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Phil Jackson bei der Siegesfeier mit Finals-MVP Kobe Bryant © getty

Der Lakers-Coach hat mit dem Final-Triumph seinen Titel-Rekord ausgebaut. Bald entscheidet er, ob er L.A. nun den Rücken kehrt.

Von Martin Hoffmann

Los Angeles/München - Die Emotionen entluden sich nach dem dramatischen Titelgewinn der Los Angeles Lakers.

Bei den Spielern in Jubelstürmen und Champagnerduschen. Bei einigen Fans außerhalb der Arena in den schon zur Gewohnheit gewordenen Krawallen nach Lakers-Meisterschaften.

Beim Architekten des 16. Titels für Los Angeles gab es wie üblich keinen Gefühlsausbruch (DATENCENTER: NBA-Finals).

Trainer Phil Jackson, der buddhistische "Zen-Meister", ruhte beim 83:79-Triumph im siebten Spiel der Finalserie gegen die Boston Celtics wie immer in sich 245000(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Wuchernde Spekulationen

Umso größer ist die Aufregung um ihn herum. Genauer gesagt: um seine Zukunft.

Lässt es der Rekord-Meistercoach, dessen Vertrag wie jedes Jahr ausläuft, nach elf Titeln gut sein? Oder wagt er sich an den zweiten "Three-Peat", den neuerlichen Anlauf, drei Titel in Serie zu gewinnen? Oder sucht er sich mit 64 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung?

In einer Woche wolle er sich entschieden haben, kündigte Jackson nach dem Triumph an245030 (DIASHOW: Die Prominenz beim Finale). Bis dahin wuchern die Spekulationen.

Chicago keine Option

Wilde Gerüchte um den "Top-Free-Agent auf dem Markt" ("New York Daily News") sind schon lange auf dem Markt.

Die New Jersey Nets mit ihrem schwerreichen neuen Geldgeber Michail Prochorow wollen ihn, heißt es.

Auch von einer Rückkehr zu den Chicago Bulls - im Idealfall verstärkt durch LeBron James - war die Rede.

Jackson hat beides praktisch ausgeschlossen. Er bezeichnete die Gerüchte als "Bärendienst für die Trainer, die wirklich einen Job suchen und dort Kandidaten sind".

Besonders in Bezug auf die Bulls wurde Jackson deutlich: "Ich habe absolut kein Verlangen, nach Chicago zurückzugehen."

Klubwechsel nicht ganz ausgeschlossen

Ob er überhaupt bei einem anderen Klub als den Lakers anheuern würde, wurde Jackson auch direkt nach dem Finale gefragt.

Er könne das "nicht direkt beantworten", erwiderte Jackson. Konkrete Gedanken habe er sich aber nicht gemacht.

Zuvor hatte er die Wahrscheinlichkeit, bei den Lakers zu bleiben, sollte er nicht in den Ruhestand gehen, aber auf "90 Prozent" taxiert.

Gehaltsverzicht verlangt

Das Finanzielle dürfte kein Thema sein. Lakers-Besitzer Jerry Buss will Jackson aufgrund der Wirtschaftslage zwar eine Kürzung seines 12-Millionen-Dollar-Jahresgehalts abringen.

Als Hindernis gilt das aber nicht. Jackson hat andere Prioritäten als das Geld. Das zeigt sich auch daran, dass er die zwei Millionen Dollar Meister-Prämie für wohltätige Zwecke spenden will.

Ihn treiben andere Dinge um: sein Alter, der Reisestress, sein Gesundheitszustand.

Jackson hat ein kaputtes Knie und andere Probleme, die er nicht öffentlich macht: "Es gibt einige gesundheitliche Dinge, die ich prüfen muss."

Kronprinz Shaw

Sollte Jackson abtreten, gilt sein Assistent Brian Shaw als Kronprinz. Der 2003 zurückgetretene Ex-Teamkollege von Bryant hat sich einen guten Ruf verschafft, wird als reif für die Chefrolle gesehen.

"Er wäre der Herausforderung gewachsen, kein Zweifel", erklärte Bryant kürzlich.

Das Dutzend als Krönung?

Jackson würde ein bestelltes Feld hinterlassen, trotzdem ist fraglich, ob er es gerade jetzt hinterlassen will.

Mit einem zweiten "Three-Peat" im kommenden Jahr könnte er seine Karriere krönen. Dann hätte er den Lakers ebenso wie den Bulls sechs Titel beschert.

Und dass die Aussicht für ihn ein Anreiz zu bleiben wäre, hat Jackson nach dem Finale offen zugegeben: "Die Faszination ist ein Faktor."

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