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Starter-Kandidaten - in Cleveland: Williams, Anderson Varejao und Anthony Parker (v.l.) © getty

In Cleveland soll die "Kultur des Siegens" auch ohne den MVP andauern. James-Ersatz ist ein Ungedrafteter, zwei Deals scheitern.

Von Michael Spandern

München - Der MVP ist weg, die Center-Legende auch, und die Neuen taugen wohl nur für die Ersatzbank. Die Cleveland Cavaliers stehen ohne LeBron James und Shaquille O'Neal mit heruntergelassenen Hosen da. ("St. Shaqtrick" für die Celtics)

Zumal Ex-All-Star Zydrunas "Z" Ilgauskas seinem Kumpel James nach Miami folgte und die Cavs ihre diesjährigen Draftrechte weggetauscht hatten.

Und dann platzten auch noch die Transfers von Kyle Lowry und Matt Barnes. Swingman Barnes spielt 2010/11 lieber für halb so viel Geld beim Titelverteidiger L.A. Lakers, Lowry bleibt bei den Houston Rockets, die den Spielmacher hielten, indem sie mit Clevelands Angebot gleichzogen.

Moon rückt wohl an James' Stelle

Der heiß erwartete Signing Summer 2010? Den Cavaliers-Fans läuft es kalt den Rücken herunter.

Ersatz-Regisseur Ramon Sessions und Ersatz-Center Ryan Hollins kamen im Tausch für Delonte West und Sebastian Telfair aus Minnesota, Ersatz-Außenspieler Joey Graham als Free Agent aus Denver. 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Und der Ersatz-LeBron? Die Small-Forward-Stelle in der Startfünf dürfte intern besetzt werden mit dem ungedrafteten Jamario Moon, der in der vorigen Saison mit durchschnittlich 4,9 Punkten und 0,5 Assists nicht eben auffiel. ("Quitness" James gießt Öl ins Feuer)

Mo Williams "der Schlüssel"

Doch Neu-Coach Byron Scott, der kurz vor LeBrons Weggang anheuerte, gibt sich unverzagt: "LeBron zu verlieren ist hart, aber er ist auch nur ein Spieler. So weit ich weiß, braucht es fünf Spieler um zu gewinnen", sagte er den "Sporting News".

Es herrsche eine "Kultur des Siegens" bei den Cavs, und die wolle er pflegen. Zum einen mit Topverdiener Antawn Jamison, der in der kommenden Spielzeit 13,36 Millionen Dollar einstreicht. Allerdings liegen die besten Tage bereits hinter dem 34-Jährigen, der 2005 und 2008 ins All-Star Game der NBA berufen worden war.

Zum anderen setzt Scott auf Point Guard Mo Williams. "Er wird für uns der Schlüssel sein und uns im Angriff nach vorne treiben. Ich will ihn wieder in All-Star-Form bringen."

Der Manager will "flexibel bleiben"

Angesichts einer Startfünf, die neben Williams, Jamison und Moon wohl Shooting Guard Anthony Parker und Brettspieler Anderson Varejao komplettieren, schaut General Manager Chris Grant allerdings lieber in die fernere Zukunft.

Aus Shaqs Wechsel durch einen Sign-and-Trade-Deal einen anderen teuren Veteranen herauszuschlagen, habe keine Priorität gehabt, auch die Trade-Sondererlaubnis in Höhe von 14,5 Millionen werde Cleveland sich aufsparen.

"Wir wollen flexibel bleiben", erläutert Grant. "Wir hatten einige Gelegenheiten, langfristige Verträge zu vergeben, aber wir haben uns dagegen entschieden. Wir wollen nicht unsere Zukunft für kurzfristige Verbesserungen veräußern."

Verzweifelte Rufe nach Iverson und "T-Mac"

Die Fans aber haben auch die nähere Zukunft im Auge. Beinahe verzweifelt werden Rufe laut, lukrative Ein-Jahres-Verträge an die einstigen Korbjäger-Könige Allen Iverson und Tracy McGrady zu vergeben. Beide liegen allerdings nicht ohne Grund seit Wochen auf der Resterampe der Free Agents.

Der schönere Traum trägt den Namen Harrison Barnes. Der 18-Jährige vom Michael-Jordan-College in North Carolina gilt als Nummer-1-Draftpick 2011 und spielt auf der James-Position.

Um bei der Verlosung dieses Draftrechts eine Chance zu haben, dürften die Cavs nicht besser als auf dem drittletzten Platz abschneiden. Das ist mit oder ohne "T-Mac" im Bereich des Möglichen.

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