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LeBron James 2009 beim "Bike-a-thon" in seiner Heimatstadt Akron © getty

Nachdem LeBron James die Cleveland-Fans mit einer Zeitungsanzeige vor den Kopf gestoßen hatte, lenkt er nun öffentlich ein.

Von Marc Ellerich

München - München - Es hat lange gedauert, aber nun hat NBA-Superstar LeBron James offenbar doch noch Frieden mit den Fans in Cleveland und Ohio geschlossen.

Oder war der 25-Jährige, der in der kommenden Saison im Trikot der Miami Heat auflaufen wird, lediglich um Schadensbegrenzung bemüht, nach breit gestreuter und harter Kritik an seinem Wechsel nach Florida. (LeBron? "Auch nur ein Spieler")

Beim "Bike-a-thon" in Akron, seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Bekanntgabe seines Abschieds von den Cleveland Cavaliers, jedenfalls richtete James versöhnliche Worte ans Publikum.

Viel böses Blut

"An die Stadt Cleveland, meine Fans in Cleveland und meine Fans in Nordost-Ohio", leitete er seine kurze Rede ein: "Ich möchte mich für die vergangenen sieben Jahre bedanken und auch für die Zeit, die noch kommen wird." 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Dann wiederholte James den Satz mehr oder weniger wortgleich - vielleicht weil er vom warmen Applaus der Menschen in seiner Geburtsstadt gerührt war oder um ihrer Wirkung wirklich hundertprozentig gewiss zu sein.

Denn der Small Forward hatte mit der Bekanntgabe seines Wechsels zu den Heat für viel böses Blut bei den Anhängern der Cavaliers, besonders im 55 Kilometer entfernten Cleveland, gesorgt.

Auf sicherem Boden

In Cleveland bekommt man mittlerweile ein bitteres Bier namens "Quitness" mit dem dazu passenden T-Shirt, das auf einen Werbespot des Stars anspielt. "We are all Quitnesses" steht darauf zu lesen. ("Quitness" James gießt Öl ins Feuer)

Dass James ausgerechnet Akron als Ort seiner Versöhnungsrede wählte, hat durchaus einen Grund. Hier fühlt sich der Spieler, der 2003 der erste Pick der Cavaliers war, offenbar auf sicherem Terrain.

Und hier wird ihm auch nach den Querelen der vergangenen Wochen weiterhin Sympathie entgegengebracht. Was kaum verwundert, schließlich hatte James sich in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige bei den Bewohnern Akrons bedankt - aber eben nur bei ihnen, was im nicht allzu weit entfernten Cleveland gar nicht gut ankam.

James will keinen Ärger

Wohl auch deshalb schob James die Stadt, für die er in der NBA bisher auflief, an den Anfang. Den Namen seiner Heimatgemeinde Akron hatte er dafür auf das rote T-Shirt drucken lassen, welches er beim "Bike-a-thon" anhatte.

Diesmal - das war ganz offensichtlich - wollte sich James mit niemandem anlegen. Er sprach vom bedeutendsten Tag des Jahres: "Weil ich der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, der Stadt, die ich liebe, etwas zurückgeben kann."

Sprach's und hüpfte unter dem Jubel der Menge auf ein Fahrrad, um gemeinsam mit 400 Kindern die kurze Strecke abzuradeln.

Keine Fragen zugelassen

Alles richtig gemacht also, zumindest fast alles. Denn nur eine Gruppe dürfte nach LeBron James' versöhnlichem Auftritt zornig zurückbleiben: Die Journalisten. Ihre Fragen waren an diesem Tag untersagt worden.

Nichts sollte LeBrons große Friedensshow stören.

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