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Bostons Kevin Garnett (r.) greift nach seinem zweiten Meisterring, Lakers-Ass Bryant nach dem fünften © getty

Showdown um den NBA-Titel: Das Heimrecht spricht für die Lakers, Boston kramt in der Historie. Doch Center Perkins schaut nur zu.

Von Ingo Weber

Los Angeles/München - Die Spannung ist greifbar: Die L.A. Lakers und die Boston Celtics gehen in den NBA-Finals über die volle Distanz und treffen in der Nacht auf Freitag (ab 3 Uhr LIVESCORES) im Staples Center zu Los Angeles zum großen Showdown aufeinander 245000 (DIASHOW: Die Bilder der Finals).

Zum 17. Mal in der Historie geht eine Final-Serie in das siebte Spiel. Das Heim-Team ist formell betrachtet ganz klar im Vorteil, triumphierte bislang in 13 Fällen.

Erst dreimal holte sich das Auswärtsteam bei einem 3:3 nach sechs Spielen den Titel, zuletzt die Washington Bullets in der Saison 1977/78 gegen die Seattle SuperSonics.

Doch eine Statistik lässt die Celtics hoffen. Stand eine Finals-Serie 2:2, so entschied sie der Sieger von Spiel 5 in 19 von 25 Fällen für sich.

Erst eine Heimspiel-Niederlage

Nach der Demonstration in Spiel 6 liegt das Momentum sicher bei den Lakers, die in den Playoffs in dieser Saison erst ein Heimspiel verloren haben (DATENCENTER: NBA-Finals).

Allen Zahlenspielen zum Trotz sieht Rajon Rondo das Duell völlig offen: "Celtics ? Lakers, die größte Rivalität der Geschichte und dann auch noch sieben Spiele. Die bessere Physis wird entscheiden. Ich freue mich darauf", sagte der Point Guard dem "Boston Globe" (Rondo im SPORT1-Portrait).

Celtics ohne Perkins

Der Rekordmeister muss allerdings auf Kendrick Perkins verzichten, der in Spiel 6 bereits im ersten Viertel verletzt ausgeschieden war.

Der Center, der in den Playoffs durchschnittlich 6,2 Rebounds und 1,4 abgeblockte Würfe pro Partie verbuchte, riss sich zwei Bänder im rechten Knie. Das ergaben Röntgenuntersuchungen am Dienstag.

"Ich habe gemerkt, wie etwas im Knie zerborsten ist", sagte Perkins bei der Pressekonferenz, zu der er mit einer Bandage und an Krücken kam. "Ich habe Schmerzen."

Wallace oder Davis

Head-Coach Doc Rivers sucht nun den passenden Ersatzmann: "Da gibt es nur zwei Alternativen ? Rasheed Wallace oder Glen Davis."

Auch L.A. hat seit Beginn der K.o.-Runde seinen Knie-Patienten. Andrew Bynum plagt sich seit Wochen mit Schmerzen herum, kam in Spiel 6 nur 16 Minuten zum Einsatz.

"Nach der Halbzeit war er nicht mehr in der Lage, sich rund zu bewegen. Ich hoffe das bessert sich bis Donnerstag", meinte Lakers-Coach Phil Jackson.

"Ich werde definitiv spielen", stellte Bynum klar. "Es tut weh. Ich brauche eine Operation, doch ich werde es aushalten."

224. Sieg für Jackson

Der Trainerfuchs feierte mit dem 3:3-Ausgleich seinen 224. Playoff-Sieg und zog damit in einer übergreifenden Statistik der vier nordamerikanischen Profiligen (NBA, NHL, NFL, MLB) gleich mit Scott Bowman, dem ehemaligen Coach der Detroit Red Wings 245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale).

Eine Premiere gibt es aber auch für Jackson zu feiern. Obwohl schon seit 1989 im Geschäft, geht es für eine seiner Mannschaften in einer Finals-Serie zum ersten Mal über die volle Distanz.

Ob er auch in der nächsten Saison bei den Lakers auf dem Trainerstuhl sitzt, kläre sich "hoffentlich" bis zum Draft-Donnerstag am 24. Juni. Bis dahin werde er aber noch den Ratschlag seines Arztes einholen, betonte der 64-Jährige.

"Energie ist entscheidend"

"Es ist für alle Beteiligten eine spannenden Sache", analysiert der Lakers-Coach und ergänzt: "In solch einer Situation kommt es weniger auf das Coaching an, eher darauf, wer die Energie am besten auf das Parkett bringt."

Für die Celtics gilt es, nach dem Debakel aus Spiel 6, den Blick wieder nach vorne zu richten. Bei einer Trefferquote von 33 Prozent aus dem Feld muss eine deutliche Steigerung kommen. Auch bei den Rebounds waren die Lakers deutlich im Vorteil.

"Wir waren nicht fokussiert genug und haben uns ständig Gedanken über Kendrick gemacht. Das soll aber keine Entschuldigung für unser ganz schwaches Spiel sein", erklärte Rondo die bislang schwächte Playoff-Leistung der "Kelten" in deren Klubgeschichte.

Bryant vor Titel fünf

Für Lakers-Superstar Kobe Bryant geht es derweil um den fünften Titel seiner Karriere. Der All-Star ist der überragende Spieler in der K.o.-Runde und würde sich bei einem Sieg sicher zum MVP küren.

Unterstützung erwartet sich Bryant, der bislang einen Punktedurchschnitt von 29,5 Zählern aufweist, wieder von Pau Gasol.

Der Spanier scheiterte in Spiel 6 nur knapp an einem Triple-Double und war zusammen mit Bryant der Sieggarant.

Big Three in der Pflicht

Bei den Celtics wird es vor allem wieder auf die Big Three und Rajon Rondo ankommen. Sie lieferten zwar in Spiel 6 alle zweistellige Werte ab, blieben aber alle unter ihrem Leistungsniveau.

Die Lakers hoffen, den 16. Titel ihrer Klubgeschichte einzufahren, für Boston wäre es der 18. Titel 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität).

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