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Shaq gewann 2000, 2001 und 2002 mit dem Lakers den Titel, 2006 mit den Heat © getty

Der einstige Dominator unter dem Brett findet keinen Klub. Seine Gehaltsvorstellungen und Engpässe an freien Center-Stellen kommen ihm in die Quere.

Von Rainer Nachtwey

München/Boston - Brendan Haywood 55 Millionen Dollar, Darko Milicic 20 Millionen Dollar, Johan Petro 10 Millionen Dollar - 13 Free-Agent-Center haben einen neuen Vertrag unterschrieben, nur einer wartet noch auf ein Angebot: Shaquille O'Neal.

Der einstige Dominator unter dem Brett findet keinen Klub, der seinen Gehaltsvorstellungen nachkommt.

Acht Millionen Dollar fordert der mittlerweile 38 Jahre alte 2,16-Meter-147-Kilogramm-Koloss - und einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Kein Platz für Shaq

"Ich habe keine Ahnung, wer ihn nehmen könnte", wirkt ein Scout eines Eastern-Conference-Teams ratlos.

Shaq, die Dampfwalze unter dem Korb, findet keinen Klub? Eigentlich undenkbar, aber es scheint derzeit die Realität zu sein.

Den Meisterschaftskandidaten - und nur zu denen will der einstige Superman - fällt es schwer, selbst für das Veterans-Minimun von 1,35 Millionen Dollar Platz unter dem Salary Cap zu schaffen 76464(DIASHOW: Shaqs markanteste Sprüche).

Keine guten Erinnerungen an Ex-Klubs

Sein alter Klub Cleveland Cavaliers zählt nach LeBron James' Abgang nicht mehr zum engeren Favoritenkreis, Miami mit dem neuen Dreigestirn hat sich bereits die Dienste von Zydrunas Ilgauskas und Jamaal Magloire gesichert 261250(DIASHOW: Die legendärsten Dreigestirne).

Bei seinen ehemaligen Klubs Los Angeles Lakers, Orlando Magic und Phoenix Suns hat er verbrannte Erde hinterlassen, trennte sich im Streit von Trainern, Spielern und Team-Besitzern (Lakers, Suns) oder beleidigte sie, als er noch beim Gegner unter Vertrag stand (Magic).

Haywood statt Shaq

Auch bei den Dallas Mavericks und den Atlanta Hawks war O'Neal im Gespräch. Die Texaner verlängerten jedoch mit Brendan Haywood und verpflichteten Tyson Chandler per Trade.

"Er kann einem Titelkandidaten sicherlich weiterhelfen", sagt Mavericks-Besitzer Mark Cuban, "bei uns hat es durch die Vertragsverlängerung von Brendan einfach nicht mehr gepasst."

Selbst die dritte Center-Position ist in Dallas bereits an Ian Mahinmi vergeben.

Collins statt Shaq

Atlanta ist mit Al Horford und Zaza Pachulia auf der 5 gut aufgestellt.

Zwar hatten die Hawks überlegt, dem noch etwas "grünen" Horford O'Neal als Mentor zur Seite zustellen, die Gehaltsforderungen schreckten sie jedoch ab, und so steht Jason Collins als dritter Mann nun vor einer Vertragsverlängerung.

Kontingent schon ausgeschöpft

Portland Trail Blazers? Greg Oden, Marcus Camby und Joel Przybilla stehen beim Klub aus Oregon bereits unter Vertrag.

Utah? Al Jefferson und Mehmet Okur müssen sich bereits die Zeit teilen, als Nummer 3 wird Shaq kaum unterschreiben. Gleiches gilt für Denver mit Nene und "Birdman" Chris Andersen.

Die Chicago Bulls nahmen zuletzt Kurt Thomas unter Vertrag, damit ist ihr Center-Kontingent mit Joakim Noah, Thomas und Rookie Omer Asik ausgeschöpft 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse).

Thunder zu schnell für Shaq

Bleiben nur noch die Boston Celtics und die aufstrebenden Oklahoma City Thunder.

In OKC dürfte es O'Neal schwer fallen, dem schnellen Spielstil von Kevin Durant, Russell Westbrook und Co. zu folgen.

Letzte Hoffnung Boston

Bleibt also nur noch Boston. Die Celtics verpflichteten zuletzt zwar Namensvetter Jermaine O'Neal, aber nach Kendrick Perkins Verletzung und dem anstehenden Rücktritt von Rasheed Wallace fehlt ein weiterer Center.

Problem: Nach der Vertragsverlängerung von Marquis Daniels ist kein Platz unter dem Salary Cap, um Shaq als Free-Agent zu binden.

Bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich die Cavaliers auf einen Sign-and-Trade-Deal einlassen.

Schicksal eines Auslaufmodells?

Sonst droht O'Neal, dem Big Fella, dem Big Aristothle, wie er sich selbst bezeichnet, das, was er den alternden Centern wie David Robinson, Hakeem Olajuwon und Patrick Ewing zu seiner Hochzeit angetan hat:

Er wird in Rente geschickt, dann aber von einem Brendan Haywood, Darko Milicic und Johan Petro.

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