vergrößernverkleinern
Paul Pierce wurde 1998 an zehnter Stelle im Draft von den Celtics ausgewählt © getty

Tränen, strittige Fouls, historische Punkte: Der NBA-Auftakt hatte alles. Die Celtics feiern sich und vereiteln eine Revanche.

Von Michael Spandern

München - Was für ein Auftakt für Paul Pierce! Der All-Star der Boston Celtics zerfloss zunächst bei der Fahnen-Zeremonie in Tränen, um dann zum Matchwinner beim 90:85 (43:50) gegen die Cleveland Cavaliers zu werden.

Pierce erzielte 27 Punkte, elf davon im Richtung weisenden dritten Viertel, das der Meister 23:14 gewann.

Er zog am Dienstagabend an Bob Cousy vorbei und ist nun mit 16.972 Punkten fünftbester Werfer der Celtics-Historie. Vor dem Forward rangieren ausnahmslos Hall-of-Fame-Spieler: John Havlicek, Larry Bird, Robert Parish und Kevin McHale.

Das erste Mal

Alle haben einige Titel eingeheimst, aber für Pierce war es das erste Mal, dass die Fahne des Meisters auch für ihn unter die Hallendecke gezogen wurde, wo nun 17 hängen.

Anschließend wurden den Akteuren des Champions auch die begehrten Ringe ausgehändigt.

"Es sind Momente wie diese, die man genießt. Wenn du vor den Leuten, die dir am nächsten sind, diese Fahne hochziehen und diesen Ring nehmen kannst, ist das sehr emotional", sagte Pierce.

Etwas neidisch dürfte Liga-Topscorer LeBron James gewesen sein, der noch ohne Titel ist.

Seine Cleveland Cavaliers, Finalisten von 2007, zogen sich während der Feierlichkeiten in die Umkleidekabine zurück. Dann dokumentierten sie den Celtics, dass sie Revanche für das Halbfinal-Aus vom Frühjahr in sieben Spielen wollten.

Zu viele Ballverluste

Nach nicht einmal sechs Minuten führten die Gäste 16:6, Mitte des zweiten Viertels dann 41:30.

Doch nach der Halbzeit kamen sie aus dem Rhythmus, und knapp zwei Minuten vor dem Schlussviertel kassierte James auch noch sein viertes Foul.

Während der "King" über einige Pfiffe lamentierte, machte Cavs-Coach Mike Brown die 21 Ballverluste seines Teams für die Wende verantwortlich.

James geht die Luft aus

Cleveland arbeitete sich nach einem Acht-Punkte-Rückstand wieder heran - auf 83:86 in der Schlussminute.

Doch James, mit 22 Punkten wieder einmal bester Werfer seines Teams, vergab zunächst einen Korbleger und verwandelte in den nächsten Angriffen nur je einen von zwei Freiwürfen.

Leon Powe (13 Punkte) und Ray Allen machten den Sack für die Gastgeber zu, deren Leader Kevin Garnett einen durchwachsenen Abend hatte (elf Punkte, zehn von fünfzehn Würfen daneben).

Zeremonie macht hungrig

"Mit all der Aufregung hat sich das heute wie ein weiteres Spiel 7 angefühlt", bekannte Cavaliers-Guard Delonte West, der ehemals in Boston spielte.

"Wir gratulieren ihnen zu einer großartigen Saison", meinte sein Teamkollege Anderson Varejao. "Das zu sehen macht uns hungrig, selbst einen Ring zu gewinnen."

Wer schaffet den Durchmarsch im Osten? Jetzt mitdiskutieren?

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel