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Chris Bosh, Dwayne Wade und LeBron James (v.l.) wurde allesamt 2003 gedraftet © getty

Die neuen Heat mit James, Wade und Bosh verlieren zum Auftakt in Boston. Die Werte des Star-Trios sind teils katastrophal.

Von Martin Hoffmann

München - "Sind wir eigentlich schon in den Finals?"

Es war eine unschuldige Frage von Bostons Kevin Garnett an seinen Teamkollegen Paul Pierce.

Aber sie zeichnete ein ungefähres Bild von der Stimmung, die schon das erste Saisonspiel der NBA entfachen konnte 304501(DIASHOW: Bilder des NBA-Auftakts).

Schuld daran war der Gegner der Celtics, die Miami Heat mit LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh ? das neue, einzigartige Superstar-Trio, dessen Premiere mit Spannung erwartet worden war.

Doch wer von den "Miami Thrice", dem "Tycoon Trio", den "Three Kings" - wie immer man sie nennen mag - gleich Magie erhoffte, wurde enttäuscht: Die Heat verloren mit 80:88 ? und ihre drei Maestros blieben noch vieles bis alles schuldig (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan).

Schlechte Bilanzen

Wade vergab zwölf seiner 16 Würfe aus dem Feld und kam nur auf 13 Punkte, wobei er auch noch sechs Turnovers verursachte. Bosh kam nicht mal auf eine zweistellige Zählerzahl (acht Punkte).

Einzig James' Statistik liest sich gewohnt gut: Seine Bilanz von 31 Zählern wird aber auch getrübt von acht Turnovers (STATISTIK: Die Tagesbesten).

Die Werte von "King James" vor einem hörbar feindlich gesinnten Publikum sind ein Indiz für Übermotivation, dafür, dass er nach all der Kritik und den Hassbekundungen für seinen Wechsel nach Miami zu viel wollte.

Wade schon genervt

Und James gab auch zu, dass er sich in seinem neuen Team noch in einem "Gewöhnungsprozess" befindet: "Ich bin es nicht gewohnt, so viele Optionen auf dem Feld zu haben, so viele Bedrohungen auf einem Feld."

Viel Zeit sich einzuspielen, hatten James, Wade und Bosh ja auch nicht: In der Preseason standen sie wegen einer Oberschenkelverletzung Wades nur drei Minuten zusammen auf dem Feld.

Wade offenbarte derweil, dass er schon genervt ist von den exponentiellen Erwartungen an ihn und seine Teamkollegen:

"Sorry an alle, die gedacht haben, dass wir auf eine 82:0-Bilanz kommen. Aber so läuft das einfach nicht."

Nur neun Punkte im ersten Viertel

In Boston lief zu Beginn aber so wenig, dass es auch realistischere Erwartungen enttäuschte.

Nur neun Punkte schafften die Heat im ersten Viertel, zur Halbzeit lag der Rückstand schon bei 30:45.

In der zweiten Hälfte raffte sich Miami zu einer Aufholjagd auf. Nach einem 15-Punkte-Viertel von James kamen die Heat auf 57:63 ran, 70 Sekunden vor Schluss gar auf 80:83.

Ein Drei-Punkte-Wurf von Ray Allen und zwei Freiwürfe von Pierce machten dann aber alle Hoffnungen zunichte.

Rondo-Motor läuft

Die Celtics-Defensive hielt die Heat vor allem in der ersten Halbzeit fast völlig in Zaum, ließ eine Trefferquote von nur 26,8 Prozent zu (36,5 insgesamt).

In die andere Richtung lief Rajon Rondo, der Motor des Bostoner Offensivspiels, ohne Startprobleme: Satte 17 Körbe bereitete der Spielmacher erfolgreich vor - zwei Assists mehr als Miami insgesamt.

Bester Werfer Bostons war Ray Allen mit 20 Zählern. Shaquille O'Neal holte bei seinem Debüt für Boston neun Punkte und sieben Rebounds.

Trost von Rivers

Celtics-Coach Doc Rivers hätte sich nun diebisch freuen können darüber, dass er seinem Gegenüber Erik Spoelstra den Tag eins mit seinen "Big Three" verdorben hatte.

Aber er verkniff es sich und richtete stattdessen eine tröstende Botschaft an die Heat: "Sie werden schon noch toll werden."

Nette Worte, aber sicher nicht das, was Miami an diesem Abend hätte hören wollen.

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