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John Wall (r.) erzielte für Kentucky 16,6 Punkte, 6,5 Assists und 4,3 Rebounds © getty

Washington baut für die Zukunft auf Kentuckys John Wall. New Jersey setzt hingegen auf ein Frontcourt-Duo. Pleiß landet in OKC.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Die großen Überraschungen beim NBA-Draft 2010 blieben aus.

Wie vorausgesagt wählten die Washington Wizards mit dem ersten Pick John Wall von der University of Kentucky.

Der Point Guard gilt als der herausragende Spieler des Jahrgangs und wird beim Hauptstadtklub wohl an der Seite von Gilbert Arenas den Backcourt bei den Wizards bilden.

"Er ist ein herausragendes Talent, das uns sofort und über einen langen Zeitraum weiterhelfen kann", sagte Washingtons Präsident Ernie Grunefeld.

Viel Talent im Backcourt

Auch die Wahl der Philadelphia 76ers, Guard Evan Turner, und der New Jersey Nets, Power Forward Derrick Favors hatten viele vorausgesagt.

"Wir haben nun zwei sehr junge, talentierte Spieler im Backcourt (Jrue Holiday und Turner, Anm. d. Red.). An der Seite von Andre Iguodala werden sie sich sehr gut entwickeln", sagte Philadelphias neuer Coach Doug Collins.

Ein zweiter Dwight Howard

Favors soll bei den Nets gemeinsam mit Center Brook Lopez ein schlagkräftiges Duo unter dem Korb bilden.

"Wenn er noch ein paar Pfunde an Muskelmasse zulegt, dann haben wir einen Dwight Howard mit großer Finesse, einem großartigen Gefühl für die Situation unter dem Korb", lobte der neue Nets-Coach Avery Johnson seinen neuen Spieler.

Über Umwege nach Oklahoma City

Einen weiteren Spieler erhielt Johnson aus Bamberg - allerdings nicht für lange.

Zwar sicherten sich die Nets die Rechte an Tibor Pleiß an 31. Stelle, allerdings tauschte New Jersey die Rechte an Pleiß über den Umweg Atlanta Hawks zu den Oklahoma City Thunder.

Der Klub von Starspieler Kevin Durant hatte sich im Vorfeld bereits sehr für Pleiß interessiert, und die Experten hatten vermutet, dass OKC den 26. Pick für den Bamberger verwenden würden.

Allerdings tauschten die Thunder ihren 21. und 26. Pick für den elften der New Orleans Hornets ein.

Ohlbrecht außen vor

Da Pleiß in der zweiten Runde gedrafted wurde, verfügt der "Rookie of the Year" der Beko BBL über keinen garantierten Arbeitsvertrag. Ob er seinen Vertrag bei den Brose Baskets Bamberg erfüllt oder in der kommenden Saison in die NBA wechselt, ist offen.

Pleiß' Nationalmannschaftskollege Tim Ohlbrecht, der sich ebenfalls für den Draft angemeldet hatte, wurde von keinem Klub ausgewählt.

Nichts für zwei Spieler und Geld

Als erster Europäer wurde an 17. Stelle Power Forward Kevin Seraphin von den Chicago Bulls gezogen. Allerdings braucht sich der Franzose in der "Windy City" kein Zuhause suchen.

Seraphin ist Teil eines Trades zwischen den Bulls und den Wizards. Gemeinsam mit Kirk Hinrich und drei Millionen Dollar schickt ihn Chicago in die Hauptstadt.

Im Gegenzug erhalten die Bulls: Nichts 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse).

Viel Platz unter dem Salary Cap

Allerdings bedeutet dieses Nichts neun Millionen Dollar weniger Jahresgehalt, das sie für Hinrich zahlen müssen und noch mehr Platz unter dem Salary Cap, das in der kommenden Saison voraussichtlich bei 56,1 Millionen Dollar liegen wird. (Wieder ein Rookie-Coach für die Bulls)

Demnach hätten die Bulls rund 30 Millionen Dollar, die sie auf dem Free-Agent-Markt ausgeben können.

Zusätzlich zu einem Maximum-Vertrag, der bei rund 16 Millionen Dollar liegen wird, wären es weitere 14 Millionen Dollar für einen zweiten Topstar.

Bulls-Trade bahnt sich an

"Wir dürfen keine Trades durchführen solange die Gehalts- und Zahlungs-Modalitäten nicht festgelegt sind", sagte Chicagos General Manager Gar Forman.

Und auch Grunfeld meinte vielsagend: "So lange nichts offiziell ist, werde ich mich dazu nicht äußern."

Die Gehalts- und Zahlungs-Modalitäten sollen am 8. Juli bekannt gegeben werden, ebenso wie der Hinrich-Trade zwischen den Bulls und den Wizards.

Dallas kaufen sich in die erste Runde

Aufgrund des Jason-Kidd-Devin-Harris-Trades mit New Jersey, bei dem sie ihren Pick an die Nets abgegeben hatten, stand den Dallas Mavericks bei der diesjährigen Talentbörse kein Erstrunden-Wahlrecht mehr zu.

Allerdings tauschten die Texaner für drei Millionen Dollar ihren 50. Pick gegen das 25. Draftrecht der Memphis Grizzlies ein, das sie für Dominique Jones verwendeten.

Kreuzung aus Wade und Stuckey

Den 1,93 Meter großen Shooting Guard hatten die Mavs beim Camp in Chicago gesprochen, wo er sich als "eine Kreuzung aus Dwyane Wade und Rodney Stuckey" beschrieben hatte, verriet Trainer Rick Carlisle. "Das hat sich für mich ziemlich gut angehört."

Wie Heat-Schlüsselspieler Wade versteht es Jones, der in der vergangenen Saison für die Uni von South Florida durchschnittlich auf 21,4 Punkte, 6,1 Rebounds und 3,6 Assists pro Partie kam, Freiwürfe herauszuholen.

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