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Chris Bosh, Dwayne Wade und LeBron James wurde allesamt 2003 gedraftet © getty

Das Warten hat ein Ende. Das Auftaktspiel der NBA zwischen Boston und Miami elektrisiert die Massen. Die Big-Three greifen an.

Von Tobias Hlusiak

München - "Absolut jeder war aus dem Häuschen, als LeBron James sagte: Ich gehe nach Miami!"

Doc Rivers ist Chefcoach der Boston Celtics. Trotzdem stammen diese Worte von ihm. Jetzt wird er den Ursprung seiner Ekstase aus nächster Nähe bestaunen dürfen.

Das elendig lange Warten hat ein Ende. Die NBA Saison beginnt - mit einem Kracher (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan).

Die Miami Heat sind zu Gast in Boston (ab 1.30 Uhr LIVESCORES). Mit Dwayne Wade, Chris Bosh und eben LeBron James.

Die Big-Three geben sich die Ehre.

"Ich werde bereitet sein"

"Ich werde bereitet sein", scharrt James mit den Hufen. "Ich werde so was von bereitet sein."

Auch sein Superstar-Kollege Dwayne Wade freut sich: "Die NBA hat einen unglaublich guten Job gemacht, genau dieses Spiel für den Auftakt zu wählen."

Die Partie bietet Zündstoff an allen Ecken und Enden.

James' Debüt gegen Ex-Sidekick

James gibt sein Debüt nach zuvor sieben vergeblichen Anläufen auf die Meisterschaft mit den Cleveland Cavaliers.

Erstmals - abgesehen von den ersten drei Minuten des ersten Pre-Season-Spiels gegen Detroit ? werden Wade im Heat-Dress zwei weitere Superstars zur Seite gestellt (Vorschau Southeast Division).

Auf Celtic-Seite gibt Shaquille O?Neal seinen Einstand. Der "Big Shamrock" - wie er sich passend zum neuen Team nun nennt - trifft gleich auf seine ehemaligen Weggefährten Wade und James.

Revanche mal zwei?

Hinzu kommt, dass Wade mit den Heat und "LBJ" mit den Cavs von Boston aus den Playoffs eliminiert wurden.

Und schließlich sind Bostons alternde "Big-Three" Kevin Garnett, Ray Allen und Paul Pierce ? aufgestachelt durch die unglückliche Finals-Niederlage in der vergangenen Saison ? heiß, es ihren legitimen Nachfolgern aus Miami zu zeigen.

Am Ende bleibt es aber ein Basketball-Spiel. Fünf gegen fünf.

"Nur das andere Team"

"Wir sind alle heiß auf das Spiel. Der Sommer war sehr lang", sagt Miami-Coach Erik Spoelstra.

"Es fühlte sich an wie eine halbe Ewigkeit. Endlich können wir uns jetzt auf das Spiel konzentrieren. Das ganze Gerede wird aufhören - lasst uns spielen!"

Celtics-Coach Rivers sieht einen Vorteil für sein Team.

"Alle Augen werden nach Boston gerichtet sein. Allerdings nur, um Miami zu sehen", ist sich der "Doc" sicher.

"Wir sind heute nur das andere Team. Aber wir werden da sein."

Celtics in der Außenseiterrolle

Noch nie zuvor wurde ein amtierender Titelträger der Eastern Conference so wenig beachtet worden wie die C?s.

Der 17-fache Champion fühlt sich in der Außenseiterrolle allerdings äußerst wohl.

Ein normales Spiel der regulären Saison erwartet ohnehin niemand. Dazu ist die Rivalität zwischen den Clubs zu groß, war das Wortduell während der Off-Season zu hitzig geführt.

Rivers lobt die Heat

Nun werden moderatere Töne angeschlagen. Voller Lob spricht Rivers über die Heat-Troika: "Sie werden großartig zusammen spielen, das wissen wir."

"Wir werden fantastische Spieler sehen. Vom ersten Ballbesitz an werden die drei Jungs volles Tempo gehen, mit ganzer Kraft."

Shaq als Starter

Dabei werden Miamis Stars in der Zone auf "Shaq-Attack" treffen.

An Stelle von Namensvetter Jermaine O?Neal, der nach einer Verletzung noch nicht fit genug ist, wird der viermalige NBA-Champion als Center beginnen.

Der etatmäßige Starter auf der fünf, Kendrick Perkins, fällt mit einer Knie-Blessur ohnehin bis zum Start der Playoffs aus.

"Er steht auf seinen Beinen"

Auf Seiten der Heat ? die kurzfristig die Rookies Da?Sean Butler und Patrick Beverley aus dem Kader gestrichen haben - kehrt Wade in die Rotation zurück.

"Flash" hatte sich vor vier Wochen eine Oberschenkelzerrung zugezogen, trainierte aber am Samstag erstmals wieder mit dem Team.

"Er steht wieder auf seinen Beinen. Es sieht also gut aus", meint Teamkollege James vielsagend.

Im Hinblick auf das Spiel wird sein Ton ernster: "Es wird eine sehr feindliche Stimmung in der Halle sein. Und da wir das meistgehasste Team der Welt sind, wird sie noch feindlicher werden."

James hatte dies schon im Vorfeld zu spühren bekommen. Beleidigungen, bis hin zu Selbstmordaufforderungen auf Twitter, gehören seit seiner Entscheidung für Miami zur Tagesordnung.

Boston-Oldie Shaq sieht das anders: "Es ist ein ganz normales Spiel", meint der Ex-Laker. "Schließlich geht es nicht um einen Ring."

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