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Topscorer der Dallas Mavericks: Dirk Nowitzki und Josh Howard (r.) © getty

Gegen Houston muss Skandal-Forward Josh Howard bestätigen, dass es ein Fehler gewesen wäre, ihn gegen Artest einzutauschen.

Von Michael Spandern

Der erste Gegner ist gleich ein Gradmesser: Die Partie gegen die Houston Rockets (Fr., 1 Uhr LIVESCORES) dürfte den Dallas Mavericks klare Hinweise darauf geben, wo sie in der Southwest Division und in der Western Conference stehen.

Zudem werden die Kritiker neue Schlussfolgerungen anstellen, ob die Mavs mit der Entscheidung richtig lagen, ihren Kader im Kern unangetastet zu lassen.

Sie hatten die Chance, auch im Sommer einen großen Trade zu landen. Die Sacramento Kings, deren ehemaliger All-Star Ron Artest abwanderungswillig war, forderten Josh Howard.

Doch obwohl dieser in den Playoffs nicht nur sportlich versagt hatte, sondern sich ohne Not zum Marihuana-Konsum bekannt hatte, lehnte Klub-Eigner Marc Cuban den Tausch ab.

"Unser wichtigster Spieler"

Nun sei eben dieser Howard "unser wichtigster Spieler", betont Rick Carlisle, seit er im Mai den Trainerposten von Avery Johnson übernahm. "Er kann auf dem Feld so vieles leisten, und ich mag, wie er im Sommer an seinen Fertigkeiten gearbeitet hat."

Keine Rede mehr von den Eskapaden, die sich der 28 Jährige nebenbei leistete - Verhaftung wegen eines illegalen Autorennens, Verballhornen der Nationalhymne.

"Er hat sich entschuldigt. Jetzt ist er wieder ganz der Alte. Auch die Fans haben ihm schnell vergeben", erklärt Dirk Nowitzki bei Sport1.de.

"Große Drei" flößen Carlisle Respekt ein

Gegen die Rockets muss Howard den Vertrauensvorschuss rechtfertigen, gegen einen Titelaspiranten, der in der vergangenen Saison vier Spiele mehr als die Mavs gewann und die zweitlängste Siegesserie der NBA-Geschichte hinlegte.

Und dies alles ohne Ron Artest, den Houston sich zum Schnäppchenpreis (u.a. Bobby Jackson) angelte, und zeitweise auch ohne Yao Ming.

Artest, Yao und der siebenmalige All-Star Tracy McGrady - ein Triumvirat, das auch Carlisle Respekt einflößt: "Besser geht's wohl kaum, wenn man von großen Dreien spricht."

Nutznießer von Kidds Fast-Breaks?

Allerdings glaubt der Coach, in seinen Reihen gleich fünf Topkräfte zu haben. Ob er damit die Starting Five meint, in der Antoine Wright wohl sein Debüt für Dallas feiert, lässt er offen.

Howard - 2007/08 der zweitproduktivste Mavericks-Akteur mit durchschnittlich 19,9 Punkten, 7,0 Rebounds und 2,2 Assists - gehört gewiss dazu. In den ersten zwei Monaten war er sogar mit Nowitzki auf Augenhöhe, was das Scoring anging.

Nun könnte er davon profitieren, dass Carlisle verstärkt auf Fast-Breaks setzt, bei denen Jason Kidd die flinken Außenspieler bedienen soll. Und der Aufbauspieler hält Howard für die richtige Anspielstation: "Mit seiner Athletik wird er zu einer Menge einfacher Körbe kommen und oft an die Freiwurflinie gehen", sagt Kidd.

George zwei Spiele draußen

Ron Artest - in der vergangenen Saison statistisch etwas besser als Howard (20,5 Punkte, 5,8 Rebounds, 3,5 Assists pro Spiel) - hat den Auftakt mit 16 Punkten beim 82:71-Heimsieg gegen die Memphis Grizzlies schon gemeistert.

Die Rockets, die in der Vorsaison die viertwenigsten gegnerischen Punkte zuließen, dürften mit dem 2004 zum besten Verteidiger der NBA gewählten Small Forward defensiv noch besser werden.

Sein Ersatzmann Shane Battier dürfte allerdings gegen die Mavs ebenso wenig einsatzbereit wegen einer Sprunggelenks-Blessur sein wie Karl Brooks. Bei Dallas muss Routinier Devean George mindestens zwei Partien wegen einer Verletzung an der linken Hand aussetzen.

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