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Die Olympiasieger LeBron James, Chris Bosh und Dwyane Wade schließen sich in Miami zusammen und wollen als neues Triumvirat mit den Heat den Meistertitel holen. Bisher trägt nur Wade - Finals-MVP von 2006 - einen Ring. Sie wären allerdings nicht das erste erfolgreiche Trio der NBA-Geschichte
LeBron James (l.) und Chris Bosh (M.) wechseln zur kommenden Saison nach Miami © getty

In Miami werden James und Co. als Helden gefeiert. Doch SPORT1 sieht in der Konstellation keinen Selbstläufer.

Von Ingo Weber

München - Miami - Es war der Auftritt dreier "Könige" in Basketball-Shorts. Die Vorstellung von LeBron James, Chris Bosh und Dwyane Wade in Miami glich einem Rockkonzert vor rund 13.000 Fans.

"Es ist wie beim All-Star-Game" rief Wade seinen neuen Mitspielern James und Bosh zu, bevor sie, umgeben von Rauch und Pyrotechnik, die Bühne betraten.

Die drei Superstars sind in Miami zukünftig für die große Show zuständig und sollen die Heat erfolgreichen Zeiten entgegenführen. Der Klub aus dem Sonnenstaat Florida gewann bislang erst einen NBA-Titel, was sich schon bald ändern soll.

Der Titel soll her

Mit dem Trio, das 2008 zusammen den Olympiasieg mit den USA gefeiert hatte, soll schon in der kommenden Saison die Meisterschaft her. 261250(DIASHOW: Die legendärsten Dreigestirne)

Der Hype um das Triumvirat ist derart groß, dass einige Fans drei Stunden vor der American Airlines Arena warteten, um ihre Idole aus nächster Nähe zu betrachten.

"Als ich hörte, dass James nach Miami geht, habe ich mich sofort ins Auto gesetzt und bin los gefahren. Diese Party wollte ich mir nicht entgehen lassen", sagt Sam Bleeker, ein Anhänger aus Boca.

James als Buhmann

Dass viele Menschen außerhalb Miamis "King" James nun als Buhmann sehen und von einem Offenbarungseid seinerseits sprechen, ist den Fans der Heat völlig egal.

"Cleveland hat sieben Jahre die Chance gehabt, mit ihm den Titel zu holen. Für LeBron ist jetzt die Zeit gekommen, zu gewinnen", meint Heat-Sympathisant Nick Munez.

Betrachtet man den Kader des Meisters von 2006 so muss man ihn in der kommenden Saison zum Kreis der Favoriten zählen, vielleicht sogar zum Topfavoriten.

Doch aus dem Fußball ist bekannt, dass Geld nicht automatisch Tore schießt. SPORT1 sieht auch in der neuen Konstellation in Miami keinen Selbstläufer und zeigt mögliche Baustellen auf.

Die Heat sind nicht eingespielt

Bei den Olympischen Spielen in Peking haben die drei Spieler gezeigt, dass sie zusammen durchaus harmonieren.

Doch zum Saisonstart werden die Heat alles andere als eingespielt sein, zumal die Kaderplanungen weiterhin nicht abgeschlossen sind.

Mit Derek Fisher von den L.A. Lakers soll ein fünffacher Meister den Spielaufbau der Heat ankurbeln. Der Titelverteidiger kämpft jedoch um den Point Guard 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse).

Michael Beasley, in der abgelaufenen Saison immerhin zweitbester Scorer in Miami, wird an die Minnesota Timberwolves abgegeben.

Sechs Experten tippen auf L.A.

Laut "Boston Globe" verlässt auch Jermaine O'Neal die Heat und wechselt zu den Celtics. Mit einem komplett umgebauten Team wird Miami in die neue Spielzeit starten ? keine optimale Voraussetzung.

Bemerkenswert: Von sieben befragten Experten von "ESPN" und "TrueHoop" sehen sechs die L.A. Lakers in der nächsten Spielzeit in der Favoritenrolle auf den Titel.

Die Heat mischen zwar bei allen vorne mit, doch nur Kevin Arnovitz traut ihnen den ganz großen Wurf zu. Erst in den kommenden fünf Jahren trauen die Experten den Heat den Titel zu.

Wer nimmt den letzten Wurf?

Mit drei Superstars im Kader wird sich oft die Frage stellen, wer den letzten Wurf nehmen soll? "Wade, es ist immer noch sein Team", meint ESPN-Experte Chris Sheridan und macht ein Problem deutlich.

Alle drei haben den Anspruch möglichst viele Punkte zu erzielen und sich in den Vordergrund zu spielen. Ob sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen und den Blick für den besser postierten Spieler haben, muss das Trio noch unter Beweis stellen.

Druck liegt auf Miami

Jedes Team, das in der kommenden Saison auf die Heat trifft, wird topmotiviert auflaufen. Jeder Klub ist von der Papierform her der Außenseiter, hat im Duell mit Miami nichts zu verlieren. Der Druck liegt beim Meister von 2006 und es bleibt abzuwarten, wie das Triumvirat damit umgeht.

Es wird auch interessant sein zu sehen, wie das ambitionierte Team reagiert, sollte sich der Erfolg nicht wie gewünscht einstellen. Wie lange werden die Stars in diesem Fall ruhig bleiben?

Baustellen gibt es für das neue Dreigestirn der Heat also genug. Doch können sie das Potenzial optimal ausschöpfen, werden sie nur schwer zu schlagen sein.

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