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Jason Kidd (l.) und Dirk Nowitzki spielen seit Februar gemeinsam in Dallas © getty

Am 30. Oktober starten die Mavericks in die neue NBA-Saison. Sport1.de analysiert die Lage der Texaner in drei Teilen. Der Mavs-TÜV:

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Es war ruhig in "Big D" - zu ruhig, dachte sich vielleicht Josh Howard. Statt mit spektakulären Neuverpflichtungen sorgten die Dallas Mavericks durch einen ihrer Topstars in der Offseason für Schlagzeilen.

Ob Marihuana-Geständnis, illegale Autorennen oder Veralbern der Nationalhymne, Howard betrieb zum Teil schon "medialen Selbstmord", wie so manche Zeitung in den USA behauptete.

Dabei wollen die Mavs doch durch sportliche Schlagzeilen glänzen. Vor allem die Vormachtsstellung im Staate Texas, die man sich 2006 durch die Finals-Teilnahme erkämpft hatte und nach den beiden Erstrunden-Niederlagen in den Playoffs wieder verloren hatte, soll nach Ansicht von Besitzer Mark Cuban zurück gewonnen und aus den Titelträumen Realität werden.

Ruhe auf dem Free-Agent-Markt

Trotz dieser Zielsetzung verzeichnete Dallas - ebenso wie die Konkurrenten San Antonio und New Orleans - eine auf dem Transfermarkt recht ruhige Offseason,

Einzig Houston hat durch die Neuverpflichtungen - unter anderem Ron Artest aus Sacramento - zumindest auf dem Papier aufgerüstet.

Die Passivität der Mavericks auf dem Free-Agent-Markt unterstreicht die Rückholaktion von DeSagana Diop aus New Jersey. Der Center war beim Trade von Jason Kidd nach Dallas zu den Nets geschickt worden und erhielt nun einen Fünf-Jahres-Vertrag über 31 Millionen Dollar.

Nur der neue Trainer Rick Carlisle sorgt dafür, dass sich in der Mannschaft etwas ändert. Ein neues, schnelleres System und eine neue Starting-Five - Antoine Wright anstelle von Jason Terry auf der Shooting-Guard-Position - gehören zu den Maßnahmen.

Sport1.de unterzieht die Mavs einem Check in drei Teilen.

Go-to-Guy und Schlüsselspieler:

Dirk Nowitzki ist und bleibt der Go-to-Guy der Mavericks. Bereits im letzten Jahr war er in 77 Regular-Season-Spielen 47 Mal der Topscorer seines Teams, obwohl er in den ersten neun Partien nur einmal die meisten Punkte bei den Mavs erzielte. Die zum Saisonstart geringe Punkteausbeute lag aber an Avery Johnsons Versuch, ihn mehr in die Rolle des Spielgestalters zu rücken.

Zwar hatte die Konkurrenz große Probleme mit Nowitzkis neuer Rolle - "Er ist unheimlich schwer zu verteidigen", sagte David West im Sport1.de-Interview - aber eben nicht nur die Konkurrenz, sondern auch Nowitzki selbst und seine Mitspieler.

Carlisle verteilt Verantwortung

Unter Rick Carlisle soll der Würzburger wieder vor allem für eines sorgen: Punkte - wenn es geht nach Zuspielen von Jason Kidd. Der Oldie spielt im neuen Tempo-Basketball die entscheidende Rolle und soll hierbei Regie führen.

Damit wird er etwas Last von Nowitzkis Schultern nehmen und der neue Schlüsselspieler der Mavericks. "Ich freue mich schon darauf, für Rick zu spielen", hatte der Point Guard nach der Verpflichtung Carlisles gesagt. "Rick hat kein Problem damit, wenn Spieler, denen er vertraut, das Team führen. Er hat mir bereits gesagt, dass ich den einfachen Korberfolg suchen soll, aber dennoch wird er immer wieder die Spielzüge vorgeben."

Kidd muss selbst punkten

Allerdings fordert der Coach auch die Scorerqualitäten seines Point Guards. Das weiß Kidd:

"Wir haben jede Menge Waffen auf dem Court, aber ich muss noch mehr meine Würfe nehmen." Dies war vor allem letzte Saison das Problem. In seinen 29 Regular-Season-Spielen für die Mavericks warf der Spielmacher nur in acht Partien mehr als zehnmal auf den gegnerischen Korb.

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