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Erick Dampier (l.), Dirk Nowitzki und Josh Howard spielen seit 2003 in Dallas zusammen © getty

Saisonstart der Mavericks: Bei Sport1.de verrät Nowitzki, dass nicht nur der Trainerwechsel "frischen Wind gebracht" hat.

Von Michael Spandern

München/Dallas - Die Abgesänge sind geschrieben, bevor Erick Dampier zum ersten Tipoff abgesprungen ist.

Kaum ein Experte, die Redaktion von Sport1.de eingeschlossen, sieht die Dallas Mavericks in ihrer Division vorn, geschweige denn in der nochmals aufgerüsteten Western Conference.

Zu erschreckend war der Leistungsabfall in der vorigen Saison, als Dirk Nowitzki und Co. im Vergleich zum Vorjahr 16 Spiele weniger gewannen, mit Ach und Krach als Vorletzte der Southwest Division in die Playoffs einzogen und dort wie 2007 in Runde eins ausschieden.

"Diktatur" in der Sackgasse

Nahezu alle Spieler hatten im Vergleich zur Vorsaison nachgelassen, die Offensive war festgefahren.

Die "kleine Diktatur", wie Nowitzki das Regiment des jeden Spielzug vorschreibenden Trainers Avery Johnson beschrieb, ließ keinen Raum zu mutigen Vorstößen.

Auch als im Februar Jason Kidd mit einem Trade geholt wurde, der unter anderem Wirbelwind Devin Harris (25) nach New Jersey sandte, änderte sich nichts.

"Es macht wieder richtig Spaß"

Doch da Johnson wenige Tage nach dem Playoff-Aus gegen New Orleans gefeuert wurde, trägt der 35-jährige Kidd doch wieder die Hoffnungen.

Der neue Mann auf der Trainerbank, Rick Carlisle, lasse dessen Kreativität freien Lauf, sagt Dirk Nowitzki zu Sport1.de: "Er hat das Spiel für Jason Kidd geöffnet, der so seine Mitspieler besser in Szene setzen kann."

Und mit dem Spielmacher atmet auch der Deutsche auf. "Es macht wieder richtig Spaß", deutet Nowitzki an, dass dies zuletzt schon mal anders war.

Kein klarer Favorit

30 Jahre ist er nun alt, hat zehn NBA-Spielzeiten auf dem Buckel, nur drei Spieler in der Geschichte der Mavericks haben mehr Spiele für die Texaner absolviert. 2007 erhielt er als erster Europäer die Auszeichnung als MVP, als wertvollster Spieler der Liga.

Doch dem Meister-Ring jagt er noch immer vergebens hinterher.

Aussichtslos sieht er die Mavs aber trotz des kaum veränderten Kaders nicht: "Der Westen ist auch dieser Saison wieder weit offen. Viele Mannschaften wie zum Beispiel die Lakers, Utah, San Antonio oder New Orleans sind sehr gut. Einen klaren Favoriten gibt es nicht."

Howard ist "wieder der Alte"

Grund für die Zuversicht sind unter anderem zwei "junge Wilde": "Shawne Williams und Gerald Green machen bis jetzt einen richtig guten Eindruck", lobt der Würzburger bei Sport1.de die aus Indiana bzw. Houston gekommenen Außenspieler.

Zudem sei Josh Howard, All-Star von 2007, nach etlichen Aufregern während des Sommers wieder in der Spur: "Jetzt ist er wieder ganz der Alte. Er ist aggressiv und trifft gut. Auch die Fans haben ihm schnell vergeben."

"Wir spielen vorne gut zusammen und haben viele Waffen in der Offensive", ergänzt Nowitzki. Auch von sich selbst erwartet er einiges: "Ich denke, dass meine besten Jahre noch vor mir liegen", sagte er den "Dallas Morning News".

Wieder in der Leaderrolle

Seine Rolle im Team habe sich unter Carlisle "nicht wirklich verändert", findet Nowitzki. Will heißen: Er ist noch immer der Leader und die erste Option im Angriff.

Doch in den vergangenen beiden Spielzeiten sank die Anzahl der Würfe, die er sich pro Partie nahm, auf rund 17.

Er braucht Unterstützung, wenn des Gegners bester Verteidiger und häufig noch ein zweiter auf seinen Füßen stehen.

Ein wieder erstarkter Howard oder der aufstrebende Brandon Bass könnten diese leisten.

Gegen lauter Hochkaräter

Allerdings muss sich Dallas in der wohl stärksten Division ständig mit Hochkarätern auseinandersetzen.

Gleich zum Auftakt (Fr., 1 Uhr LIVESCORES ) wartet mit den Houston Rockets ein solcher, der sich auch noch mit Defense-Ass Ron Artest einen ehemaligen All-Star dazugeholt hat.

All das dämpft die Erwartungen in Dallas nicht: "Ich wäre geschockt, wenn wir im Westen Achter oder Neunter würden", tönt Jason Terry und ergänzt: "Dann wäre ich wohl in der folgenden Saison nicht mehr hier."

Auch bei Nowitzki ist die Frustrations-Toleranz nicht endlos: Nach dem Playoff-Aus im April hatte auch er seine Zukunft in Dallas in Frage gestellt.

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