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Kobe Bryant wurde zum zweiten Mal nach 2009 als Finals-MVP geehrt © getty

Los Angeles gewinnt das siebte und letzte Finalduell gegen Boston in dramatischer Manier. Bryant zieht mit einer Ikone gleich.

Von Martin Hoffmann

München - Kobe Bryant sprang im lila-goldenen Konfetti-Regen auf den Zeitnehmer-Tisch. Er ballte die Fäuste und streckte alle fünf Finger aus.

Der fünfte Meisterschaftsring gehört ihm: Seine Los Angeles Lakers gewannen in dramatischer Manier das siebte Spiel der NBA-Finals gegen die Boston Celtics mit 83:79 245000(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Bryant hat nun genauso viele Titel wie Lakers-Ikone Magic Johnson, die nach dem Duell auf den Platz eilte um der "Black Mamba" zu gratulieren - ebenso wie Celtics-Legende Bill Walton.

"Der Titel ist bei weitem der süßeste von allen", meinte Bryant nach dem Spiel, "weil sie es waren" (DATENCENTER: NBA-Finals).

Revanche für die 39-Punkte-Klatsche

Sie, die Celtics, der Erzrivale des Titelverteidigers. Das Team, das Bryant und Co. auf den Tag genau vor zwei Jahren mit einer 39-Punkte-Klatsche gedemütigt und ihnen den Titel weggeschnappt hatte 244570(DIASHOW: Eine geschichtsträchtige Rivalität).

Dafür nahmen die Lakers nun verspätete Revanche und sicherten sich damit ihren 16. NBA-Titel245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale).

"Es war mit Abstand der schwerste", fand der als Finals-MVP geehrte Bryant, der mit seinem Team ein hartes Stück Arbeit zu erledigen hatte.

Erst im Schlussviertel meisterlich

Lange Zeit verzweifelten die Lakers an der knochenharten Celtics-Abwehr. Selbst Bryant als bester Schütze des Spiels (23 Punkte, dazu 15 Rebounds) traf nur bei sechs von 24 Versuchen aus dem Feld. 21 der ersten 27 Lakers-Würfe aus dem Feld gingen daneben.

Los Angeles kam im ersten Viertel nur auf kümmerliche 14 Punkte, Boston war neun Zähler voraus und führte auch am Ende des zweiten und dritten Durchgangs. Zeitweise waren die Celtics mit 13 Punkten in Front.

Erst im Schlussabschnitt fand der Gastgeber zur Meisterform.

Leistungssprung von Gasol

Besonders groß und wichtig war der Leistungssprung von Pau Gasol: Er erzielte im letzten Viertel neun seiner 19 Punkte, dazu war er mit insgesamt 18 Rebounds die dringend benötigte Macht am Korb.

Siebeneinhalb Minuten vor Schluss glich Ron Artest - der einzige Lakers-Spieler, der seinen ersten Titel gewann - mit einem Drei-Punkte-Spiel aus.

Eineinhalb Minuten später verwandelte Bryant zwei Freiwürfe, um die Lakers das erste Mal in der zweiten Hälfte in Führung zu bringen.

Die gaben die Lakers nicht mehr her: Zwar brachten Dreier von Ray Allen und Rajon Rondo Boston in der Schlussminute jeweils noch einmal in Schlagdistanz. Aber Bryant und Sasha Vujacic schaukelten das Spiel mit erfolgreich verwandelten Freiwürfen nach Hause.

"Es wurde viel geweint"

Es war das erste Mal in fünf Anläufen, dass die Lakers Boston in einem siebten Finalspiel besiegten.

Bei den Celtics war die Enttäuschung entsprechend groß. "Es wurde viel geweint in der Umkleidekabine", berichtete Celtics-Coach Doc Rivers: "Ich glaube, es gab kein trockenes Auge."

Rivers zollte dem Meister fair Respekt: "Sie waren fantastisch."

Jackson will "tief durchatmen"

Für Trainerkollege Phil Jackson war es bereits der elfte Titel - und ein Argument, um bei den Lakers zu bleiben.

Er könnte mit ihnen in der kommenden Saison den nächsten "Three-Peat" schaffen - eine Aussicht, die er schon vor der Titelverteidgung als verlockend bezeichnet hatte. Der 64-Jährige kündigte nach dem Finale an, dass er "Tief durchatmen" und sich dann entscheiden werde.

Bryants Meinung ist klar: "Er weiß, wie sehr ich will, dass er wiederkommt."

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