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Ben Wallace (M.) holte gegen die Mavs 13 Rebounds, davon 8 im Angriff © getty

Zu langsam, zu schwerfällig, zu viele alte Fehler: Die Dallas Mavericks können das Konzept ihres neuen Trainers noch nicht umsetzen.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - 48 Sekunden sind im zweiten Viertel zwischen den Dallas Mavericks und den Cleveland Cavaliers gespielt.

Daniel Gibson nimmt einen Wurf hinter der Dreier-Linie. Der Ball springt vom Ring und Anderson Varejao schnappt sich den Rebound.

Der Brasilianer passt zu Mo Williams, der aus kurzer Distanz nicht trifft. Aber der Neuzugang aus Milwaukee setzt nach, und erkämpft sich den Ball zurück.

Dallas lässt zu viele Offensiv-Rebounds zu

Es war nicht das erste Mal, dass die Mavericks den Gästen bei der 81:100-Niederlage die Abpraller ab Brett scheinbar willenlos überließen. Bereits zu Spielbeginn sicherten sich die Cavs "vier Offensiv-Rebounds innerhalb von dreieinhalb Minuten" wie der neue Trainer Rick Carlisle bemerkte. Am Ende holte sich Cleveland 18 Abpraller im Angriff - doppelt so viele wie Dallas.

Während die Texaner in Dirk Nowitzkis Augen "langsam und schwerfällig wirkten", traten die Cavaliers selbstbewusst und energisch auf - genauso, wie es die Mavericks eigentlich vorhatten.

"Wir haben es nicht geschafft, unsere Energie auf das Spiel zu übertragen", räumte Jason Terry ein.

Gute Ausgangsposition wird hergeschenkt

Doch das war nicht das Einzige, das den Mavericks nicht gelang. Erneut waren es ein Einbruch im letzten Viertel und die schwache Verteidigung, wodurch ein durchaus möglicher Sieg verschenkt wurde.

Nach den erschreckenden ersten zwölf Minuten, in denen die Mavericks sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung nichts auf die Reihe brachten, meldeten sie sich durch eine 16-Punkte-Aufholjagd Mitte des dritten Abschnitts eindrucksvoll zurück.

"Wir haben uns mit dem Lauf in eine gute Ausgangsposition gebracht", sagte Terry, der mit seinem Dreier dreieinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels zum 63:63 ausgeglichen hatte.

Cleveland unstoppable

Aber die Mavericks verpassten es nachzulegen und ließen zudem die Zügel in der Abwehr schleifen.

"Jedes Mal, wenn wir auf zwei Punkte rankamen, haben wir wieder Fehler gemacht", stellte Jason Kidd fest. "Sie haben dann einen Dreier getroffen oder sich einen Offensiv-Rebound geangelt. Kurzum, wir konnten sie einfach nicht stoppen."

Nach Terrys Ausgleich zogen die Cavaliers dank LeBron James wieder auf sechs Punkte davon. "King James" war da, als es darauf ankam. Sieben seiner 29 Zähler erzielte der Superstar in dieser Phase.

Duo nimmt Nowitzki aus dem Spiel

Nowitzki hingegen ("Es war heute einfach nicht mein Abend") blieb mit acht Punkten weit hinter seinen Möglichkeiten zurück - auch weil die Verteidigung der Cavaliers Dallas' Topscorer aus der Partie nahm.

"Einen Spieler wie Dirk Nowitzki kannst du nicht komplett kaltstellen", sagte Clevelands Coach Mike Brown. "Aber die Kombination Ben Wallace und Anderson Varejao haben so gut gegen ihn verteidigt, wie ich es gegen Dirk bisher noch nicht gesehen habe."

Durch den Ausfall von Nowitzki fehlten den Mavericks neben Josh Howard, der mit 18 Punkten bester Werfer bei den Mavericks war, weitere Scorer.

Antoine Wright und Gerald Green waren die einzigen, die neben dem Small Forward auf eine zweistellige Punkteausbeute kamen.

Allerdings erzielten sie ihre Zähler 9und 10, bzw. 5 bis 10 erst, als die Partie bereits entschieden war.

Zusammenspiel passt (noch) nicht

Festzuhalten ist, dass beim Fastbreak-Spiel im Angriff und in der auf Rebounds ausgelegten Verteidigung noch zu viele Fehler erfolgen und ein Zusammenspiel der beiden Konzepte überhaupt nicht harmoniert. "Das Zusammenwirken von Abwehr und Angriff ist aber das A und O des Konzepts", sagt Carlisle.

Als Trainer ist es seine Aufgabe, dies umzusetzen. Daran wird er sich messen lassen müssen.

In der Nacht auf Mittwoch (2.30 Uhr LIVESCORES) hat er in San Antonio eine erneute Chance zu beweisen, dass sein System greift und seine Spieler es auch umsetzen können.

"Wir wollten heute unbedingt gewinnen, haben uns aber hängen lassen. Jetzt müssen wir gegen die Spurs zurückschlagen."

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