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Amare Stoudemire wurde 2003 als Rookie of the Year ausgezeichnet © getty

LeBron kam nicht, trotzdem sollte bei den Knicks alles besser werden. Beim Heimdebüt sind stattdessen alte Schwächen zu sehen.

Von Martin Hoffmann

München - Am Event-Faktor mangelte es nicht am Samstagabend im Madison Square Garden.

Die New York Knicks hatten Michael Buffer engagiert, den berühmten Box-Ringsprecher, um die Spieler mit seinem unverwechselbaren Bariton anzusagen.

Dass er "'King' LeBron Jaaaaaaaaaaaames" nicht rufen konnte, den Namen des Mannes, den die Knicks so unbedingt hätten haben wollen, das sollte das runderneuerte Team der Knicks bei seiner Heimpremiere vergessen machen.

Doch der rauschhaft gestartete Abend endete wie so viele in den Jahren zuvor: mit einer Enttäuschung 304501(DIASHOW: NBA-Woche 1).

Fehlstart ins "neue Kapitel"

Mit 95:100 verlor das Team um den neuen Hoffnungsträger Amare Stoudemire (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Der aus Phoenix geholte Forward soll der Held des "neuen Kapitels der New York Knicks" (Buffer) werden.

Nach sechs Spielzeiten ohne Playoff-Einzug - nur Minnesota geht durch eine ebenso lange Durststrecke. Und neun Jahren in Folge mit einer Minus-Bilanz.

Entscheidender Ballverlust

Doch das Heimdebüt des Mannes, der der erste Superstar der Knicks nach Patrick Ewing werden soll, lief nicht wie erhofft.

Stoudemire kam auf 18 Punkte, verursachte aber auch sechs Turnovers - einen besonders bitteren sechs Sekunden vor Schluss.

Beim Stand von 95:97 verlor Stoudemire den Ball gegen Marcus Camby, das Spielgerät ging dann ins Aus - und nach einer Videoüberprüfung sahen die Unparteiischen, dass Stoudemire noch mit dem Bein dran war.

Portland hatte den Ball - und New Yorks Niederlage war besiegelt.

Nur ein Korb in den letzten fünfeinhalb Minuten

Wobei die Knicks in der Schlussphase kollektiv die Nerven verloren: In den letzten fünfeinhalb Minuten gelang nur noch ein Korb aus dem Feld - womit sie einen 92:83-Vorsprung wegwarfen.

New York litt außerdem unter der andauernden Krise des italienischen Youngsters Danilo Gallinari, der gehemmt von Handgelenksproblemen nur zwei von neun Würfen traf und nur 15 Minuten spielte.

"Es ist hart, ein Spiel auf diese Weise zu verlieren", ärgerte sich Wilson Chandler, mit 22 Punkten von der Bank aus bester Mann der Hausherren.

"Crunch-Time"-Spezialisten Portland

Während New York die altbekannte Schwäche in der spielentscheidenden Phase offenbarte, wird bei Portland der Triumph in der "Crunch Time" zum Trend.

Zum dritten Mal im dritten Spiel drehten die Trail Blazers die Begegnung im letzten Viertel und schafften damit ihren ersten 3:0-Start seit elf Jahren.

Keine Verlängerung für Oden

Damit nährte das Team um Top-Scorer Brandon Roy (29 Punkte) und Neuzugang Camby die Erwartungen, dass es nach der Seuchen-Saison 2009/10 diesmal in der Lage ist, oben mitzuspielen.

Und das auch ohne den weiterhin verletzten Greg Oden, der offenbar keine Zukunft in Portland hat.

Die Trail Blazers gaben am Samstag bekannt, dass sie den Vertrag mit dem Top-Draft-Pick von 2007 nicht verlängern werden: Der Center wird also am Ende der Saison "Restricted Free Agent".

Rose überragt für die Bulls

Erfolgreich war das erste Heimspiel der ambitionierten Chicago Bulls - dank Derrick Rose.

Mit einem eingestellten Karriere-Bestwert von 39 Punkten war der Shooting Guard überragender Mann beim 101:91 gegen die weiter sieglosen Detroit Pistons - und bekam "MVP"-Rufe aus dem Publikum zu hören.

Rose gab die Huldigungen aber ganz nach Sportler-Etikette an die Teamkollegen zurück: "Ich nehme ja nur die Würfe an, die sie mir ermöglichen."

Dritte Pleite für Rockets

Die dritte Niederlage im dritten Spiel kassierte die Houston Rockets: Bei der Premiere vor heimischer Kulisse verloren Yao Ming und Co. 94:107 gegen die Denver Nuggets.

Teilzeitarbeiter Yao stand bei seiner Rückkehr vor das Heimpublikum 23 Minuten auf dem Feld und sammelte 14 Punkte sowie sechs Rebounds.

Luis Scola holte 28 Punkte und zehn Rebounds, genauso wie Denvers Matchwinner Al Harrington.

Hawks und Hornets weiter unbesiegt

Ungeschlagen blieben derweil die Atlanta Hawks, die 99:95 gegen Washington gewannen und die New Orleans Hornets mit einem 99:90 bei den San Antonio Spurs.

Chris Paul führte die Hornets bei vier der fünf wichtigen Individual-Statistiken an (25 Punkte, sieben Rebounds, fünf Assists, zwei Steals).

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