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Josh Howard (l.) wurde trotz seiner Eskapaden von den Fans mit großen Jubel empfangen © getty

Die Dallas Mavericks machen bei der Niederlage gegen die Houston Rockets die gleichen Fehler wie in der Vorbereitung.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Jason Terry hüpfte an der Seitenlinie auf und ab wie ein Gummiball.

Der Guard der Dallas Mavericks jubelte seinem Mitspieler Josh Howard zu, der seine Freude herausbrüllte. Und das Publikum ging darauf ein, tobte ebenfalls.

Es war eine Szene Mitte des ersten Viertels bei Dallas' Saisonauftakt gegen die Houston Rockets, als Howard die Mavericks nach dem schwachen 2:8-Start durch eine Serie von 13:2 mit fünf Punkten in Führung brachte.

Houstons Coach Rick Adelman reagierte umgehend und nahm eine Auszeit.

Damit war es dann mit den Jubelarien vorbei. Denn trotz Howards (28 Zähler) und Dirk Nowitzkis (36, so viele wie nie zuvor in einem Season-Opener) guter Ausbeute verloren die Mavericks ihr erstes Saisonspiel unter dem neuen Coach Rick Carlisle mit 102:112.

Hilfe von der Bank

Ausgerechnet im Schlussviertel blieben die beiden Topscorer der Gastgeber ohne jegliche Wirkung. Howard kam lediglich auf zwei, Nowitzki auf einen Punkt. Ihre Wurfquote von einem Treffer bei sechs Versuchen konnte mit der der Rockets-Stars Yao Ming und Ron Artest - 6 von 9 - nicht mithalten.

Denn die Gäste-Starspieler waren, als es darauf ankam, zur Stelle. Zehn Rebounds im letzten Durchgang unterstreichen ihre herausragende Leistung.

Zudem erhielt das Duo Unterstützung von der Bank. Ob der angeschlagenen Aaron Brooks, der aufgrund einer Sprunggelenksverletzung erst gar nicht auflaufen sollte, Chuck Hayes oder Carl Landry - Artest und Ming konnten sich auf die Einwechselspieler verlassen.

Fehlende Unterstützung für Nowitzki und Howard

Komplett das Gegenteil war bei den Mavericks der Fall. Nicht nur, dass Howard und Nowitzki von der Rockets-Verteidigung aus dem Spiel genommen wurden, auch die Bankspieler erzielten keine durchschlagenden Erfolge.

Eine Quote von 25 Prozent aus dem Feld im letzten Viertel verdeutlicht dies. Zwar erzielten Jason Terry, Jerry Stackhouse und Brandon Bass - DeSagana Diop blieb ohne Wurfversuch - mit 26 Zählern nur einen Punkt weniger als die Rockets-Bank, benötigte für die 9 Treffer aber 30 Versuche.

Houstons Ersatzspieler schrammten mit 10 von 21 nur knapp an der 50-Prozent-Grenze vorbei.

"Es war nicht unsere Bank allein", sagte Carlisle. "Wenn du eine 48-Prozent-Trefferquote des Gegners zulässt, wirst du noch mehrere Spiele verlieren."

Zu viele Punkte zugelassen

Und genau hier lag und liegt das Problem. Wie bereits in den Vorbereitungsspielen wiesen die Mavericks in der Defense zu große Löcher auf. Der Tempo-Basketball, den Carlisle den Mavs eingeimpft hat, bot drei Viertel lang eine tolle Show, am Ende kam aber aufgrund der Schwächen in der Verteidigung nichts Zählbares heraus.

"Wir haben eigentlich genug Punkte erzielt", sagte Jason Kidd. "Aber wir haben sie im Angriff nicht stoppen können. In den entscheidenden Momenten haben sie das geschafft. Deshalb haben sie gewonnen."

Neben den Problemen in der Abwehrarbeit konnte Carlisle seiner Mannschaft den Schlendrian im Schlussabschnitt nicht austreiben.

In der Vorbereitung verspielte Dallas gegen Chicago eine 23-Punkte-Führung, gegen Indiana brachen die Mavericks beim Stand von 83:85 ein und fanden sich sechs Minuten später mit 88:112 im Hintertreffen.

"Ich denke nicht, dass es an der Kondition liegt", sagte Carlisle, "denn wir sind fit."

Aber woran liegt es dann?

Gegner beobachten und dann zuschlagen

"Wir haben nicht so abgeschlossen, wie wir es zuvor getan haben", wusste Howard Rat. "Wir hätten weiter zum Korb ziehen müssen, stattdessen haben wir Sprungwürfe gesucht. Aber es ist das erste Saisonspiel, da passieren Fehler. Daraus müssen wir lernen, damit wir diese Fehler bis zum Spiel in Minnesota abstellen."

Eine Erklärung, warum die Mavericks am Ende auf die Würfe aus der Halbdistanz gesetzt haben, hatte Howard allerdings nicht.

Die lieferte Tracy McGrady. "Wir haben drei Viertel dafür gebraucht, um herauszufinden, wie wir ihren Schnellangriff stoppen und sie zum Werfen aus der Distanz zwingen konnten", sagte der der Guard der Rockets. "Im letzten Viertel haben wir dies dann umgesetzt."

Gegen die Timberwolves in der Nacht auf Sonntag (0 Uhr LIVESCORES ) weist sich, ob die Mavericks nun aus den Fehlern gelernt haben.

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