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Chris Bosh verbuchte in sieben Raptors-Jahren 20,2 Punkte und 9,4 Rebounds pro Spiel © getty

Bryan Colangelo tritt gegen seinen Ex-Star nach: Chris Bosh sei 2010 "nicht mehr derselbe" und tauge nicht als "Herzstück".

Von Michael Spandern

München - Drei Wochen nach LeBron James hat auch Chris Bosh für den Wechsel zu den Miami Heat die Abrechnung seines alten Chefs bekommen.

Zwar zieht Raptors-Boss Bryan Colangelo gegen seinen abgewanderten Topscorer kühler zu Felde als Cavaliers-Besitzer Dan Gilbert in seinem Pamphlet gegen "den selbsternannten King", doch in der Sache kriegt auch Bosh einiges ab.

Der fünfmalige NBA-All-Star trage die Verantwortung für das Verpassen der Playoffs 2010, sagte Colangelo dem kanadischen Radiosender "FAN 590": "Ob er sich nun gedanklich schon verabschiedet hatte oder einfach nicht bei der Sache war - er war nicht mehr derselbe."

"Er traf die Wahl, nicht zu spielen"

Colangelo wirft dem 26-Jährigen zudem vor, sich beim Auskurieren von Verletzungen mehr Zeit als nötig genommen zu haben.

"Obwohl keine große Schwellung oder eine größerer Bänderschaden im Kernspin zu erkennen war, wollte er noch sechs weitere Spiele pausieren", so der Manager.

"Ich zweifele nicht an seiner Verletzung. Aber er hatte das ärztliche Okay zu spielen, falls er dazu bereit sei, aber offensichtlich war er es nicht. Er traf die Wahl, nicht zu spielen", erinnert sich Colangelo an das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Chicago im Frühjahr.

110 Millionen als dritte Kraft

Die Raptors verspielten ihren Vorsprung, als sie vier dieser sechs Spiele verloren, und verpassten trotz gleich vieler Siege mit den Bulls die Playoffs. "Wir hatten gehofft, dass er früher zurückkehrt. Wir sind wirklich gestrauchelt", unterstreicht Colangelo.

Hoffnungen, dass der Free Agent einen neuen Vertrag bei den Raptors unterschreibt, habe er sich nie gemacht: "Es wurde einfach zu viel getan, damit er sich hier aus dem Staub machen kann. Und er hat sich entschieden, das zu tun." 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Obwohl er in Miami wohl nur die dritte Geige hinter James und Dwyane Wade spielt, streicht der Power Forward in den nächsten sechs Jahren 110 Millionen Dollar ein.

Colangelos vergebliche Bemühungen

Colangelo glaubt indes, dass Bosh das Format fehlt, um die treibende Kraft zu sein: "Er ist kein Franchise Player. Wir haben uns vergebens bemüht, um Chris herum einen Titelkandidaten zu bauen. Egal welche Spieler, egal welcher Spielweise: es hat nicht funktioniert. Die Mischung mit ihm als Herzstück stimmte nie."

Allerdings muss sich Colangelo vorhalten lassen, dass er die Ergänzungsspieler zu Bosh ausgewählt hatte.

In den vergangenen fünf Jahren hießen Boshs gefährlichste Nebenleute Mike James, T.J. Ford, Anthony Parker, Jose Calderon oder Andrea Bargnani.

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