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Shaquille O'Neal war viermal NBA-Meister und 15 Mal im All-Star-Team © getty

Ein Ex-Angestellter verklagt Shaquille O'Neal und erhebt schwere Anschuldigungen. Der Center wirft dem Kläger Erpressung vor.

Von Martin Hoffmann

München - Center-Altmeister Shaquille O'Neal: Ein Mann mit ungeahnter krimineller Energie?

Oder doch nur ein Mann mit einem schlechten Auge bei der Wahl seiner Angestellten?

Ein früherer Mitarbeiter hat eine Klageschrift mit einer Reihe teils skurriler, teils schwerwiegender Anschuldigungen gegen den Neuzugang der Boston Celtics eingereicht: Es geht um Datenspionage, angebliche außereheliche Affären, Beweismittel-Vernichtung und den Versuch, ihm Verbrechen anzuhängen.

O'Neal hat die Vorwürfe in Bausch und Bogen zurückgewiesen - und wirft seinem Ex-Angestellten seinerseits Erpressung vor 273102(DIASHOW: O'Neals Vorstellung in Boston).

Ein Katalog schwerer Vorwürfe

Im Mittelpunkt der delikaten Affäre steht Shawn Darling, der nach eigenen Angaben von 2007 bis 2009 als persönlicher IT-Berater für O'Neal und seine Familie gearbeitet hat (DATENCENTER: Der NBA-Spielpan).

Seine 15-seitige Klageschrift gegen den 38-Jährigen beinhaltet einen ganzen Katalog an Vorwürfen. O'Neal soll...

seinen Computer in einen See geworfen haben, um Beweise im Fall einer einstweiligen Verfügung zu vernichten, die eine angebliche außereheliche Liebschaft O'Neals eingereicht habe (O'Neal ist seit November 2009 von Ehefrau Shaunie geschieden).

den elektronischen Anrufbeantworter einer angeblichen anderen Geliebten "gehackt" haben, um Nachrichten zu löschen und ihr Passwort zu ändern.

auch in Darlings elektronischen Anrufbeantworter eingedrungen sein.

mit Hilfe von Kontakten zu Polizeibehörden versucht haben, Darling Verbrechen anzuhängen, unter anderem den Besitz vor Kinderpornografie auf dessen Computer.

"Vollständig frei erfunden"

O'Neal hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen, die Abweisung der Klage beantragt und Darling dabei als rach- und publicity-süchtigen Gauner dargestellt.

Darling habe vergeblich über drei verschiedene Anwälte versucht, 12 Millionen Dollar von O'Neal zu erpressen, indem er damit gedroht habe, gestohlenen privaten E-Mail-Verkehr des NBA-Stars zu veröffentlichen.

Der Kläger sei ein "Ex-Sträfling" mit langem Strafenregister, seine Behauptungen seien "vollständig frei erfunden", wie O'Neals Anwalt Benjamine Reid erklärte.

Darling gehe es nur darum, O'Neal "zu beschämen, belästigen und Geld von ihm abzuringen".

Andeutungen vom Anwalt

Menachem Mayberg, Darlings Anwalt, stritt nicht ab, dass sein Mandant eine kriminelle Vorgeschichte hat: "Das macht aber keinen Lügner aus ihm."

Dem Juristen zufolge habe er mehr Belege für Darlings Anschuldigungen als O'Neal lieb sein könne.

Er habe E-Mails und andere Textnachrichten O'Neals gelesen, in denen er die Furcht ausgedrückt hätte, "dass mein Mandant ihn ruinieren wird".

Mayberg meint vieldeutig: "Jeder, der sagt, die Beweise wären nicht da, wird sich an seinen Worten verschlucken."

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