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Chris Bosh und Dwyane Wade (l.) verdienten 2009/10 zusammen 31,6 Millionen Dollar © getty

Dwyane Wade und Chris Bosh entscheiden sich für Miami. Dass sich LeBron James anschließt, halten Experten für "gut möglich".

Von Michael Spandern

München - Die Miami Heat sind mit einem Doppelschlag vom fast leergefegten Team zum Titelanwärter aufgestiegen.

Dwyane Wade bleibt dem Meister von 2006 treu, und Chris Bosh wechselt nach sieben Jahren bei den Toronto Raptors zu den Heat. 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Power Forward Bosh twitterte am Mittwoch zunächst nur "Miami Heat!" in die Welt hinaus, und erklärte dann bei "ESPN": "Wir wollten zusammenspielen und hatten die goldene Gelegenheit dazu. Die werden wir nutzen."

Die Verträge müssen aber im Detail noch ausgehandelt werden.

Triumvirat "sehr gut möglich"

Zwei der höchstgehandelten drei Free Agents sind damit vom Markt, bliebe nur noch der "König". LeBron James, MVP der beiden letzten Spielzeiten, verkündet seine Entscheidung am Donnerstag um 21 Uhr Ortszeit in einer einstündigen Sondersendung. (Miami träumt vom Dream Team)

Teilt James, der nichts weniger als eine weltweite Ikone sein möchte, das Rampenlicht und den Ruhm für seinen ersehnten ersten NBA-Titel mit zwei weiteren Superstars?

Dies sei "sehr gut möglich", glaubt die angesehene "ESPN"-Journalistin Shelley Smith, nachdem Insider dem Sportnetzwerk signalisiert hatten, dass James ernsthaft überlege, aus der zweiköpfigen Hydra in Miami eine dreiköpfige zu machen.

"Wir werden Erfolge nach Miami bringen"

Die Drei hatten sich bereits im Juni zusammengesetzt, um ihre Pläne zu erörtern. Die Chemie untereinander stimmt, das wurde bereits beim Olympiasieg in Peking deutlich.

"Natürlich wären wir begeistert, wenn sich LeBron Miami anschließt - wer wäre das nicht. Aber andererseits trifft LeBron seine eigene Entscheidung", sagte Wade.

Unabhängig von James? Entscheidung sagt Bosh den Heat, die im Mai in der ersten Playoff-Runde gescheitert waren, große Zeiten voraus: "Ich erwarte, dass wir um die Meisterschaft kämpfen. Dwyane und ich sind bereit, dafür eine Menge zu opfern."

"Es geht nicht ums Geld", betonte der fünfmalige All-Star, der maximal einen mit 96 Millionen dotierten Fünf-Jahres-Vertrag erhalten darf. "Es geht um nichts anderes als zu gewinnen. Ich bin ein Gewinner, Dwyane ist ein Gewinner. Wir werden Erfolge nach Miami bringen."

Bemühungen um einen Sign-and-Trade-Deal

Zuvor hatte es allerdings geheißen, der 26-jährige Bosh favorisiere einen Sign-and-Trade-Deal, der ihm einen Sechs-Jahres-Vertrag und 125 Millionen bescheren könnte.

Dies hieße, dass er zunächst noch mal bei den Raptors unterschreibt und die Kanadier ihn dann eintauschen - gegen Spieler, Geld und/oder Draftrechte. Und den halben Mittwoch lang sollen die Klubbosse hin und her überlegt haben, wie ein solcher Deal abzuwickeln sei.

Problem dabei: Die Heat haben mit Ersatzmann Mario Chalmers und Michael Beasley nur noch zwei Spieler unter Vertrag. Und ihren zweitbesten Scorer Beasley wollen sie angeblich nicht abgeben.

Schwere Entscheidung gegen Chicago

Dabei dürften Punkte für die Heat kein Problem sein: Wade (in der abgelaufenen Saison 26,6 Punkte pro Spiel) und Bosh (24,0) sind die besten Scorer der Geschichte ihrer bisherigen Teams. James (29,7) selbstredend auch.

Auch Wade weiß noch nicht, wie genau sein neuer Vertrag aussieht und wann er diesen unterschreibt.

Allerdings räumte der 28-Jährige ein, es sei ihm sehr schwer gefallen, nicht nach Chicago zu wechseln, wo er aufgewachsen ist. Nun da er sich entschieden habe, könnten die Heat rasch ein Meisterteam zusammenstellen.

Weitere Free Agents im Gespräch

Dafür haben sie - abzüglich des Beasley-Gehalts von knapp fünf Millionen - rund 53 Millionen Dollar Spielraum unter dem Salary Cap.

Damit werden sie noch den ein oder anderen schlagkräftigen Free Agent an Land ziehen. Im Gespräch sind ihr bewährter Haudegen Udonis Haslem, Mavericks-Center Brendan Haywood, Mike Miller (zuletzt in Memphis) und Raymond Felton (zuletzt in Charlotte).

"Wir wollen eine Dynastie aufbauen", hatte General Manager Pat Riley den Fans bereits vor Beginn des heißen Free-Agent-Sommers 2010 versprochen.

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