

Dabei verpasste ihm Artest mit einem wohl unabsichtlichen Unterarmschlag ein blutiges Kinn.

Sasha Vujacic netzte auf der Gegenseite einen Distanzwurf ein, und im folgenden Angriff baute Artest - in den Finals zuvor mit einer Trefferquote von 30,2 Prozent - mit seinem dritten Dreier den Vorsprung auf 76:51 aus. (DATENCENTER: NBA-Finals)

Gasol fehlt ein Assist

Denn Hauptanteil am deutlichsten Sieg dieser Finals hatten aber die All-Stars der Lakers: Bryant verbuchte 26 Punkte und elf Rebounds, Gasol schrammte mit 17 Punkten, 13 Rebounds und neun Assists knapp am ersten Triple-Double eines Lakers-Akteurs seit 1991 vorbei, als dies Magic Johnson gelang.

"Wir haben unseren Job großartig erledigt", stellte Bryant fest. "Wir müssen mir der gleichen Energie, der gleichen Hingabe zur Defense ins Spiel 7 gehen."

Erstmals seit 2005 gehen die Finals wieder über die volle Distanz, und erstmals in der langen Rivalität zwischen Celtics und Lakers geht der Showdown in Los Angeles über die Bühne, wo das Team von Phil Jackson in den Playoffs 2010 erst ein Spiel verlor.

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