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Carlos Boozer verbuchte in den Playoffs 09/10 19,7 Punkte im Schnitt für Utah © getty

Die Chicago Bulls sind einer der Gewinner der Off-Season. Kluge Neuverpflichtungen sollen den ehemaligen Serienmeister beleben.

Von Tobias Hlusiak

München ? Die Bulls sind komplett.

Während andere NBA-Teams noch unter Hochdruck am Kader für die Ende Oktober beginnende Saison basteln, hat Chicago bereits alle Mann an Bord.

Die Fans werden sich an einige neue Gesichter gewöhnen müssen, dies aber mit Vergnügen tun.

Denn: Der Serienmeister der 1990er Jahre hat seinem Team jede Menge Erfahrung und Talent hinzugefügt. Die Meisterschaft scheint kein abwegiges Ziel.

Königstransfer Boozer

Carlos Boozer gehört zu den stärksten Power Forwards der NBA. Nach kurzen Verhandlungen verließ der Free Agent Utah, trägt ab sofort das Bulls-Jersey mit der Nummer 5.

In der Rotation nimmt der 28-Jährige den Platz des letztjährigen Rookies Taj Gibson ein, der seine Energie in Zukunft von der Bank liefern soll.

Boozer soll seine Scoring-Fähigkeiten einbringen, das junge Team führen und Center Joakim Noah bei der Drecksarbeit unter den Körben unterstützen.

Doch nicht nur ihr Top-Transfer macht die Bulls gefährlicher.

Die Zukunft der Bulls bleibt

Nahezu auf jeder Position haben die Manager Gar Forman und John Paxson ihrem Team ein Upgrade verpasst - auch wenn drei Starter wohl gleich bleiben 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse).

Die Zukunft der Bulls heißt Derrick Rose. Der Point Guard verbuchte schon in der vergangenen Saison 20,8 Punkte und glatte sechs Assists pro Spiel.

"Das ist jetzt mein Team", sagt der gereifte ehemalige Rookie des Jahres.

Rose auf dem Vormarsch

Man braucht keine Kristallkugel, um vorauszusagen, dass Rose' Zahlen in der kommenden Saison steigen werden.

"D-Rose" arbeitet hart. Seinen Bewegungsablauf beim Dreier hat er im Sommer verbessert, um noch schwerer auszurechnen zu sein.

Hinzu kommt, dass in Boozer und dem neuen Small Forward Ronnie Brewer Teamkollegen da sind, die wissen, wie man den Ball in den Korb befördert.

Ohne "Captain Kirk" zu neuen Höhen

Brewer ersetzt Kirk Hinrich, der an die Washington Wizards abgegeben wurde.

Der ehemalige Jazz-Spieler bringt Länge und defensive Stabilität mit, kostet mit drei Millionen Dollar pro Jahr aber sechs weniger als "Captain Kirk".

Centerjuwel Noah legte schon in der vergangenen Saison beachtliche Zahlen auf: 10,7 Punkte und elf Rebounds im Schnitt.

Mit Boozer soll der Sohn von Tennis-Legende Yannick Noah eine der gefährlichsten Big-Men-Combos der Liga bilden.

Nur eine Schwachstelle

Die Verpflichtung eines weiteren Top-Free-Agents verhinderte nur Loul Deng.

Chicago versuchte mit aller Macht, den chronisch überbezahlten (10 Millionen Dollar/Jahr) Small Forward in ein Tauschgeschäft zu integrieren.

Nur: Kein Team wollte die Nummer 9 in seinem Team sehen. Ein überduchschnittlicher Wurf aus der Mitteldistanz und hier und da ein Dreier reichen in der besten Liga der Welt bei weitem nicht zu Starruhm.

Wunschtrainer mit Defensiv-Tick

Der neue Coach Tom Thibodeau wird trotzdem versuchen, Deng in die Spur zu bekommen.

Ohnehin braucht der Neuling auf der NBA-Headcoach-Bühne jeden Mann, um sein kraftraubendes Spielsystem umzusetzen.

Der Defensiv-Guru war die treibende Kraft im Trainerteam der Boston Celtics, das 2008 die Meisterschaft holte.

"Defensive ermöglicht Offensive", gilt als Leitsatz des 52-Jährigen, der Vinny del Negro ablöst. Dieser heuert bei den Los Angeles Clippers an.

Die Bank verleiht Tiefe

Die Mischung in der "Windy City" scheint zu stimmen und wird durch eine neuformierte Bank abgerundet.

Kyle Korver, C.J. Watson, Rookie Ömer Asik und Veteran Kurt Thomas sind allesamt excellente Rollenspieler und verleihen den Bulls Tiefe.

Eine Bilanz von 41 Siegen bei ebensovielen Niederlagen waren in der vergangenen Spielzeit ein achtbarer Erfolg.

In der kommenden Spielzeit wäre diese Bilanz eine Enttäuschung.

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