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Al Jefferson (l.) schenkte Erick Dampiers Mavs in zwei Saisonduellen 51 Punkte ein © getty

Erick Dampier fühlt sich in Dallas wohl und ist die große Mavs-Hoffnung - wegen seines Vertrags. Der lässt Feuern und Heuern zu.

Von Michael Spandern

München - Eine der größten Enttäuschungen der diesjährigen Playoffs hat einen der kuriosesten Verträge der NBA.

Erick Dampier, der beim Erstrunden-Aus der Mavericks gegen die San Antonio Spurs in 118 Minuten alle seine acht Wurfversuche aus dem Feld verfehlte, bekäme 2010/11 in seinem siebten und letzten Vertragsjahr in Dallas mehr als 13 Millionen Dollar. (246607DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Der Konjunktiv ist angebracht: Garantiert ist dem dann 35-Jährigen nämlich kein Cent von dieser Summe.

Luxussteuer auch 2010/11

Unter den Fans ist er daher als "Dump Chip", als Jeton zum Wegwerfen, verschrien.

Tatsächlich hat Mark Cuban das Recht, Dampier im Juli zu entlassen und viel Geld zu sparen: Das Gehalt und die Luxussteuer in gleicher Höhe - da die Mavs auch in der kommenden Saison über dem Salary Cap liegen werden.

Doch dem Besitzer der Mavericks bieten sich dank des Kontrakts auch große Chancen, eine schlagkräftige Verstärkung für Dirk Nowitzki zu holen.

Auch neues Team könnte "Damp" feuern

Zwar ist Dampiers Kontrakt nutzlos, um Free Agents vom Schlage eines LeBron James oder Dwyane Wade zu holen.

Aber falls Konkurrenten Spieler mit einem in der nächsten Spielzeit ähnlichen hohen Gehalt loswerden wollen, wäre ein Tausch gegen Dampier ideal. Dem könnten sie sogleich die Papiere geben, während Dallas einen womöglich mehrjährigen Vertrag des neuen Mavs übernähme.

Das tauschende Team verlöre zwar kurzfristig Qualität, aber wenn es ohnehin kaum Aussicht auf die Playoffs hat, ist will es womöglich lieber günstige Spieler einsetzen, die ihren Zenit noch vor sich haben.

Al Jefferson passt ins Profil

Dieses Profil erfüllen vor allem die Minnesota Timberwolves und ihr Big Man Al Jefferson. Der würde in der nächsten Saison glatte 13 und in den beiden folgenden jeweils noch eine Million mehr verdienen.

Jefferson kam zuletzt auf 17,1 Punkte und 9,1 Rebounds pro Spiel, knüpfte aber nach einem Kreuzbandriss im Februar 2009 nicht mehr an seine vorherigen Leistungen an.

Ein zweiter Name, der ins Schema passt, ist Andre Iguodala von den Philadelphia 76ers. Er erhält in der nächsten Spielzeit 12,35 Millionen, und sein Gehalt steigt bis 2013/14 auf 15,9 Millionen an. Fürs letzte Jahr hat er eine Ausstiegsoption. 245000 (DIASHOW: Die Bilder der NBA-Finals)

Dampier zurück für kleines Geld?

Igoudalas Werte sinken seit zwei Jahren, doch sie waren zuletzt mit durchschnittlich 17,1 Punkten, 5,8 Assists und 6,5 Rebounds immer noch mehr als beachtlich.

Allerdings ist der Modellathlet wie Torontos abwanderungswilliger 9,8-Millionen-Verdiener Hidayet Türkoglu (11,3 Zähler, 4,1 Vorlagen, 4,6 Rebounds) ein Swingman, und damit kein Kandidat fürs Spiel an den Brettern. Genau da müssten die Mavs aber ohne Dampier nachlegen, zumal auch Brendan Haywoods Verbleib unklar ist.

Aber was heißt hier ohne Dampier? Wenn die Mavericks den 2,10-Meter-Mann entlassen, könnten sie ihn für kleines Geld wieder engagieren - wenn "Damp" dies will. 245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale)

"Nicht nach anderen Teams umgesehen"

Dem gefällt es jedenfalls in Dallas: "Hoffentlich bin ich auch nächstes Jahr hier", sagte Dampier, der sich von einem arthroskopischen Eingriff am linken Knie erholt, den "Dallas Morning News".

"Ich habe mich nicht nach anderen Teams umgesehen. Ich liebe e shier, so nah an meiner Heimat. Und ich sehe dadurch meine Freunde viel häufiger als anderswo."

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