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Jason Kidd (r.) erklärt die Marschroute: Sein Backup Terry (l.) und Nowitzki müssen folgen © getty

Im letzten Teil des Mavericks-TÜV geht es um den Trainer und seine Spieler. Noch akzeptieren diese Rick Carlisles Maßnahmen.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Vor dem Saisonauftakt analysiert Sport1.de die Dallas Mavericks. Der vierte Teil des Mavs-TÜV befasst sich mit Trainer und Kader.

Während der Kern der Spieler gleich geblieben ist, gab es nach zwei Erstrunden-Pleiten die Umbesetzung auf der Kommandobrücke.

Die Trennung von Avery Johnson war dringend nötig. Auch wenn die Mavericks unter ihm die Finals 2006 erreichten, und der "kleine General " einen nicht unbedeutenden Anteil daran hatte.

Der Coach

Doch zu groß waren die Spannungen zwischen dem Disziplin-Fanatiker Johnson und der Mannschaft. Dirk Nowitzkis "Diktator"-Kommentar belegt das Missverhältnis zwischen Coach und Team.

Mit Rick Carlisle lockte Besitzer Mark Cuban keinen harten Hund nach Dallas. In Indiana und Detroit verloren die Spieler schnell den Respekt vor ihm und muckten auf, was zum Ende hin auch meistens der Grund für die Trennung war.

Allerdings blühen die Spieler unter dem neuen Coach auf, ob Nowitzki, Jason Kidd oder Josh Howard. Und sie akzeptieren auch unpopuläre Entscheidungen.

Um einiges flexibler

Jason Terry, der sich voraussichtlich bei Spielbeginn auf der Bank wiederfinden wird, nimmt die Versetzung gelassen hin. Denn Terry weiß auch, dass er meist als erster eingewechselt wird und dabei auf seine Minuten kommt.

Carlisles Tempo-Basketball, den er in Dallas eingeführt hat, hat sich in der Offensive bereits gut etabliert. Vor allem sind die Maericks nun um Einiges flexibler.

Unter Johnson war das Angriffssystem festgefahren, die Kreativität war verloren. Allerdings erfolgen in der Defensive noch zu viele Fehler. "Wir brauchen noch Zeit dafür. Wir sind noch nicht so weit, wie wir sein sollten", sagt Carlisle. Ein Fehler, den er eingestehen muss.

Die Mannschaft

Point Guard: Jason Kidd ist als Starter gesetzt. Nach der Entlassung von Keith McLeod steht mit J.J. Barea nur ein weiterer echter Aufbau im Kader der Mavs.

Eine ganz andere Option wäre Jerry Stackhouse. "Stack " brillierte in der Vorbereitung mit seinen Vorlagen, kam in den ersten sechs Spielen auf 18, nur eine weniger als Kidd zu der Zeit auf dem Konto hatte.

"Er hatte gegen die Kings acht Assists in 19 Minuten, ich glaube ich muss mir um mein Posten Sorgen machen", scherzte Kidd.

Shooting Guard: Antoine Wright wird voraussichtlich den Vorzug vor Jason Terry erhalten. Denn Carlisle gefallen die Defensiv-Künste des ehemaligen Pacers.

Im Angriff muss Wright allerdings zulegen, wenn er noch mehr Minuten erhalten will.

Mit Jerry Stackhouse und Gerald Green stehen zwei weitere Alternativen für die zwei bereit. Green ist das exakte Gegenstück zu Wright. "Wir haben sein Talent in der Offensive nie in Frage gestellt", sagte Carlisle, deutete damit aber an, dass er mit Greens Verteidigung nicht zufrieden ist.

Small Forward: Carlisle hat seine Vorstellungen von Josh Howard. Er soll zum Korb ziehen und seine Würfe von außen nehmen. Nur eines soll er nicht machen: den Schritt zurück und dann werfen.

Dies wurde Howard vom neuen Coach gleich zu Beginn eingetrichtert und bisher hat er sich daran gehalten. Für Howard stehen mit Devean George, Gerald Green und auch Brandon Bass weitere Alternativen bereit.

Bass wird von Carlisle zwar bevorzugt auf der 4 oder der 5 eingesetzt, gab aber schon zu Papier, dass er sich auf der 3 auch recht wohl fühle. "Das ist eine Position in die ich immer mehr hineinwachse."

Power Forward: Ein Grund, warum Bass auf die 3 ausweichen will: An Dirk Nowitzki kommt er nicht vorbei und durch seine Variationsmöglichkeiten im Front Court könnte er durchaus mehr Einsatzzeit erhalten.

Mit Neuzugang Shawne Williams (für Eddie Jones aus Indiana) und James Singleton stehen zwei Bankwärmer im Kader.

Center: Erick Dampier ist auf der 5 gesetzt, DaSagana Diop, der erst während der letzten Saison nach New Jersey abgegeben wurde, heuerte erneut bei den Mavericks als Stellvertreter an.

Allerdings sind die beiden solide Verteidiger, im Angriffsspiel der Mavs aber kein Faktor. Vielleicht greift Carlisle deshalb häufiger auf die Center-Alternative Brandon Bass zurück.

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