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Sinkende Turnover-Rate: Jason Kidds (r.) Pässe werden genauer © getty

Vor dem Saisonauftakt analysiert Sport1.de die Dallas Mavericks. Im dritten Teil des Mavs-TÜV geht es um Angriff und Verteidigung.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - 82, 102, 79, 100, 85, 109, 109 und 114. Nein, das sind nicht Bingo-Zahlen.

Es sind die Punkte der Gegner in den acht Preseason-Spielen, die die Dallas Mavericks zugelassen haben.

Insgesamt 780 Zähler, was einem Schnitt von 97,5 entspricht. Dass es trotz 817 eigenen Zählern - über die acht Partien gesehen etwas mehr als 102 - dennoch nur zu einer ausgeglichenen Bilanz erreicht hat, lässt bei den Mavericks die Alarmglocken schrillen.

"Unser Ziel war es im Angriff jede Menge Spaß zu haben, dabei aber die Defensivarbeit nicht zu vernachlässigen. Zurzeit sind wir aber noch den einen oder anderen Schritt zu langsam", bemerkte Dirk Nowitzki vor dem abschließenden Vorbereitungsspiel gegen die Indiana Pacers.

Sport1.de blickt im dritten Teil des Mavs-TÜV auf die Entwicklungen in Abwehr und Angriff der Texaner.

Defense:

Es passt noch nicht. Das hat die Preseason gezeigt. Trainer Rick Carlisle war insbesondere nach dem fünften Vorbereitungsspiel gegen Sacramento, als man die Kings 124:109 bezwang, alles andere als zufrieden. Insbesondere das erste Viertel gefiel Carlisle nicht.

"Wenn der Gegner jedes Mal punktet, wenn er in Ballbesitz ist, dann werden wir nicht gewinnen, egal welches Talent in unserer Offensive schlummert", zeigte sich der Coach auf der Pressekonferenz nach der Begegnung angefressen.

In der darauffolgenden Partie gegen Chicago, als Dallas in der zweiten Halbzeit eine 23-Punkte-Führung aus der Hand gab und mit 105:109 verlor, war es das dritte und letzte Viertel. 30 bzw. 36 Punkte ließen die Mavericks zu. "So sehen die Zahlen von Verlierern aus", war Carlisles Kommentar.

Ausrichtung am Ball

Um dies abzustellen, wurde anschließend vermehrt Wert auf Konditionstraining gelegt. "Bei meinem hatte Amtsantritt hatte ich bereits gesagt, dass die Jungs ins Schwitzen kommen werden", meinte Carlisle und setzte es auch in die Tat um.

Seine Vorstellung und sein Ziel ist, dass der Ball nach gegnerischem Besitz in den Händen der Mavericks landet - und zwar durch einen Rebound. Dabei werden sich alle fünf Akteure in der Verteidigung am Ball ausrichten.

"Das ist für uns nichts Neues. Wir Center müssen dann die Fehler der Guards ausmerzen", scherzt Center Erick Dampier.

Konditionelle Mängel

"Nein, es ist doch ganz einfach. Du musst als Mannschaft funktionieren. Entweder funktioniert alles oder nichts. Mit einem einzelnen Spieler oder einer einzelnen Position kann man nicht unzufrieden oder zufrieden sein", führt Dampier weiter aus.

Im Moment fehlt den Mavericks laut Carlisle noch die Kondition, um sich am Ball zu orientieren. "Wir sind noch nicht so weit" stellt der Trainer fest um gleich festzuhalten, dass dies aber kommen werde.

Und erste Ansätze sind auch zu erkennen gewesen. Im ersten Viertel hielten die Mavericks die Bulls bei einer Trefferquote von 19 Prozent (4 von 21).

Offense:

Im Gegensatz zur Verteidigung läuft es hier bei den Mavericks schon rund. Die Spieler haben sich an den von Carlisle vorgegebenen Tempo-Basketball gewöhnt.

Dies ist insbesondere an der sinkenden Turnover-Rate bei Jason Kidd zu verfolgen.

Kidds Pässe werden genauer und die Mitspieler wissen, wo seine Anspiele landen. "Wenn wir den Schnellangriff einläuten, spielt er dich genau dort an, wo du sein sollst", sagt Carlisle. "Er bringt dich in die Position, damit du attackieren und zum Korb ziehen kannst oder eine andere Möglichkeit wahrnimmst."

Das Voraussehen des Kusses

Sein Film-Vergleich bei Kidd vor dem Spiel gegen Chicago - "Er weiß schon vor allen anderen, wo und wann der Junge das Mädchen küssen wird" - zeigt Carlisles Wertschätzung gegenüber dem Routinier.

Es sind allerdings nicht nur die Fastbreak-Pässe, die Carlisle ins Schwärmen kommen lassen. Kidds verbesserter Zug zum Korb hat es dem Coach ebenfalls angetan.

Dadurch schafft er Freiräume für die Mitspieler. Gegen die Bulls gab Kidd Nowitzki und Josh Howard durch den Zug zum Korb und dem anschließenden Anspiel nach Außen genügend Zeit für Dreier. Mit Erfolg.

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