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Rudy Fernandez wurde 2007 an 24. Stelle von den Phoenix Suns gedraftet © getty

Großer Wirbel um den spanischen Weltmeister der Trail Blazers: Rudy Fernandez will Portland auf Biegen und Brechen verlassen.

Von Marc Ellerich

München - Die NBA hat ihr Interesse an Rudy Fernandez nicht verloren - umgekehrt sieht es allerdings ganz anders aus.

15 Teams, darunter große Namen wie die Boston Celtics und die Chicago Bulls, hätten Interesse am spanischen Guard in Diensten der Portland Trail Blazers bekundet, teilte Fernandez' Agent Andy Miller laut "Yahoo.Sports" mit. 246607(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Allein: Fernandez hat die Lust an der berühmtesten Basketball-Liga der Welt verloren. Er will nicht mehr zu einem der großen Teams getradet werden, er will nach Hause, nach Europa.

19 Spiele verpasst

Fernandez, eigentlich ein Liebling der Fans, sei unglücklich mit seiner Rolle bei der Franchise aus Oregon, für die er nach seinem Empfinden zu wenig spielte. 23 Minuten verbrachte er in der Vor-Saison durchschnittlich auf dem Feld.

Fernandez, der sich in der vergangenen Saison einer Rücken-Operation unterziehen musste, 19 Spiele in Folge verpasste und daher nur einen Punkteschnitt von 8,1 vorweisen konnte (NBA-Karriere-Schnitt: 9,4 Punkte), wäre bei Portland gerne Spielmacher, sieht sich im Offensiv-System von Trainer Nate McMillan jedoch zum Shooter degradiert.

Lieber in Europa

Dass er in den vergangenen Playoffs in tragender Rolle nicht funktionierte - geschenkt. Fernandez Frust ist groß, jetzt will er also weg und eröffnet deshalb den Streit mit seinem Arbeitgeber. Er sehe kein Szenario, in dem Fernandez nach Amerika zurückkehren würde, teilte sein Agent mit.

"Er fühlt sich in Europa einfach wohler, er ist lieber dort, als in der NBA", sagte Miller über den Weltmeister von 2006.

Noch vor drei Monaten bat Fernandez über seinen Vertreter darum, zu einem anderen Team getradet zu werden. Was angeblich daran scheiterte, dass die Trail Blazers zuviel für den Guard verlangten.

Notfalls auf die Tribüne

Inzwischen ist ein Wechsel kein Thema mehr. Fernandez habe "Heimweh", so Miller.

Zwar hieß es, der Spieler, 2007 von den Phoenix Suns gedraftet, suche eine "einvernehmliche Lösung" mit den Trail Blazers, doch was Fernandez' Berater von sich gibt, spricht eine andere Sprache.

Der Überflieger, bei der EM 2009 in die Top-fünf des Turniers gewählt, werde notfalls zwei Saisons, die er noch in den USA unter Vertrag steht, auf der Tribüne aussitzen, ließ er verlauten. Die fällige Suspendierung durch Portland wolle er hinnehmen. (LeBron: Rückkehr nach Cleveland wäre großartig)

Die Liga ließ sich das Gebaren des Profis nicht mehr bieten und belegte ihn wegen schädigender Äußerungen mit einer Geldstrafe von 25.000 Dollar.

Portland stellt sich stur

Fernandez' Arbeitgeber hatte sich mittlerweile stur gestellt - auch weil McMillan wochenlang vergeblich versucht hatte, seinen Spieler telefonisch zu erreichen. Portland will den Spanier keinesfalls aus seinem Vertrag lassen, der dem 25-Jährigen in der kommenden Saison 1,2 Millionen Dollar einbrächte, in der folgenden 2,2 Millionen.

"Ich werde mich in nichts hineindrängen lassen", teilte Portlands Geschäftsführer Rich Cho mit. Man kenne zwar die Pläne des Spielers, dennoch werde man die beste Lösung für die Trail Blazers wählen.

Soll heißen: Man will den lustlosen Shooting Guard weiterhin per Trade loswerden. Man habe diverse Optionen geprüft, aber keine für Portland sinnvolle entdeckt. Er werde keinen Trade machen, nur um einen Trade zu machen, so Cho.

"Er wird nicht kommen"

Veto, schallt es von der Gegenseite. Auf das T-Wort antwortet Fernandez' Vertreter mit einem radikalen Nein. Er glaube nicht, dass es noch zu einem Wechsel innerhalb der NBA kommen werde, so Miller, "nein, ganz gewiss nicht".

Die Lage ist verhärtet. Fernandez werde nicht ins Trainingslager der Trail Blazers Anfang Oktober zurückkehren, kündigte Miller zuletzt an. "Für Rudy ist das Ding längst gelaufen", so der Agent: "Es wurden Versprechen gemacht, Opfer gebracht, aber es hat nicht funktioniert."

Warum also sollte man jemanden gegen seinen Willen zum Verbleib zwingen, fragte Miller. Fernandez werde nicht trainieren und wolle mit seinen Teamkollegen nichts mehr zu tun haben.

Miller: "Ich kann mich ab sofort nur noch aufs Dach stellen und rufen: Er wird nicht kommen. Er kommt nicht zurück. Ich hoffe, das ist klar."

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