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Gut, dass sie ihre Namen vorzeigen: Die vier Neuen bei den Nets kennt nicht jeder © getty

Multimilliardär Prochorow hat bei den Nets Pech. Doch bis 2015 soll der Titel her - oder er tut Buße. James spricht er Lob aus.

Von Olaf Mehlhose und Michael Spandern

München ? In einer perfekten Welt hätte es der Sommer der New Jersey Nets werden können.

Doch schlitterte das schlechteste Team der vergangenen Saison und sein neuer, milliardenschwerer Besitzer auch in der Offseason von Pleite zu Pleite.

Nach größtmöglichem Pech im Draft verpasste es Michail Prochorow im Free-Agents-Geschacher nicht nur, sich den Hauptpreis LeBron James zu sichern. Kein einziger Hochkaräter heuerte in den Meadowlands an.

Doch der Russe, mit einem Gesamtvermögen von rund 13 Milliarden Dollar der Roman Abramowitsch der NBA, erweist sich immerhin als guter oder cleverer Verlierer.

Schriftliches Plädoyer für James

Während James allerorts Kritik am Wechsel zu den Miami Heat entgegenschallt, springt Prochorow dem MVP zur Seite.

Aus Moskau schreibt er der "USA Today ": "Ich möchte betonen, dass ich LeBron, den besten Athleten der NBA, unterstütze. Er hatte eine schwierige Entscheidung zu treffen."

"Dass er seinen Entschluss auf Erfolgsaussichten begründet, zeigt, dass der Sportsmann gegenüber dem Entertainer oder dem Geschäftsmann gewonnen hat", meint der 44-Jährige. "Was ist daran falsch?"

35 Millionen für Outlaw

Ist Prochorow, der sein Imperium aus Banken und Bergbauunternehmen aufbaute, nur glücklich, dass "The Chosen One" nicht zum Erzrivalen New York Knicks wechselte? Oder liebäugelt er mit einem zukünftigen Ja-Wort von James?

Spielraum genug haben die Nets jedenfalls, da sie nur verhältnismäßig günstige No-Names unter Vertrag nahmen.

Den dicksten Vertrag - 35 Millionen in fünf Jahren ? erhält ausgerechnet ein Youngster, dessen Werte seit fünf Jahren rückläufig sind. Der 25-jährige Travis Outlaw, der 2003 ohne Collegeerfahrung in die Liga kam und in der Vorsaison verletzungsbedingt nur elf Spiele für Portland bestritt. 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Titel oder Traualtar

Die weiteren Neuverpflichtungen heißen nicht Stoudemire oder Boozer, sondern Jordan Farmer, Anthony Morrow und Johan Petro.

"Ich bin zuversichtlich, die Nets zu einem der besten Teams der Liga zu machen", ließ Prochorow zu seinem Amtsantritt verlauten.

Und er hält daran fest, spätestens 2015 den Titel mit den Nets zu holen. Sonst werde der umtriebige Junggeselle Buße tun - heiraten.

Ost-Konkurrenten kriegen Wall und Turner

Der erste Rückschlag ereilte Prochorow, kurz nachdem er die Mehrheit am zweimaligen Finalisten erworben hatte:

Die Nets erhielten bei der Draft-Lotterie trotz größter Chancen nicht einen der beiden Toppicks. Die beiden klar favorisierten Talente John Wall und Evan Turner gingen nach Washington und Philadelphia.

Dann zeigte James den Nets recht frühzeitig die kalte Schulter, trotz der Freundschaft zu Rapper und Minderheitseigner Jay-Z, trotz der Aussicht, bereits im nächsten Jahr im ultramodernen neuen Barclays-Center zu spielen.

Aber der Multimilliardär lässt sich nicht beirren: "Seid geduldig! Unterstützt unser Team! Wir haben großen Ehrgeiz, Miami zu schlagen", sagt Prochorow den Fans und scherzt. "Jay-Z und ich, das sieht doch auch schon richtig gut aus."

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